Eine Zahlungsunfähigkeit der griechischen Regierung ist besser als diese
durch Geldüberweisungen aus anderen Eurozone-Ländern abzuwenden. Hier
die Gründe.
Bei einer Zahlungsunfähigkeit der griechischen
Regierung würden Reformen in Griechenland zur Minderung der Ausgaben und
Erhöhung der Einnahmen zwingend ganz schnell umgesetzt. Beispiel: Der
Wegfall des 14. Monatsgehalts bei griechischen Beamten wäre auf einen
Schlag plötzlich Realität statt nur eine "Option, über die man
diskutieren könne". Eine Zahlungsunfähigkeit Griechenlands würde für
viele kommende Jahre solide Staatsfinanzen erzwingen. Denn wer kann das
Geld der anderen verschwenden, wenn er kein Geld von anderen erhält?!
Die Motivation anderer Staaten in der Eurozone zu soliden
Staatsfinanzen würde auf einen Schlag erhöht, weil man weiß, dass es
keine Rettungspakete gibt.
Dadurch würde auch der potentielle
Druck auf die Europäische Zentralbank genommen, durch eine Erhöhung der
Geldmenge eine Inflation zuzulassen. (Inflation führt zu einer Minderung
der in real gemessenen Staatsschulden). Und Inflation ist schlecht,
weil sie den Wert vergangener Arbeitsleistung (gespeichert als
Erspartes) aller Eurozone-Bürger mindert und zudem wirtschaftliches
Handeln von Unternehmen erschwert.
Der verminderte Druck auf die Europäische Zentralbank würde das
Vertrauen aller in die Geldwertstabilität des Euro erhöhen.
Wer
hätte unter einer Zahlungsunfähigkeit zu Leiden? Jeder der Zahlungen von
der Regierung erhält: Zins- und Tilgungszahlungen an die Gläubiger,
Gehälter an Staatsbedienstete, Transferleistungen an Bedürftige, wie
Rentner. Zuerst würden die Zahlungen an Gläubiger ausfallen. Wäre das so
schlimm? Man kann es so sehen: Die Gläubiger griechischer
Staatsanleihen sind nichts anderes als Spekulanten auf die
Zahlungsfähigkeit Griechenlands. Wären sie an soliden Geldanlagen
interessiert, hätten sie auch Anleihen mit höherer Bonität wählen
können. (Warum jedoch beschimpfen Politiker Anleger, die griechische
Staatsanleihen (bzw. das damit zusammenhängende Risiko) verkaufen als
Spekulanten?! Verkehrte Welt.)
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Curtis Schneekloth, PortfolioStrategie |
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