Das war die gute Nachricht, auf die die Märkte lange gewartet haben: Der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe in den USA stieg im August von 55,5 auf 56,3 Punkte. Gerechnet worden war – im Einklang mit den übrigen zuletzt schwachen Konjunkturdaten – mit einem Rückgang. Der ISM-Index ist einer der aussagekräftigsten Konjunkturindikatoren und wird durch eine Umfrage unter den Einkaufsmanagern der Unternehmen ermittelt. Erfragt werden Einschätzungen zu Produktion, Auftragslage, Preisentwicklung, Lagerbeständen usw. Der im Grunde ja nur leichte Anstieg hat die Befürchtungen über eine neue Rezession der US-Wirtschaft zerstreut – das ist das Entscheidende. Aber davon gingen wir ohnehin nicht aus. Allerdings wird sich die Abkühlung der Konjunktur in den USA und weltweit fortsetzen. Auch der ISM-Index dürfte in den nächsten Monaten fallen, darauf deuten der Rückgang bei den Auftragseingängen und der Anstieg der Lagerbestände hin.
US-Arbeitsmarktdaten
besser als
gedacht
Die
Arbeitsmarktdaten
aus den USA überraschten dann ebenfalls positiv. Insgesamt gab es zwar
ein
Minus von 51.000 Beschäftigten, dafür ist aber die Volkszählung in den
USA
verantwortlich. Die zu diesem Zweck vom Staat temporär eingestellten
Helfer
drängen nun wieder auf den Arbeitsmarkt. Aussagekräftiger ist daher die
Entwicklung in der Privatwirtschaft und dort wurden im August mehr
Arbeitsplätze geschaffen als erwartet. Die Zahlen der beiden Vormonate
wurden
ebenfalls nach oben korrigiert. Lediglich die Trotzdem reicht der
aktuelle
Beschäftigungszuwachs nicht aus, um die hohe Arbeitslosenquote von 9,6
Prozent
zu senken. Der ISM-Index für das nicht-verarbeitende Gewerbe, womit vor
allem
der Dienstleistungssektor gemeint ist, fiel unerwartet stark von 54,3
auf 51,5
Punkte. Das dämpfte die kurzfristig am Aktienmarkt aufgekommene
Euphorie
wieder.
Autoaktien
legen zu
Die neuen
Zahlen vom Automarkt in den USA gaben den Aktien der deutschen
Hersteller
Auftrieb. Insgesamt war die Entwicklung der Autoverkäufe zwar nicht
berauschend,
aber vor allem Daimler und auch BMW und VW konnten im Vergleich zur
Konkurrenz
gut abschneiden. Der Automarkt in den USA hat sich jedoch noch nicht
normalisiert, daran konnten selbst die vehementen Kaufanreize der
Hersteller
nichts ändern. Die Daimleraktie legte nach dem erfolgreichen Test der
Unterstützung bei 37,70 Euro in den letzten Tagen kräftig zu und hat
dabei auch
den kurzfristigen Abwärtstrend gebrochen. Das Erreichen der
Gewinnschwelle im
LKW-Bereich gibt der Aktie zusätzlich Auftrieb. Unter Verkaufsdruck
stand
dagegen die Aktie der Deutschen Bank. Ein negativer Analystenkommentar
hinsichtlich der Risiken einer vollständigen Übernahme der
Postbank-Anteile
drückte den Titel. Charttechnisch droht nun ein weiterer Kursrückgang.
DAX wieder
erholt
Der DAX
konnte wieder über 6.000 Punkte steigen, das ist positiv.
Charttechnisch hat
die Unterstützung bei 5.850 Punkten ein weiteres Abrutschen des Index
verhindert. Mehr als eine Rückkehr in den Seitwärtstrend ist dies
jedoch noch
nicht. Am Freitag stieg der Index kurzzeitig bis zum Widerstand bei
6.170
Punkten, scheiterte aber an dieser Marke.
Fazit:
Vor all die
positive Überraschung beim ISM-Index hat die Konjunkturpessimisten
vorerst
widerlegt. Doch die Wirtschaftsdaten in den nächsten Monaten werden
weiterhin
eher enttäuschend ausfallen. Das wird die Börsen bremsen.
Erfolgreiche Investments wünscht
Ihr
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S. Böhm, DaxVestor |
Der DaxVestor ist Deutschlands großer DAX-Börsenbrief und legt seinen Fokus auf Aktien, Optionsscheine und Hebelzertifikate. Es wird eine reines DAX-Musterdepot geführt, welches von Stefan Böhm gemanaged wird. Der diplomierte Volkswirt verfügt über langjährige Erfahrung und ausgezeichnete Referenzen im Bereich Aktien und Derivate. Mehr Informationen über das vielfältige Leistungsangebot und weitere Zusatzleistungen erhalten Sie unter www.dax-vestor.de.
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