Liebe Wirtschafts- und Finanzmarktinteressierte,
ich begrüße Sie recht herzlich zur siebzehnten Ausgabe meines Newsletters, der auf die Themen
WIRTSCHAFT FINANZMARKT und KONJUNKTUR fokussiert ist.
Der Monat Juni war an den Finanzmärkten stimmungsmäßig zunächst von den Haushaltsproblemen in der Euro-Zone bestimmt, ehe das Thema sukzessive in den Hintergrund gedrängt wurde. Dies lässt sich sehr gut am Kursverlauf der europäischen Gemeinschaftswährung ablesen. Nachdem das erste Monatsdrittel im Juni für den Euro noch durch einen verstärkten Abgabedruck gekennzeichnet war, konnte im zweiten Drittel eine Erholungsbewegung in Gang gesetzt werden...aber mehr dazu später...
Widmen wir uns erst einmal dem deutschen Aktienmarkt....
Der Deutsche Aktienindex DAX hat sich im Juni nach anfänglicher Schwächeneigung und einem Rutsch unter die 5.900er-Marke sehr zielstrebig präsentiert. Nachdem sich das deutsche Aktienbarometer in der ersten Juni-Woche noch kurz über 6.000 Punkte hievte, dann aber wieder den Rückwärtsgang einlegte und den besagten Rücksetzer vollzog, wurde im weiteren Monatsverlauf eine regelrechte Kursrally gestartet, die den DAX ohne größere Unterbrechungen weit über 6.200 Punkte trieb. Im letzten Monatsabschnitt kam es dann wieder zu stärkeren Gewinnmitnahmen, welche die starke Monats-Performance etwas schmälerten.
Fazit:
In den kommenden Tagen und Wochen muss sich zeigen, ob die Gute-Laune-Börsianer das Zepter weiter in der Hand halten und dem DAX noch weitere Index-Zuwächse blühen. Angesichts der starken Performance im Beobachtungszeitraum (von immerhin 500 Punkten seit Ende Mai) sollte ein eingeschränkter Aufwärtsdrang nicht wirklich überraschen. Auf kurze Sicht wird es jetzt erst einmal darauf ankommen, wie sich die wirtschaftlichen Fundamentaldaten sowie die Unternehmensmeldungen präsentieren und wie sich die Stimmung unter den Anlegern weiter entwickelt.
Die europäische Gemeinschaftswährung hat ihren seit Monaten bestehenden Abwärtstrend im Juni fortgesetzt und bei 1,1875 Dollar ein Vier-Jahres-Tief markiert. Nachdem im Mai ein Monatsdurchschnitt von 1,2565 $ verbucht wurde und der EZB-Referenzkurs am 31.Mai bei 1,2307 $ festgestellt worden war, verschärfte sich die Situation für den Euro in der zweiten Juni-Woche drastisch, ehe im weiteren Verlauf eine technische Erholungsbewegung um gut fünf US-Cent eingeleitet werden konnte. Bei Kursen von über 1,24 Dollar kam es dann wieder zu stärkeren Gewinnmitnahmen.
Nachfolgend seien ein paar Eckdaten aus dem Monat Juni (EZB-Referenzkurs) genannt:
1.Juni 1,2155 4.Juni 1,2060 7.Juni 1,1959 11.Juni 1,2127
14.Juni 1,2249 18.Juni 1,2372 21.Juni 1,2391 25.Mai 1,2294
Fazit: Zuletzt konnte sich die europäische Gemeinschaftswährung wieder etwas berappeln und ließ die desaströsen Kursverluste der Vorwochen in Vergessenheit geraten. Der Kurssturz auf das besagte Vier-Jahres-Tief von 1,1875 kann getrost als Übertreibung angesehen werden. Wie geht es nun aber weiter mit dem Euro?
Viel wird sicherlich davon abhängen, wie sich die Stimmung an den Aktienmärkten darstellen wird. Steigt die Stimmung bei den Investoren und somit die Risikobereitschaft, so sind dem Euro auch wieder Kurse von über 1,25 $ zuzutrauen. Die Haushaltsprobleme mancher Euro-Staaten scheinen in den Köpfen der Marktteilnehmer zumindest gegenwärtig keine allzu große Rolle zu spielen. Es bleibt abzuwarten, welche Überraschungen der Juli bereit hält...
Werfen wir nun aber mal einen Blick auf die konjunkturellen Entwicklungen im Monat Juni.
Im Einzelnen waren dies (in chronologischer Reihenfolge):
10.Juni...die vierteljährlichen Prognosen der EZB...
15.Juni...die ZEW-Konjunkturerwartungen im Juni...
16.Juni...die Industrieproduktion in den USA im Mai...
22.Juni...der Ifo-Geschäftsklimaindex im Juni...
23.Juni...der Zinsentscheid der US-Notenbank (Fed)...
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Thomas Krüger
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Thomas Krüger, wifikon.de |
Nach 20 Jahren Bankerfahrung im Finanzmarktbereich und einer Zusatzqualifikation als Betriebswirt mit
Schwerpunkt Finanzwesen an der BWA St.Gallen hat es sich Thomas Krüger zur Aufgabe gemacht, Licht ins Dunkel
der Welt der Leitzinsen und Wirtschaftsbarometer zu bringen.
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