Hedge-Fonds auch für Ihr Depot



13:51 21.03.10

Die Rendite unseres Ersparten wird bestimmt durch strategische Entscheidungen, wie Gewichtung von Aktien und Anleihen, und eher weniger durch die Auswahl der vermeintlich besten Aktien und Branchen. Sobald der Crash kommt, nützt die beste Aktien-Auswahl nichts. Denn 99 % der Aktien fallen. Hingegen kann alleine die Diversifikation in verschiedene Anlage-Klassen schützen. Oder auch eine Absicherung durch Derivate (Link unten).

Hedge-Fonds bieten die strategische Chance, das Rendite-Risiko-Verhältnis eines Depots weiter entscheidend zu verbessern. Denn Hedge-Fonds sind Kapitalanlagen, deren Renditen potentiell unabhängig sind von den Renditen von Aktien und Anleihen. Damit vermindern Sie als eigene Anlage-Klasse die Wertschwankungen eines jeden Depots.

Aber was sind Hedge-Fonds?
Hedge-Fonds gibt es als offene oder geschlossene und als börsennotierte Fonds (= Sondervermögen) und in Form von Zertifikaten (= besondere Anleihen).

Was machen Hedge-Fonds?
Hedge-Fonds haben sehr unterschiedliche Anlage-Strategien, die auf de.wikipedia.org in den Artikeln "Hedge-Fonds-Strategien" und "Managed Futures" erklärt werden.

Beispiel für Anlage-Strategie "Arbitrage"
Es werden Bewertungsunterschiede ausgenutzt: Hat die gleiche Aktie an verschiedenen Börsen unterschiedliche Kurse, dann wird ein darauf spezialisierter Hedge-Fonds die Aktie zum billigeren Kurs kaufen und zum teureren Kurs verkaufen. Ähnlich verhält es sich bei Bewertungsunterschieden zwischen Stamm- und Vorzugsaktien, Wandelanleihen und Aktien, Renditeniveaus unterschiedlicher Anleihen, wobei hier das teurere Wertpapier  mittels einer Wertpapierleihe erst erworben werden muss, um es zu verkaufen. Verschwinden die Bewertungsanomalien, werden die Transaktionen rückgängig gemacht und der Hedge-Fonds erzielt einen Gewinn. Um den Gewinn auf das Eigenkapital zu erhöhen, leihen sich manche Hedge-Fonds zusätzlich Geld. So ergibt sich ein Hebeleffekt.

Nachteile von Hedge-Fonds

- Wenn die erhoffte Kursentwicklung ausbleibt, generieren sie von sich heraus keinen Ertrag, im Gegensatz zu Dividenden bei Aktien und Zinsen bei Anleihen und Bankeinlagen.

- Je nach verfolgter Strategie beinhalten Hedge-Fonds eine mehr oder minder ausgeprägte aktive Management-Komponente. Insofern muss dem Fonds-Manager vertraut werden, dass gerade er die Entwicklung richtig einschätzen wird. In einem anderen Beitrag zeigen wir, dass aktive Strategien/Fonds meist unterdurchschnittlich abschneiden (siehe Link unten).

- Die Hedge-Fonds-Kosten sind mit z.B. 2 % p.a. des verwalteten Vermögens sehr hoch. Wir würden wegen der besseren Diversifikation sogar Dach-Hedge-Fonds bevorzugen, was weitere Kosten verursacht. Hinzu kommt z.B. eine Erfolgsgebühr von 20 % der erzielten Rendite. Unsere bisherigen ETFs im Muster-Depot kosten weit weniger als 1 % p.a. und sind in keinster Weise mit Erfolgsgebühren verbunden. In einem anderen Beitrag zeigen wir die Auswirkungen von Erfolgsgebühren auf die Rendite (Link unten).

Historie
Die durchschnittliche Entwicklung von Hedge-Fonds lässt sich anhand der Entwicklung entsprechender Hedge-Fonds-Indizes ablesen. Ein guter Index ist der Credit Suisse Tremont Hedge Index: Nach der kostenlosen Anmeldung auf www.hedgeindex.com erhält man Zugang zur historischen Entwicklung des Index, inklusive der Sub-Indizes für einzelne Strategien. Aus den Charts ist zu erkennen, dass Hedge-Fonds insgesamt im Crash von 2000 bis 2002 und in 2008 weniger stark abgestürzt sind als Aktien. Manche Strategien haben in den Crash-Jahren sogar besonders gut abgeschnitten. Hierzu gehören insbesondere Trendfolge-Strategien.



Fazit
Wir erwägen die Aufnahme von (Dach-)Hedge-Fonds mit bestimmten Strategien in das Muster-Depot. Entscheidend wird sein, inwiefern wir für die Zukunft mit schwankungsarmen Renditen rechnen können, die zudem gegenläufig oder unabhängig sind zu den Renditen von Anleihen und Aktien. In einer der kommenden Beiträge gehen wir weiter auf das Thema ein und betrachten konkrete Produkte.

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- Zum Thema Erfolgsgebühr bei Fonds
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