Ein bisschen erinnert der langfristige
Kursverlauf der SolarWorld-Aktie an die Charts vieler Technologie-Titel
in den Jahren vor und nach der New Economy-Kursblase – auch hier folgte
auf einen schnellen Kursanstieg ein fulminanter Einbruch. Unter Börsianern
ist für solche Aktien die Phrase „What goes up, must come down“ bekannt.
Oder anders ausgedrückt, „was hoch steigt, kann tief fallen“.
Das Auf und Ab der SolarWorld-Aktie
lässt sich anschaulich beschreiben. Bis zum Jahr 2004 fristete der Titel
ein Schattendasein und dümpelte zeitweise als unbeachteter Pennystock vor
sich hin. Per 2. September 2004 hatte sich die Aktie auf 3,70 Euro vorgearbeitet.
Nur ein Jahr später war der Titel auf 12 Euro geschossen – Solartechnik
war plötzlich „In“, und immer mehr Anleger folgten dem Trend. Per 02.
September 2006 hatte sich die Aktie erneut in verdoppelt und notierte bei
24,06 Euro, am 02. September 2007 sogar bei 36,24 Euro. Nur wenig
später wurden zwischenzeitlich Höchstkurse von mehr als 45 Euro erreicht.
Am 02. September 2008 hatte die Aktie schon leicht an Boden verloren und
stand bei 34,76 Euro. Anschließend erfolgte ein regelrechter Absturz, SolarWorld
notierte Anfang September 2009 nur noch bei 13,73 Euro. Zwar hatten auch
viele andere Aktien in der Finanzkrise stark an Wert eingebüßt, aber im
Solarsektor blieb die anschließende Erholung aus – zuletzt fiel die Aktie
auf die 9 Euro-Marke zurück und notierte damit nahe des 5-Jahres-Tiefs.
Dabei schien es fundamental zuletzt
gar nicht so schlecht auszusehen. Erst vor wenigen Wochen gab SolarWorld
bekannt, dass der Umsatz im 1. Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum
um rund 50 Prozent auf mehr als 600 Mio. Euro zugelegt hat. Allerdings
haben zugleich die Gewinnspannen des Solarkonzerns immer weiter abgenommen.
Zuletzt lag die Betriebsergebnis-Marge nur noch bei 13,3 Prozent, nach
stolzen 20 Prozent im Vorjahreszeitraum.
Viele Analysten zeigten sich im Konsens
eher skeptisch. Als Hauptargument führten sie den Kostennachteil gegenüber
der asiatischen Konkurrenz an, was letztlich zu dem beobachteten Margendruck
führte. Zudem könnten für die Branche in Deutschland nächstes Jahr weitere
regulatorische Eingriffe bevorstehen. Allerdings konnten die Analysehäuser
auch nicht ausschließen, dass die negativen Faktoren bereits im Aktienkurs
eingepreist sein könnten.
Vorstandschef Frank Asbeck zeigte sich
jedenfalls optimistisch. Er führte aus, dass die weltweiten Produktionsstandorte
von SolarWorld mit Vollauslastung arbeiten und das Unternehmen in eine
hochmoderne und effiziente Fertigung investiert. Letzteres steht im Einklang
mit der Strategie von SolarWorld, auf Qualität zu setzen und sich damit
von der Billigkonkurrenz abzuheben. Weiterhin erwartete Asbeck ein starkes
Wachstum der europäischen Märkte, zu denen das Unternehmen aufgrund relativ
kurzer Transportwege eine sehr gute Anbindung besitzt.
Anlagemöglichkeiten
Konservative Anleger, die auf die SolarWorld-Aktie
setzen möchten, könnten sich neben einer Direktinvestition für Diskontzertifikate
interessieren. Diese sind günstiger als die Aktie. Die Auszahlung ist dafür
auf einen Höchstbetrag (Cap) begrenzt.
Zum Beispiel weist das Diskontzertifikat
DB6TDU der Deutschen Bank auf die SolarWorld-Aktie zurzeit einen Risikopuffer
in Höhe von 29 Prozent bei einer jährlichen Seitwärts-Chance von aktuell
15 Prozent auf. Der Höchstbetrag (Cap) liegt bei 8 Euro. Das Zertifikat
läuft bis zum 14. Dezember 2011.
Offensiver ist das Zertifikat DB4W3S
mit gleicher Laufzeit. Dieses weist ein Cap von 12 Euro auf. Der Risikopuffer
beträgt aktuell lediglich 15 Prozent und die Seitwärts-Chance 14 Prozent
pro Jahr. Im Gegenzug für das höhere Risiko sind maximal momentan bis zu
37 Prozent pro Jahr möglich.
Einen Kapitalschutz gibt es bei Diskontzertifikaten
nicht.
| Diskont-Zertifikate auf SolarWorld | ||
| WKN | DB6TDU | DB4W3S |
| ISIN | DE000DB6TDU2 | DE000DB4W3S2 |
| Höchstbetrag (Cap) | 8,00 Euro | 12,00 Euro |
| Seitwärtsrendite p.a. | 14,80 % | 13,55 % |
| Maximalrendite p.a. | 14,66 % | 37,42 % |
| Rabatt | 29,22 % | 15,08 % |
| Bezugsverhältnis | 1:1 | 1:1 |
| Laufzeit | 14. Dezember 2011 | 14. Dezember 2011 |
| Aktueller Kurs | 6,71 Euro | 8,05 Euro |
|
Nicolai Tietze, X-markets Team Deutsche Bank |
Nicolai Tietze ist verantwortlich für die Hebelprodukte des X-markets Team der Deutschen Bank. Vor seinem Einstieg in das X-markets Team war er bei der Deutschen Bank Aktienhändler und dort zuständig für die deutschen Konsumwerte. In seiner Funktion als Derivate-Experte entwickelt er auch Strategie- und Themenzertifikate.
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