Wahre Inflation 5,6 %



15:47 19.03.10

Sollten wir uns mit Gold und anderen Sachanlagen vor einer drohenden hohen Inflation schützen? Dieser Frage sind wir in unserem vielbeachteten Beitrag "Weltuntergangsprediger, Inflation und Gold" nachgegangen (Link unten). Darin zeigen wir, ob für die Zukunft sehr hohe Inflation zu erwarten ist oder nicht, wobei wir das aktuelle Verhalten der Zentralbanken berücksichtigen.

Unabhängig davon nehmen Anleger und Verbraucher wahr, dass es eine Abweichung gibt zwischen offiziellen Inflationszahlen und dem tatsächlichen Preisanstieg. Auf der Grundlage der jährlichen Preisveränderung, wie sie von der Europäischen Zentralbank veröffentlicht wird, ergibt sich für die letzten 10 Jahre eine durchschnittliche Inflation von 2 % p.a. Die offizielle Inflationsrate wird gemessen durch Preisunterschiede von Produkten und Dienstleistungen (zusammen Güter) von Jahr zu Jahr. Dabei sind die Auswahl und Gewichtung der Güter sowie mögliche Anpassungen, z.B. für technischen Fortschritt, nicht leicht nachvollziehbar bzw. widersprechen dem, was viele als logisch empfinden. Anlegern und Verbrauchern bleibt es daher überwiegend verschlossen, wie die Statistik-Behörden zu ihren Ergebnissen gelangen.

Dabei gibt es eine andere, intuitiv unmittelbar verständliche Methode, um langfristige Inflation zu bestimmen. Die Menge des vorhandenen Geldes und die Menge der Güter bestimmen das Preisniveau. Vereinfacht gesagt, führt eine Erhöhung der Menge des Geldes zu einer gleich großen Inflationsrate, weil sich einfach mehr Geld auf eine gleich bleibende Menge an Gütern verteilt. Das Verhältnis "Geldmenge zu Gütermenge“ bzw. das "Geld je Gut“, also der Preis steigt. Auch die Menge der Güter verändert sich. Das wird als Wirtschaftswachstum gemessen.

So ergibt sich die potentielle Inflation in den letzten 10 Jahren aus dem Wachstum der Geldmenge minus dem Wirtschaftswachstum: 6,8 %-Punkte p.a. – 1,2 %-Punkte p.a. = 5,6 %-Punkte p.a.

(Quelle der Daten: Eigene Berechnungen auf Basis von Daten der Europäischen Zentralbank sdw.ecb.europa.eu)



Was heißt das für Anleger? 1. Wenn die wahre Inflation über der offiziellen liegt, dann bieten Inflationsanleihen keinen Schutz, weil sie sich an den offiziellen Zahlen orientieren. 2. Viele Kapitalanlagen erwirtschaften eine Rendite, die offenbar unter der wahren Inflation liegt, so dass die Kaufkraft des Ersparten abnimmt.

Sollten wir in Gold und andere Sachanlagen anlegen? Abgesehen vom vollständig selbst finanzierten, selbst genutzten und günstig erworbenen Wohneigentum raten wir trotz der höheren Inflation von Sachanlagen ab. Wir können uns nicht sicher sein, dass der Preis der von uns gewählten Sachanlage nicht mal eben um 40 % zurück geht. Besser sind sicherere Kapitalanlagen mit höherer Rendite.

In diesem Zusammenhang interessiert Sie dieser Beitrag:

Weltuntergangsprediger, Inflation und Gold


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