Die internationalen Aktienmärkte haben negativ auf die Zinsanhebung
in China reagiert. Die Notenbank hatte zum ersten Mal seit Dezember
2007 ihren Zins auf 5,56 Prozent erhöht und damit die Finanzmärkte
überrascht. Der Dow-Jones-Index fiel darauf unter seine
psychologische Marke von 11.000 Punkten und auch in Japan musste die
Aktienbörse in Tokio einen Verlust von über 2 Prozent in Kauf
nehmen. Auch am Devisenmarkt kam es sofort zu Reaktionen. Der Dollar
konnte zu Lasten des Euros wieder etwas an Stärke gewinnen und lag
kurzfristig unter 1,38. Auf der Unternehmensseite wurden die
Aktienmärkte in erster Linie durch die schwachen Zahlen aus der
Technologiebranche belastet. Hier lagen insbesondere die Werte von
Philips und Nokia auf der Verkaufsseite. Die Marktteilnehmer werden
in den nächsten Tagen weiter mit Argusaugen die veröffentlichten
Quartalszahlen beobachten, um daraus ihre Rückschlüsse für ihre
Positionierung herleiten zu können. Charttechnisch sieht der
Aktienmarkt trotz des kleinen Rückschlags positiv aus. Solange der
DAX nicht unter 6.200 Punkte fällt, ist weiteres Erholungspotential
durchaus möglich. Ob der viel zitierte Vergleich mit einer ähnlichen
Situation im Oktober 2004 wirklich zutreffend ist, darf angezweifelt
werden. Zum damaligen Zeitpunkt bauten die Aktienmärkte eine Hausse
auf, obwohl fallende Konjunkturaussichten prognostiziert waren. So
weit besteht Ähnlichkeit zum Jahr 2010, aber alle anderen
Rahmeneckdaten sind doch wesentlich schwieriger als vor sechs
Jahren. Im Gegensatz zum DAX konnte der Euro Stoxx 50 keine
Höchstkurse generieren, hier müsste der Index über 2.600 Punkte
steigen, um weitere Kurssteigerungen zu ermöglichen. Eine
Unterstützungslinie liegt bei 2.500 Punkten, bei Unterschreiten
werden erst wieder 2.350 Punkte als nächste Unterstützungslinie
erkennbar. Der Dow-Jones-Index konnte seit Ende August eine
nachhaltige Aufwärtsbewegung vornehmen, die momentan zwar
unterbrochen wurde, wodurch die wichtige Marke von 11.500 Punkten
aber nicht überschritten werden konnte. Trotz allem ist die
Aufwärtsbewegung intakt, so dass eine Rückschlagsgefahr zurzeit nur
bis maximal 10.500 Punkten möglich erscheint.
In vielen großen Volkswirtschaften bleibt die gesamtwirtschaftliche
Situation unverändert schwierig, insbesondere in den USA. Die
Hausverkäufe sind massiv eingebrochen und auf dem Arbeitsmarkt ist
der Aufschwung bereits wieder vorbei. Dennoch ist davon auszugehen,
dass die USA in dieser Phase der Wachstumsabschwächung nicht in eine
Rezession abgleiten wird. In Europa übertrifft Deutschland alle
Erwartungen und ist mit einem voraussichtlichen Wachstum von über 3
Prozent definitiv die Konjunkturlokomotive Europas. Die starke
Binnennachfrage stützt auch weiterhin den Aufschwung, so dass
voraussichtlich Deutschland selbst 2011 zu den wachstumsstärksten
Industrieländern gehören wird. Anders ist die Lage in vielen übrigen
Euroländern, die nach wie unter der Maßnahme zur
Haushaltskonsolidierung leiden. Die EZB warnt davor, dass die Krise
dadurch noch nicht vorbei ist. Einzelne Länder versuchen der Krise
Herr zu werden, indem sie einen Abwertungswettlauf mit ihren Devisen
vornehmen. Dieses Mittel dürfte aber auf Dauer nicht durchzuhalten
sein. Insbesondere aus den USA kommen immer wieder Meldungen, die
eine Erhöhung der lockeren Geldpolitik verkünden und damit das
Risiko der Inflation verstärken. Sollte dies geschehen, wäre es ein
Zeichen zu Gunsten der Sachwerte und damit des Aktienmarktes. Durch
die gefallenen Zinsen ist der Anlagenotstand gewachsen und die
Dividendenrenditen vieler Aktien sind für den Investor äußerst
interessant. Größere Kursrückschläge sind in den nächsten Wochen
nicht erkennbar, auf der anderen Seite zeigen sich die Märkte in
einzelnen Branchen aber auch schon überkauft. Insofern bleiben wir
auch bei unserer defensiven Einstellung bezüglich der Branchen und
sehen weiterhin die Medizintechnik und das Gesundheitswesen sowie
die Telekommunikation positiv. Das Gold dürfte weiter auf der
Erfolgsspur bleiben, allerdings sollten Anleger nun Investitionen
vornehmen, die währungsabgesichert sind.
Kostenlose Vergleichsrechner
Stock-World.de bietet Ihnen die Möglichkeit ausgewählte Finanzprodukte wie Tagesgeldangebote, Festgeldangebote, Depotkontoangebote und Angebote zu vielen anderen Finanzprodukten zu finden und zu vergleichen. Hier klicken!
STOCK-WORLD WEEKLY - Ihr unabhängiger Trading-Newsletter
Jede Woche Chartanalysen, Trading-Tipps mit konkreten Kursmarken und Trading Know-How - kostenlos und unverbindlich! HIER ANMELDEN
|
Arnim E. Kogge, Bankhaus ELLWANGER & GEIGER KG |
Arnim E. Kogge ist seit dem Jahr 2000 Leiter des Private sowie des Institutional Bankings bei ELLWANGER & GEIGER Privatbankiers. Darüber hinaus ist er dort auch Mitglied des Direktoriums. Das Stuttgarter Bankhaus ist spezialisiert auf die Vermögensverwaltung für private und institutionelle Kunden sowie auf Immobilien im privaten und gewerblichen Bereich. Als Experte für Kapitalanlagen schätzt Kogge in der wöchentlichen Marktmeinung aktuelle Entwicklung und Chancen an den Aktienmärkten ein.
Alle Artikel dieses Autors anzeigen |
|
Devin Sage TXA ... Devin Sage, Technische-X-Analyse.de (16:06) |
|
|
Erfolgreicher Börsengang !!! Bernd Niquet, Autor (11:14) |
|
|
DAX & Facebook ... Frank Sterzbach, Finanzen & Börse (11:10) |
|
|
Dow Jones alles auf ... Jochen Steffens, Stockstreet GmbH (10:28) |
|
|
GOLD: Baldiges Ende ... Günther Artner, CFA - Erste Group B. (10:03) |
|
|
Hüfners ... Redaktion boerse-frank., Deutsche Börse AG (09:33) |
|
|
Ungarn-Anleihe: Mögliche ... Sven Krupp, (09:02) |
|
|
DAX: Weiterer ... S. Böhm, DaxVestor (07:30) |
|
|
US-Dollar: Vorläufiges ... Herr Dr. Rettinger, Devisen-Trader (07:23) |
|
|
Nullzins-Anleihe ... Sabine Traub, Börse Stuttgart AG (07:08) |
|
|
Bellhaven Copper & ... Stefan Bender, silbernews (25.05.12) |
|
|
Euro-BTP-Futures: Forza ... Dirk Friczewsky, Tradingstrategien (25.05.12) |
|