Letzte Woche hat in den USA der weltgrößte Sportartikelhersteller
Nike sein jüngstes Zahlenwerk offengelegt. Die Amerikaner konnten
mit ihrer Bilanz zum ersten Geschäftsquartal 2010/11 die eigenen
Erwartungen und auch die Durchschnittsprognosen des Marktes
übertreffen. Die Geschäfte scheinen also gut zu laufen und die
Anleger haben offenbar Gefallen an den Sport-Aktien bekommen.
Zumindest wenn man sich den Aktienkurs von Nike nach deren
Zahlenbekanntgabe anschaut. Aber auch Papiere der Nike-Mitbewerber
erwecken aktuell den Anschein, langfristig ein attraktives
Investment zu sein. Allen voran die Aktie des Herzogenauracher
Unternehmens Adidas.
Der weltweit agierende Konzern mit den bekannten drei Streifen ist
eigenen Aussagen zufolge seit
über 80 Jahren ein Teil der Welt des Sports auf allen Ebenen. Das
Produktsortiment umfasst Sportschuhe, Bekleidung und Zubehör auf dem
neuesten Stand der Technik. Produkte der Adidas Gruppe sind in
nahezu jedem Land der Welt erhältlich. Und der weltweite
Sportartikelmarkt wächst, wie auch Adidas-Vorstandschef Herbert
Hainer jüngst erst in einem Interview noch einmal betonte. Er geht
zudem generell von einem langfristigen Aufschwung aus und schließt
einen möglichen Rückfall in die Rezession aus. Bezüglich seines
eigenen DAX®-Unternehmens ist er ebenfalls optimistisch.
Gegenüber der „Stuttgarter Zeitung“ sagte er vor Kurzem, Adidas habe
etwa in den USA noch einen enormen Nachholbedarf. Das eigene
Potenzial sei größer als das bisher Erreichte. Man verspüre als
Marke dort Rückenwind. Und auch im wichtigen Zukunftsmarkt China
seien die Probleme gelöst, die hohen Lagerbestände nach den
Olympischen Spielen seien abgebaut worden. Für das dritte Quartal
dieses Jahres kündigte Hainer auch in China wieder Wachstum an.
Diese gesunde positive Einschätzung spiegelt sich auch in der Aktie
und deren Verlauf wider.
Nach den Terroranschlägen im September 2001 fiel die Adidas-Aktie
bis auf ein Tief bei gut 11,50 Euro zurück, leitete von hier aus
aber eine langfristige Aufwärtsbewegung ein. Am 28. September 2005
notierte der Kurs bei 36,16 Euro, am 28. September 2006 bei 36,75
Euro. Ein Jahr später, am 28. September 2007, lag die Notiz bei
46,00 Euro und erreichte Anfang Januar 2008 ihr Allzeithoch bei
51,63 Euro. Im Zuge der Finanzkrise ging es mit dem Kurs deutlich
bergab. Am 26. September 2008 stand die Adidas-Aktie bei 38,48 Euro,
bevor sie im November 2008 ihren Tiefstand bei gut 21 Euro
markierte. Mit der allgemeinen Erholung an den Börsen kletterte die
Adidas-Aktie bis zum 28. September 2009 wieder bis auf ein Niveau
von 36,24 Euro.
Auch in der Folge setzte sich die Aufwärtsbewegung fort. Anfang Mai
erreichte der Titel ein Hoch bei 45,77 Euro, bevor er im Zuge der
allgemeinen Konsolidierung an den Märkten ebenfalls in eine längere
Seitwärtsbewegung einschwenkte. Beflügelt von den guten
Quartalszahlen des Konkurrenten Nike konnte die Adidas-Aktie in der
vergangenen Woche aber die Seitwärtsrange der letzten Monate vor dem
breiten Markt nach oben verlassen und kletterte bis auf rund 47
Euro.
Hier trifft die Aktie nun auf einen horizontalen Widerstand. Gelingt
es, auch diesen zu überwinden, scheint aus charttechnischer Sicht
ein weiterer Anstieg in den Bereich des Allzeithochs bei 51,63 Euro
möglich. Risikobereitere Anleger könnten mit dem Wave-Call der
Deutschen Bank (WKN DB2BNX) auf weiter steigende Notierungen
spekulieren. Der Hebel dieses Papiers liegt bei 3,5, das
Stop-Loss-Niveau bei 34,25 Euro.
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Nicolai Tietze, X-markets Team Deutsche Bank |
Nicolai Tietze ist verantwortlich für die Hebelprodukte des X-markets Team der Deutschen Bank. Vor seinem Einstieg in das X-markets Team war er bei der Deutschen Bank Aktienhändler und dort zuständig für die deutschen Konsumwerte. In seiner Funktion als Derivate-Experte entwickelt er auch Strategie- und Themenzertifikate.
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