Rentenreport der Börse Stuttgart KW 11 (15.03. bis 19.03.2010)
US-Notenbank setzt Null-Zins-Politik fort
In einer datenreichen Woche präsentierte sich der Bund-Future einmal mehr stabil. Neben der Sitzung der US-Notenbank, waren zahlreiche Konjunkturdaten zu verarbeiten.
Zum Wochenstart konnte das Anleihenbarometer leicht zulegen, die Bewegungen blieben aber innerhalb einer engen Spanne. Die Euro-Finanzminister haben sich bereit erklärt, Griechenland im Notfall finanziell zu unterstützen. Zugleich zeigte sich der Chef der Eurogruppe Junker aber zuversichtlich, dass Griechenland keine Unterstützung benötigt.
Am Dienstag hat die Ratingagentur Standard & Poor’s das Rating Griechenlands bestätigt und damit für Erleichterung an den Finanzmärkten gesorgt. S&P beendet damit die intensive Beobachtung Griechenlands und bewertet das Euro-Mitglied weiter mit BBB+, drei Stufen über Ramschstatus. Der Ausblick bleibt allerdings negativ, was auf lange Sicht auf eine Herabstufung hindeuten kann. Die US-Notenbank hat auf ihrer Sitzung die Leitzinsen erwartungsgemäß in der Spanne zwischen 0 und 0,25 Prozent bestätigt. Die Einschätzung der Konjunkturlage fiel in der Mitteilung der Fed positiver aus als bei der vorangegangen Sitzung des Offenmarktausschusses im Januar. Demnach sieht die Notenbank eine Stabilisierung auf dem Arbeitsmarkt. Zuvor war lediglich von einer langsameren Verschlechterung die Rede. Es war die erste, nur noch eintägige Sitzung des Offenmarktausschusses, nachdem die Konferenzen wegen der Krise im September 2008 auf zwei Tage ausgeweitet worden waren. Die US-Notenbank hat mittlerweile die meisten Notprogramme beendet, mit denen das angeschlagene Finanzsystem mit Liquidität versorgt wurde. Die am Dienstag veröffentlichten US-Baubeginne und Baugenehmigungen (Februar-Daten) lagen im Rahmen der Prognosen. Der deutsche ZEW-Index hat sich im März geringfügig eingetrübt.
Zur Wochenmitte trotzte das Anleihenbarometer den Kursgewinnen am Aktienmarkt und konnte leichte zulegen. Die positiveren Kommentare der US-Notenbank und gute US-Erzeugerpreise halfen dem DAX die Marke von 6.000 Zählern zu erklimmen.
Der Donnerstag verlief zunächst in ruhigen Bahnen, bevor Gerüchte über eine erneute Erhöhung des Diskontsatzes durch die US-Notenbank die Anleihen etwas belastet haben. Über das Diskontfenster leihen sich die Geschäftsbanken bei der Fed kurzfristig Geld. Der Diskontsatz ist längst nicht so bedeutend wie der Geldmarktsatz, der Leitzins der Fed. Kürzlich hatte die Fed ihren Diskontsatz von 0,5% auf 0,75% angehoben.
Zum Wochenausklang orientierte sich das Geschehen am Aktienmarkt, da keine marktbewegenden Konjunkturdaten veröffentlicht wurden. Der DAX konnte leicht zulegen, der Bund-Future hatte hingegen leichte Einbußen zu vermelden.
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Sabine Traub, Börse Stuttgart AG |
Sabine Traub und Cornelia Frey berichten im Anleihenbericht Bonds weekly wöchentlich über die aktuelle Marktentwicklung, das Anlegerverhalten und Anleihen-Neuemissionen an der Börse Stuttgart. Sabine Traub ist Leiterin des Anleihenhandels an der Börse Stuttgart. Cornelia Frey ist als Börsenkommentatorin an der Stuttgarter Börse aktiv.
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