Mit dem Erwerb der Aspera GmhH hat die USU Software AG nicht nur eine sehr schöne, sondern auch eine stark wachstumsfähige Tochter akquirieren können. Mit der Konsolidierung von 51 % wird sich in der Bilanz ein spürbarer Ertragsticker ergeben, denn die Aspera hat ein Produkt, das schon quasi den Charakter eines Selbstläufers hat.
„Lizenzmanagement“ heißt das Zauberwort, das durch die gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht nur in mittelständischen, sondern auch in Großunternehmen hoch aktuell ist. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass bisher nur die Hälfte aller Unternehmen, die Software-Lizenzen nutzen, das Lizenzmanagement umgesetzt haben. Dies erklärt die hohen Margen und Wachstumsraten, die Aspera einfahren kann. Es erstaunt daher nicht, dass die konservativen Schwaben innerhalb der nächsten 2 Jahre auch die restlichen 49 % der Anteile der Aspera sich einverleiben wollen. Denn eines ist klar:
Je größer der Anteil von Aspera ist, umso höher ist das Ergebnis je Aktie bei USU selbst. Der Durchschnitt der Analysten liegt für 2010 bei 25 Cent (ohne Aspera) und der Ergebnisbeitrag, der durch die ersten 51 Cent von Aspera kommt, liegt pro USU Aktie bei ca. 5 Cent. Wenn der Umsatz bei Aspera überdurchschnittlich zulegen kann, dann müsste unter normalen Bedingungen auch der ausgewiesene Jahresüberschuss zulegen können. Dieser wird von USU auf ca. 1,5 Mio. Euro für das laufende Geschäftsjahr 01.04. – 31.03 veranschlagt - dabei macht Aspera in diesem Jahr nur 4 Mio. Euro Umsatz.
Für die neue Tochter bezahlt USU 1,5 Mio. Euro in cash und den Rest mit einer Kapitalerhöhung aus USU Aktien, die mit einer entsprechend langen look up Frist verbunden sind. Nach dieser Zahlung bleibt der schuldenfreien USU noch ein cash Bestand von 9,5 Mio. Euro – ca. 1 Euro je Aktie. Dabei sollten sich potentielle Anleger vor Augen halten, dass die liquiden Mittel zum Jahresende nochmals deutlich anwachsen sollten, denn USU hat sich zum Ziel gesetzt, besser als der europäische IT-Markt zu performen. D. h. die Schwaben müssen im zweiten Halbjahr noch einen ordentlichen Gang zulegen und dies wird sich auch im kassenbestand niederschlagen.
Die Börse hat die letzte Woche bekannt gegebene Akquisition noch kaum registriert, denn der Kursanstieg war nur sehr moderat. Vielleicht liegt es auch am allgemeinen Börsenklima oder an der
Fußball-WM. Gerade diese Phase sollten mittelfristig orientierte Value-Investoren nutzen, um sich günstig Aktien von einem Qualitätstitel wie USU zu sichern.
Christoph Martin
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