Lasst Griechenland Pleite gehen!



10:23 27.04.10

Eine Zahlungsunfähigkeit der griechischen Regierung ist besser als diese durch Geldüberweisungen aus anderen Eurozone-Ländern abzuwenden. Hier die Gründe.

Bei einer Zahlungsunfähigkeit der griechischen Regierung würden Reformen in Griechenland zur Minderung der Ausgaben und Erhöhung der Einnahmen zwingend ganz schnell umgesetzt. Beispiel: Der Wegfall des 14. Monatsgehalts bei griechischen Beamten wäre auf einen Schlag plötzlich Realität statt nur eine "Option, über die man diskutieren könne". Eine Zahlungsunfähigkeit Griechenlands würde für viele kommende Jahre solide Staatsfinanzen erzwingen. Denn wer kann das Geld der anderen verschwenden, wenn er kein Geld von anderen erhält?!

Die Motivation anderer Staaten in der Eurozone zu soliden Staatsfinanzen würde auf einen Schlag erhöht, weil man weiß, dass es keine Rettungspakete gibt.

Dadurch würde auch der potentielle Druck auf die Europäische Zentralbank genommen, durch eine Erhöhung der Geldmenge eine Inflation zuzulassen. (Inflation führt zu einer Minderung der in real gemessenen Staatsschulden). Und Inflation ist schlecht, weil sie den Wert vergangener Arbeitsleistung (gespeichert als Erspartes) aller Eurozone-Bürger mindert und zudem wirtschaftliches Handeln von Unternehmen erschwert.

Der verminderte Druck auf die Europäische Zentralbank würde das Vertrauen aller in die Geldwertstabilität des Euro erhöhen.

Wer hätte unter einer Zahlungsunfähigkeit zu Leiden? Jeder der Zahlungen von der Regierung erhält: Zins- und Tilgungszahlungen an die Gläubiger, Gehälter an Staatsbedienstete, Transferleistungen an Bedürftige, wie Rentner. Zuerst würden die Zahlungen an Gläubiger ausfallen. Wäre das so schlimm? Man kann es so sehen: Die Gläubiger griechischer Staatsanleihen sind nichts anderes als Spekulanten auf die Zahlungsfähigkeit Griechenlands. Wären sie an soliden Geldanlagen interessiert, hätten sie auch Anleihen mit höherer Bonität wählen können. (Warum jedoch beschimpfen Politiker Anleger, die griechische Staatsanleihen (bzw. das damit zusammenhängende Risiko) verkaufen als Spekulanten?! Verkehrte Welt.)



Die Befürworter von Überweisungen nach Griechenland meinen, eine Zahlungsunfähigkeit würde zu einem Domino-Effekt führen. Banken und andere Unternehmen, die von Zahlungen der Griechischen Regierung abhängen, würden insolvent. Und dies würde wiederum andere, die davon abhängen, insolvent machen.

Ich bin anderer Meinung: Am Ende steht nicht der Zusammenbruch des Abendlandes. Viele Bespiele für Insolvenz großer Schuldner zeigen, dass Domino-Effekte begrenzt sind. Kein einziger Grieche wird hungern oder frieren müssen.

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Deine 97 Euro für Griechenland

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