Der Yen befindet sich seit Monaten in einem Höhenflug. Gegenüber dem US-Dollar ist die japanische Währung sogar auf den höchsten Stand seit 1995 gestiegen und im Vergleich zum Euro ist der Yen so stark wie seit dem Jahr 2001 nicht mehr. Das ist durchaus erstaunlich, denn Japans Wirtschaft zeigt derzeit alles andere als Stärke. Zudem liegt der Leitzins bei null Prozent, was die Währung ebenfalls nicht attraktiv erscheinen lässt. Die Ursache für die Aufwertung des Yens ist daher in erster Linie die gestiegene Risikoaversion an den Märkten. Die Anleger suchen wieder mehr Sicherheit - und die scheint der Yen zu bieten.
Der Yen
bietet Sicherheit
Vor allem
spricht der Leistungsbilanzüberschuss für den Yen, denn Japan ist
dadurch nicht
auf ausländisches Kapital angewiesen, um sich zu finanzieren, wie dies
z.B. in
den USA der Fall ist. Die relative Stabilität des Finanzsystems, das
kaum von
der Immobilienkrise in den USA betroffen war, spricht ebenfalls für den
Yen als
sicherer Anlagewährung. Schließlich ist auch die geografische Nähe zur
Boomregion Ostasien ein großer Pluspunkt. Nur noch 16 Prozent der
japanischen
Exporte gehen in die USA, vor einem Jahrzehnt waren es noch mehr als 30
Prozent. Mehr als die Hälfte der Ausfuhren werden dagegen von Asien
absorbiert.
Das gibt der Wirtschaft Stabilität, denn auch wenn Ostasien mit China
an der
Spitze im kommenden Jahr langsamer expandieren wird, es bleibt der
Wachstumspol
der Weltwirtschaft und Japan profitiert davon.
Fällt
USD/JPY auf 55 Yen?
Die sich
deutlich abkühlende US-Konjunktur und die Finanzierungsschwierigkeiten
in der
Eurozone auf der einen Seite sowie die relative Stabilität des Yens auf
der
anderen Seite. Diese Situation wird sich nicht so schnell ändern. Die
meisten
Devisenexperten aus den Banken gehen daher von einer weiteren
Aufwertung der
japanischen Währung gegenüber dem Euro und dem Dollar aus. Dabei ist es
durchaus möglich, dass USD/JPY unter das bisherige Allzeittief aus dem
Jahr
1995 fällt, denn allein schon die Deflation in Japan bedingt eine
Aufwertung
des Yens: Seit 1995 sind die Konsumentenpreise in Japan um
durchschnittlich 0,1
Prozent pro Jahr gefallen, während sie in den USA um 2,5 Prozent pro
Jahr
gestiegen sind. Um diesen Kaufkraftverlust auszugleichen, müsste der
Yen
permanent aufwerten. Den Experten der Deutschen Bank zufolge entspräche
real
gesehen - d.h. unter Berücksichtigung der Inflationsraten - ein
Wechselkurs von
55 JPY je Dollar dem Tief von 79 JPY aus dem Jahr 1995. Daraus
abzuleiten,
USD/JPY müsste bis auf 55 JPY fallen, ist zwar übertrieben, aber es
verdeutlicht das Aufwertungspotenzial für den Yen. In Japans Regierung
und vor
allem bei den Exportunternehmen sieht man das natürlich nicht so. Der
starke
Yen wird als große Gefahr gesehen. Die Bank of Japan hat in einer
Notsitzung
beschlossen, weiteres Geld in die Märkte zu pumpen, um die Deflation zu
bekämpfen und die Aufwertung zu stoppen. Der nächste Schritt könnte
eine
direkte Intervention am Devisenmarkt sein. Erfahrungsgemäß bringen
diese aber
keine Trendwende, sondern allenfalls kurzfristige Kursausschläge.
Fazit
Der Yen
wird bei den Anlegern weiter gefragt bleiben als Versicherung gegen
einen
Abschwung der Weltkonjunktur. Gestoppt werden könnte dieser Trend nur,
falls
die US-Wirtschaft sich deutlich besser entwickelt als derzeit
angenommen. Dann
könnte der Dollar gegenüber dem Yen wieder steigen. Interventionen der
Bank of
Japan dürften nur kurzfristig Erfolg haben und sind eher als günstige
Gelegenheit zum Einstieg in eine Short-Position auf USD/JPY oder
EUR/JPY zu
sehen.
Ihre
Devisen-Trader
Redaktion
http://www.devisen-trader.de
|
Herr Dr. Rettinger, Devisen-Trader |
Der Devisen-Trader ist der einzige reine Devisen-Börsenbrief, der zudem noch ein Musterdepot führt, welches ausschließlich mit Devisen geführt wird. Empfohlen werden sowohl Hebelzertifikate und (Turbo-) Optionsscheine auf Devisen, wie auch Direktinvestments. Gemanagt wird das Musterdepot von Dr. Detlef Rettinger. Der diplomierte Volkswirt verfügt über langjährige Erfahrung und ausgezeichnete Referenzen im Bereich Devisen und Derivate. Mehr Informationen unter www.devisen-trader.de.
Alle Artikel dieses Autors anzeigen |
|
BANK OF IRELAND - ... H. Weygand, Godmode-Trader (14:21) |
|
|
DAX Aufwärtstrend in ... Thomas Heydrich, Systemstrading.de (13:05) |
|
|
Eine auffallende ... Boris Schulze, Trendspekulant (12:42) |
|
|
Goldproduzent Agnico-... Björn Junker, GOLDINVEST.de (12:28) |
|
|
Sorgenkind Stahl ... Cornelia Frey, Börse Stuttgart AG (11:22) |
|
|
Unrecht als rentable ... Norbert Lohrke, Globalyze Invest AG (10:51) |
|
|
Wenig Rückenwind Berndt Ebner, Der-Trading-Coach.com (10:16) |
|
|
Wie weit geht die ... Jochen Steffens, Stockstreet GmbH (10:12) |
|
|
Deutscher Aktienmarkt ... IG Markets, (10:06) |
|
|
DAX Future ... trading notes future, (10:05) |
|
|
Erst Informieren - dann ... Lars Brandau, Deutscher Derivate Ve. (10:04) |
|
|
First Berlin - BALDA ... First Berlin Equity Re., (09:47) |
|