Die Woche vom 10. bis 14.Mai 2010
Die europäische Gemeinschaftswährung hat zweifelsohne eine turbulente Handelswoche hinter sich gebracht.
Die Gefühlslage schwankte zwischen Himmel-Hoch-Jauchzend und Zu-Tode-Betrübt (wobei Letzteres für den Wochenausklang gilt).
Eigentlich begann der Start in die neue Woche recht verheißungsvoll. Die EU hatte einen gigantischen Rettungsschirm für hochverschuldete Länder der Euro-Zone verabschiedet, um die europäische Währungsunion vor dem Verfall zu schützen. Zum Einen wurde ein Kreditrahmen von insgesamt 500 Milliarden Euro beschlossen, zum Anderen steuert der Internationale Währungsfonds (IWF) 250 Milliarden Euro zu dem finanziellen Schutzschirm bei. Darüber hinaus wird die Europäische Zentralbank (EZB) die Maßnahmen durch den Ankauf von Staatsanleihen und durch Operationen am Geldmarkt begleiten.
Das entschlossene Handeln der EU rief am Devisenmarkt extrem starke Reaktionen hervor. Man musste sich schon verwundert die Augen reiben, wenn man gesehen hat, mit welcher Euphorie auf diese Schutzmaßnahmen reagiert wurde. Nachdem die Vorwoche noch mit Kursen von knapp über 1,27 Dollar ausgeklungen war, wurden nun Kurszuwächse von mehr als drei US-Cent verbucht. Kurzzeitig nahm der Euro die Marke von 1,31 Dollar ins Visier.
Aber es kam wie es eigentlich kommen musste...Der Euro hatte damit bereits sein Pulver verschossen.
Nach und nach rückte bei den Marktteilnehmern ins Bewusstsein, dass der EU-Rettungsschirm zwar eine gewisse Sicherheit bietet, sich an dem eigentlichen Grundproblem jedoch nichts ändert. Nach wie vor stellt sich die Frage, wie die Schieflagen im Haushalt mancher Euro-Staaten langfristig beseitigt werden sollen. Zudem ist zu befürchten, dass sich die Schuldenkrise negativ auf die Wachstumsaussichten im Währungsgebiet auswirken.
Aber kommen wir nochmals auf die Euro-Kursentwicklung in dieser Woche zurück..
Im Anschluss an den besagten Höhenflug in Richtung 1,31 Dollar büßte der Euro im Wochenverlauf zusehends an Wert ein. Am Freitag (14.Mai) verschärfte sich der Abgabedruck weiter, so dass die Marke von 1,25 Dollar nachhaltig unterschritten wurde.
Zum besseren Überblick...die EZB-Referenzkurse vom 10. bis 14.Mai 2010:
1,2969 1,2698 1,2686 1,2587 1,2492
Fazit: Es hat sich in dieser Woche wieder gezeigt, dass Höhenflüge der europäischen Gemeinschaftswährung in diesen Tagen nur eine kurze Haltedauer haben. In absehbarer Zukunft dürfte sich daran nicht viel ändern.
Abgesehen von dem Thema Schuldenkrise in der Euro-Zone als Dauerbelastungsfaktor ist nicht zu vergessen, dass der US-Notenbank (Fed) bei weiterhin verbesserten konjunkturellen Rahmenbedingungen noch am ehesten der Übergang zu ersten Zinserhöhungsschritten zugetraut wird. Eine nachhaltige Kurserholung der europäischen Gemeinschaftswährung ist vor diesem Hintergrund derzeit nur schwer vorstellbar.
Thomas Krüger
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Thomas Krüger, wifikon.de |
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