Aktueller Wochenrückblick



08:17 06.09.10

In der vergangenen Handelswoche gab es zwar keine positiven Nachrichten, die Befürchtungen waren jedoch noch schlechter. Somit haben sich die Befürchtungen, die sich seit mehreren Wochen in den Kursen der Aktienmärkte wiederspiegeln, nicht bewahrheitet. Die Angst vor einem erneuten Abgleiten in den USA ist noch nicht vom Tisch. Allerdings wird dieses Szenario mit den neuen Daten etwas unwahrscheinlicher.

Nachdem der DAX noch mit einem Minus am Montag in die neue Börsenwoche startete, sorgte bereits der Mittwoch für Kauflaune auf dem Börsenparkett. Von China über Europa bis in den USA sorgte die Veröffentlichung zahlreicher Konjunkturindikatoren für steigende Kurse. Die Einkaufsmanagerindizes sind überall positiv ausgefallen und der ISM-Index in den USA für das verarbeitende Gewerbe sorgte nur bei den Marktteilnehmern für lange Gesichter, die auf fallende Kurse gewettet hatten. In Deutschland sorgten positive Nachrichten aus dem Maschinenbau für Kauflaune. Der Branchenverband VDMA meldete ausgezeichnete Auftragseingänge. Am Freitag sorgte ein klar über den Erwartungen ausgefallener Bericht zum Arbeitsmarkt in den USA für steigende Kurse.

Am Ende ging der DAX mit einem Wochengewinn von 3,1 Prozent ins Wochenende und konnte damit nach drei Verlustwochen erstmals wieder einen Wochengewinn verbuchen. Der DAX hat damit mühelos die 6.000er Marke wieder überwunden und notiert aktuell bei 6.134,6 Punkten. Dies ist ein Gewinn von 183 Punkten gegenüber dem Schlussstand der Vorwoche.



Unter den DAX-Aktien legten die Papiere von HeidelbergCement, dem ewigen Verlierer der vergangenen Wochen deutlich zu. Die Aktie erzielte mit einem Wochengewinn von 8,7 Prozent den höchsten Wochengewinn. HeidelbergCement profitierten von einer Rally der europäischen Bauwerte. Hier hatten Vinci und Bouygues aus Frankreich überraschend gute Daten vorgelegt. Die Aktie von HeidelbergCement notiert aktuell bei 34,52 Euro. Von der wieder besseren Konjunkturerwartung profitierten besonders die zyklischen Aktien, allen voran die Titel aus dem Automobilsektor. Aktien von Daimler legten mit einem Wochengewinn von 8,5 Prozent auf 41,65 Euro deutlich zu. Die Aktie profitierte dabei von starken Absatzzahlen in den USA. Auch die Hochstufung von Sell auf Buy durch die UBS-Analysten beflügelte den Kurs des schwäbischen Automobilherstellers. Der LKW-Bauer MAN plant sein China-Geschäft anzukurbeln. Zusammen mit Sinotruk, an dem MAN einen 25-Prozent Anteil hält, soll eine neue LKW-Marke mit neuen Modellen etabliert werden. MAN-Papiere legten 6,8 Prozent zu und notieren bei 73,14 Euro.

Unter Druck standen in der vergangenen Woche dagegen die defensiven Aktien, die sich in den letzten Wochen gut gehalten haben und deshalb der guten Wochenentwicklung nicht folgen konnten. Den höchsten Wochenverlust von 2,7 Prozent erzielten trotz bestätigter Jahresziele die Papiere von Fresenius. Die Aktie gab auf 43,53 Euro nach. Auf der Verliererseite gaben Infineon um 2,4 Prozent nach auf 4,50 Euro nach. Infineon hat sich mit dem US-Konzern Intel über den Verkauf der Handychip-Sparte geeinigt. Die Commerzbank-Analysten bescheinigten der Infineon-Transaktion eine gute Abwicklung zu einem vernünftigen Preis. Intel habe der Übernahme der Wireless-Sparte von Infineon für 1,4 Mrd USD in bar zugestimmt. Damit werde das Segment mit dem 0,75-fachen des geschätzten Umsatzes für 2011 bewertet. Der Verkaufspreis liege im erwarteten Rahmen der Experten, allerdings unter den ambitionierten Prognosen des Marktes. Unter Druck waren auch die Papiere der Deutschen Telekom, die im Wochenverlauf 0,4 Prozent auf 10,36 Euro verlor. Impulse könnten allerdings von der IFA kommen und den Kurs wieder beflügeln.

Nachdem das Negativszenario in der letzten Handelswoche vertrieben wurde, dürfte es auch in den kommenden Handelstagen zu Kursgewinnen kommen. Die Stimmung schwenkte mit den jüngsten Veröffentlichungen wieder in den positiven Bereich. Die Kursverluste und Ängste der vergangenen Wochen galten damit als übertrieben.

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Über den Autor
 
Autor: Jürgen Schwenk Jürgen Schwenk,
Herausgeber Bullenbrief

Während seines Studiums mit dem Schwerpunkt Bank lernte Jürgen Schwenk verschiedene Abteilungen einer Großbank kennen. Nachdem es ihm gerade der Umgang im Privatkundengeschäft mit der Wertpapierberatung angetan hatte, wurde der Grundstein für sein umfangreiches Börsenwissen gelegt. Im Studium vertieft er die Fachrichtung rund um die Wertpapiere und schrieb schließlich in diesem Fach im Jahr 2000 seine Diplomarbeit über "Elektronische Handelsplattformen als Konkurrenz zu traditionellen Börsen". Heute ist dies mit dem außerbörslichen Handel bereits Realität geworden. Nachdem Jürgen Schwenk bei der ehemaligen Hypo Bank und der fusionierten HypoVereinsbank genügend Praxis gesammelt hatte, wechselte er beruflich direkt an den Puls der Börse und lies sich in Frankfurt am Main nieder. Dort analysierte er neben den Börsenentwicklungen für die Bullenbrief-Ausgaben die Entwicklungen und Risiken von Deka-Fonds. Inzwischen blickt der Autor auf professionelle Börsenerfahrung seit 1997 zurück, die geschickt und unterschwellig in die wöchentlichen Börsenbrief-Ausgaben einfließen.

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