Wochenausblick: Limitiertes Aufwärtspotenzial



10:56 06.09.10

Trotz kräftiger Kurszuwächse in der Vorwoche zeigen sich die meisten Analysten reserviert. Nach nunmehr fast fünf Monaten in einer engen Handelsspanne glauben sie nicht mehr so recht an einen Ausbruch nach oben.

6. September 2010. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Anders als befürchtet entpuppt sich der „Angstmonat“ September bislang als Glücksbringer. Pünktlich zum Monatsbeginn am vergangenen Mittwoch drehten die Aktienmärkte ins Plus, im Wochenvergleich sind satte Zuwächse von 3 Prozent zu verzeichnen. Auslöser waren positive Überraschungen beim ISM-Einkaufsmanagerindex und bei den US-Arbeitsmarktzahlen. Die ließen die Rezessionsängste zumindest ein wenig kleiner werden.

Datenarme Woche

Die meisten Marktbeobachter gehen aber nicht davon aus, dass das so weitergehen wird. Skepsis macht sich wieder breit. Die neue Handelswoche wird angesichts nur weniger US-Konjunkturdaten kaum neue Impulse bieten. In den USA ist nur die Handelsbilanz von Relevanz, aus Deutschland werden Auftragseingänge, Industrieproduktion und Exporte interessieren. Daneben richten Markteilnehmer ihre Aufmerksamkeit noch auf das Treffen der EU-Finanzminister am Montag und des Baseler Ausschusses für die Bankenaufsicht am Dienstag. Außerdem tagen die japanische und die englische Notenbank. Der DAX liegt am Montagmorgen bei 6.159, der Nikkei war mit 9.301 aus dem Handel gegangen.

Gefahrenpotenzial eingeschränkt



Aufgrund fehlender Daten in der neuen Woche ist das Gefahrenpotenzial von fundamentaler Seite laut Michael Köhler von der LBBW begrenzt. Die deutschen Zahlen sollten ihm zufolge eine Fortsetzung des positiven Trends zeigen und eher eine Erholung untermauern. „Damit bietet sich dem DAX durchaus die Chance, sich in kleinen Schritten etwas weiter von der gerade erst zurückeroberten 6.000 Punkte-Marke abzusetzen“, meint Köhler.

Ein wirklich Abkoppeln vom internationalen Umfeld sei aber wenig wahrscheinlich: „Das Aufwärtspotenzial bleibt mithin vorerst limitiert“, heißt es. Auch das Bankhaus Metzler zeigt sich nicht gerade euphorisch: „Das Gespenst eines Aufschwungs ohne Jobs ist keineswegs verflogen“, schreiben die Analysten. Nur scheine nach der Serie von zuletzt äußerst enttäuschenden US-Konjunkturdaten zu viel Pessimismus aufgebaut worden sein.

Verharren in der Handelsspanne

Klaus Stabel von ICF Kursmakler erwartet, dass sich der DAX bis zum Beginn der neuen Berichtssaison im Oktober innerhalb einer Handelsspanne von 5.800 bis 6.300 Punkten bewegen wird. Er verweist auf die so genannten Trading Envelopes, eine andere Darstellung der Bollinger Bänder. „Eine gute Zahl der US-Einkäufer in den USA führte dazu, dass sich die Kurse von der unteren Begrenzung lösen konnten und sich wieder auf die Mitte dieses Feldes zu bewegt haben“, erklärt er.


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