Nun bin ich aus der warmen Provence ins kalte und regnerische Deutschland zurückgeflogen. Es hat gut getan, noch ein paar Tage bei 30 Grad die Sonne und den Sommer zu genießen, auch wenn ich den größten Teil des Tages natürlich gearbeitet habe. Trotzdem, ein Frühstück draußen, mittags eine Pause am Pool, abends grillen. Es sind die Kleinigkeiten, die auch einen anstrengenden Arbeitstag angenehmer machen können. Aber siehe da, kaum bin ich hier, scheint auch in Deutschland wieder die Sonne. So soll es sein. Ich hoffe, dass wir alle wenigstens einen schönen September und einen goldenen Oktober erleben – vielleicht sogar an den Börsen. Und damit zum Markt:
Weitere positive Nachrichten vom US-ImmobilienmarktSie erinnern sich, ich hatte bereits vor einiger Zeit geschrieben, dass ich vermute, die Situation auf dem US-Immobilienmarkt werde sich spätestens gegen Ende des Jahres deutlich verbessern. Zurzeit kommen immer mehr Nachrichten, die bereits jetzt eine leichte Verbesserung anzeigen. So ist gestern nach Angaben des Immobilienmaklerverbands der Index zu den schwebenden Häuserverkäufen für Juli um saisonbereinigte 5,2 % angestiegen. Das ist der erste Anstieg nach zwei schwachen Monaten. Analysten hatten mit einem Rückgang um ein Prozent gerechnet. Fairerweise muss man natürlich sagen, dass das eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau darstellt. Auf Jahressicht ergibt sich nämlich immer noch ein Einbruch um 19,1 %. Doch die US-Konjunkturdaten werden immer in Relation zu den vergangenen Monaten betrachtet. Und selbst wenn sich eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau abzeichnet, wäre das für die Entwicklung der Kurse an den US-Märkten sicherlich förderlich.
Arbeitsmarktbericht über den ErwartungenUnd selbst der US-Arbeitsmarktbericht überraschte positiv und das obwohl der ADP-Bericht etwas anderes vermuten ließ: Im August sind lediglich 54.000 Stellen gestrichen worden. Analysten hatten jedoch mit einem Minus von 108.000 Stellen gerechnet.
Aber auch hier wirken sich noch die Stellen aus, die im Zusammenhang mit der Volkszählung in den USA gestrichen wurden. So wurden im privaten Bereich 67.000 Stellen geschaffen. Hier hatten die Analysten lediglich mit 40.000 gerechnet. Ebenso erfreulich ist, dass die Anzahl der von privater Seite geschaffenen Stellen im Juli von zuvor 71.000 auf nunmehr 107.000 revidiert wurde.
Das könnte was werden zum Jahresende, insbesondere wenn das Weihnachtsgeschäft noch weitere Arbeitsplätze schafft. Sehr interessant ist im Zusammenhang mit dem Immobiliensektor, dass in der Baubranche ein Stellenwachstum von 19.000 Stellen zu verzeichnen ist. Das ist das erste Wachstum seit vier Monaten.

Also eigentlich hätte der Börsenhimmel voller Geigen hängen können, doch eine Nachricht trübte die allgemeine Freude:
Der ISM-Dienstleistungsindex ist von zuvor 54,3 auf nunmehr 51,5 Punkte gefallen und rückt damit gefährlich nahe an die 50-Punkte-Marke. Werte über 50 signalisieren ein Wachstum, Werte unter 50 weisen hingegen auf eine Schrumpfung des Dienstleistungssektors hin.

Es ist nun schwierig, diesen Dissens zwischen dem ISM-Index des verarbeitenden Gewerbes und dem Dienstleistungsindex zu interpretieren. Da die Krise zunächst hauptsächlich eine Krise des Dienstleistungssektors gewesen ist, könnte die positive Entwicklung im verarbeitenden Gewerbe tatsächlich richtungsweisend sein.
Zwei gute, eine schlechte Nachricht. Der Markt konnte sich zunächst im positiven Bereich halten. Das lässt hoffen, dass die nächste Woche weiter positiv verläuft. Schließlich muss ja auch noch das Alpha-Target erreicht werden.
Zahlen verbessern sichInsgesamt bestätigen auch diese Nachrichten die hier bereits vor einiger Zeit geäußerte Vermutung, dass sich die Zahlen zum Arbeitsmarkt und zum US-Immobilienmarkt bald verbessern werden. Auch wenn ich erst für Oktober/November damit gerechnet hatte.
Werden diese Zahlen noch durch weitere positive Nachrichten bestätigt, könnte das dazu führen, dass der September-Crash ausbleibt und die Rally vielleicht sogar deutlich früher startet. Aber solange der DAX und die Amis keine neuen Hochs ausbilden, sollte man mit euphorischen Prognosen oder Stimmungen höchst vorsichtig bleiben, denn es gilt:
Eine Seitwärtsbewegung ist eine Seitwärtsbewegung ist eine Seitwärtsbewegung…
Philosophische Grüße
Ihr
Jochen
Steffens
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Jochen Steffens, Stockstreet GmbH |
Jochen Steffens ist als Chefredakteur diverser Fachpublikationen im Bereich Börse und als bekannter Kolumnist tätig. Seit mehr als zwölf Jahren arbeitet er als eigenverantwortlicher Daytrader mit dem Schwerpunkt Futurehandel. Als Geschäftsführer der Stockstreet GmbH ist er für die Börsenseite stockstreet.de verantwortlich. Dort gibt er den täglich erscheinenden Börsennewsletter: "Steffens Daily" heraus. Für mehr Information: www.stockstreet.de
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