DAX® (1h) - Dünnere Luft macht zu schaffen



08:55 19.03.10

Dünnere Luft macht zu schaffen
Nach einem freundlichen Handelsstart der DAX® erreichte mit 6.039 Punkten nochmals ein neues Verlaufshoch musste das Aktienbarometer am gestrigen Nachmittag leichte Verluste hinnehmen. Zwar gelang auf Schlusskursbasis die Verteidigung der psychologischen Marke von 6.000 Punkten, die Kursentwicklung lässt uns aber an der vorsichtigen Einschätzung in Bezug auf die weiteren Perspektiven festhalten. So rechnen wir nicht damit, dass das Widerstandscluster aus diversen Hoch- und Tiefpunkten zwischen rund 6.000 und 6.200 Punkten hier notieren u. a. das bisherige Jahreshoch vom 11. Januar bei 6.094 Punkten und das Tief vom 17. März 2008 (6.168 Punkte) im ersten Anlauf überwunden wird. Neben der mehrfach angeführten Umfrage der American Association of Individual Investors hier sind die US-Privatanleger derzeit ähnlich sorglos wie zu Jahresbeginn spricht auch die Lage bei den quantitativen Indikatoren für eine Verschnaufpause am Aktienmarkt: Im Stundenchart überwiegen die negativen Signale, auf Tagesbasis droht der Stochastik im überkauften Bereich ein Ausstiegssignal zu generieren. Für bestehende Positionen sollte daher auf der Unterseite das Hoch vom 20. Oktober 2009 bei 5.888 Punkten im Auge behalten werden.

DAX® (1h)
chart

Seitwärts, aber weiter solide,
so kann man aktuell die Entwicklung beim Euro-BUND-Future beschreiben. Zwar blieben nach dem Sprung über die Widerstandszone aus den Hochpunkten vom 8. Oktober und 2. September 2009 bei 123,04/12 Anschlusskäufe aus, trotz leichter Kursverluste konnte sich das Rentenbarometer aber auf diesem Niveau stabilisieren. Verstärkt wird der Bereich durch einen Aufwärtstrend seit Mitte März (akt. bei 123,02). Solange sich der Euro-BUND-Future über den angeführten Marken hält, bleibt der Ausblick positiv. Damit rückt ein Schließen der durch den Kontraktwechsel entstandenen Kurslücke bei 123,02 zu 123,96 näher. Auf dem Weg zum Erreichen dieses Ziels stellen die Hochpunkte vom 18. bzw. 9. Dezember 2009 bei 123,66/72 neben dem gestrigen Verlaufshoch (123,39) die nächsten Hürden dar. Die Lage bei den technischen Indikatoren hat sich ein wenig eingetrübt. Im Tageschart fällt allerdings das frische Kaufsignal des Stochastik ins Auge. Per Saldo halten wir an unserem Buy-Trigger aus dem Chart der 10-jährigen Rendite fest: Unterhalb von 3,09 % ist der Rentenmarkt ein Kauf! Bestehende Positionen sollten auf Basis der 200-Tages-Linie (akt. bei 122,02) bzw. des Aufwärtstrends seit September 2009 (akt. bei 121,61) abgesichert werden.

Euro-BUND-Future (1h)
chart

Das Risikoszenario
Die tiefen Risse im Chartbild, die wir am 22. Januar beim Hang Seng China Enterprises konstatierten, haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Die anschließenden Kursverluste konnten erst im Bereich der Haltezone aus verschiedenen Hoch- und Tiefpunkten der vergangenen drei Jahre zwischen 10.878 und 10.231 Punkten eingedämmt werden. Die Bedeutung dieses Haltebündels wird zusätzlich durch zwei Fibonacci-Cluster (10.834 bzw. 10.398 Punkte) verstärkt. Anfang Februar kam es zu einer Erholungsbewegung, die nun aber im Bereich der 38-Wochen-Linie (akt. bei 12.156 Punkten) auf einen harten Widerstand stößt. Die Rückeroberung dieser Barriere ist u. E. die zwingende Voraussetzung für eine sich wieder nachhaltig aufhellende charttechnische Ausgangslage. Da aber der MACD im Wochenbereich unverändert zur Vorsicht mahnt, sollten Anleger auch die Unterseite im Blick haben. Besonderes Augenmerk muss dabei auf die o. g. Haltezone gelegt werden. Ein Bruch dieses Unterstützungsbündels würde eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation vervollständigen (siehe Chart), aus der sich ein rechnerisches Abschlagspotential von knapp 3.000 Punkten ergeben würde. Bei einer negativen Weichenstellung sollten Anleger demnach definitiv die Reißleine ziehen.

Hang Seng China Enterprises (weekly)
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Über den Autor
 
Autor: Jörg Scherer Jörg Scherer,
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