An den Börsen setzte sich die Rallye fort. Die Kombination aus überwiegend guten Quartalszahlen von den Unternehmen und der Hoffnung auf weitere Liquiditätsspritzen der US-Notenbank trieben die Kurse nach oben. In den USA meldeten unter anderem Boeing und Yahoo! über den Erwartungen liegende Quartalsberichte. Gleichzeitig konstatierte die US-Notenbank in ihrem Beige Book eine eher schwache Konjunkturdynamik. Das bestärkte die Erwartung, dass die Fed bei ihrer nächsten Sitzung am 3. November eine Ausweitung des Programms zum Kauf von Anleihen beschließt. Der Dow Jones Industrial stieg fast bis auf sein Jahreshoch von April. Charttechnisch ist daher Skepsis angebracht. Von diesem Kursniveau aus könnte es an der Wall Street erst einmal eine Korrektur geben.
Starke Zahlen aus
Deutschland
In
Deutschland sieht es derzeit wirtschaftlich sehr rosig aus. Die
Einkaufsmanagerindizes
zeigten entgegen den Erwartungen keinen Rückgang, sondern einen
weiteren
Anstieg. Das Gleiche gilt für das ifo-Geschäftsklima. Das
konterkariert etwas
den Index der ZEW-Konjunkturerwartungen, der eigentlich eine
Abnahme der
Konjunkturdynamik erwarten lässt, denn der Index lag zum zweiten
Mal in Folge
im Minus. Unter dem Strich sagen die Daten folgendes: Die
deutsche Wirtschaft
setzt ihren Wachstumskurs fort, auch wenn sich die Dynamik etwas
abschwächt. Im
übrigen Europa sieht es aber weniger gut aus, das zeigten die
Einkaufsmanagerindizes ebenfalls. Vor allem in den unter
Schulden ächzenden
Staaten an der Euroland-Peripherie schwächt sich die Wirtschaft
ab. Aber auch
z.B. in der Schweiz zeigen die Indikatoren nach unten und
Großbritannien leidet
ohnehin unter dem Sparprogramm der Regierung.
Werden die USA
überschätzt?
In
vielen europäischen Ländern und in den USA schwächt sich die
Konjunktur ab.
Geht es aber um die wahren Machtverhältnisse in der
Weltwirtschaft, dann
müssten die Märkte den Zahlen aus den Schwellenländern viel
größere
Aufmerksamkeit schenken, vor allem den großen Ökonomien wie
China, Brasilien
und Indien. Auch für die deutsche Exportindustrie ist es
inzwischen wichtiger,
was in diesen Ländern geschieht, als was mit den USA ist.
Natürlich kann es
noch einiges an Störfeuer aus den USA geben. Die Immobilienkrise
ist noch
keineswegs ausgestanden. Auch könnten die US-Politiker einen
Handels- und
Währungskonflikt mit China vom Zaun brechen, wenn der Jobmotor
der
US-Wirtschaft weiterhin nicht anspringt. Das kann zu
Kursrückschlägen an der
Börse führen. Dem G20-Treffen am Wochenende kommt in dieser
Hinsicht große
Bedeutung zu.
Deutschland ein
Gewinner der Krise
Solange
aber die Emerging Markets weiterhin robust wachsen, wird das die
Weltwirtschaft
voraussichtlich nicht in eine Abwärtsspirale zwingen. Und es
gibt gute Gründe
anzunehmen, dass sich der Aufholprozess der Schwellenländer
fortsetzt. In der
Wirtschaftskrise haben China, Indien, Brasilien, Indonesien und
viele andere
Länder bewiesen, dass sie sich von den Industrieländern
wirtschaftlich
abkoppeln können. Auch für Deutschland ist das eine wichtige
Lehre: Die
deutsche Exportwirtschaft hat eindrucksvoll ihre
Wettbewerbsfähigkeit unter
Beweis gestellt und ist zweifellos einer der Gewinner der Krise.
Selbst die
Binnennachfrage könnte im kommenden Jahr an Schwung gewinnen.
Chinas BIP-Zahlen
für das dritte Quartal bestätigten das Bild einer weiter robust
wachsenden
Wirtschaft. Vor allem der Konsum wächst stark. Das sind beste
Neuigkeiten für
die deutschen Unternehmen.
China erhöht den
Leitzins
In
den Aktienkursen ist natürlich eine Menge dieser positiven
Perspektiven schon
enthalten. Und es kann Rückschläge geben. Vor allem dürften die
Wirtschaftspolitiker in China, Brasilien und anderen
Schwellenländern ihre
Konjunktur abbremsen, um eine Überhitzung zu vermeiden. Das wird
einige allzu
optimistische Zeitgenossen enttäuschen. Die chinesische
Notenbank hat in dieser
Woche den Leitzins überraschend erstmals seit 2007 angehoben.
Andere
Schwellenländer werden folgen. Doch sollte es zu größeren
Korrekturen an der
Börse kommen, dann kann dies zum Einstieg in Aktien genutzt
werden, denn
mittel- und langfristig sind die Perspektiven gut.
DAX an wichtigem
Widerstand
Der
DAX kletterte weiter nach oben und knackte erstmals seit 2008
wieder die Marke
von 6.600 Punkten. An der Spitze standen unter anderem die
VW-Aktien.
Zeitungsberichten zufolge will der Autobauer schon 2015 das Ziel
von mehr als
zehn Millionen verkauften Fahrzeugen erreichen und nicht erst
2018. Die Aktie
sprang auf ein neues Jahreshoch. Insgesamt steigen die Kurse
vieler DAX-Werte
in Vorfreude auf gute Quartalszahlen. Im Index liegt aber bei
6.620 Punkten ein
wichtiger Widerstand. Daran könnte der Index kurzfristig
scheitern.
Mittelfristig lautet die Kursrichtung aber weiter aufwärts.
Fazit
Erfolgreiche
Investments wünscht
Ihr
Stefan
Böhm
Chefredakteur
DaxVestor
http://www.dax-vestor.de
|
S. Böhm, DaxVestor |
Der DaxVestor ist Deutschlands großer DAX-Börsenbrief und legt seinen Fokus auf Aktien, Optionsscheine und Hebelzertifikate. Es wird eine reines DAX-Musterdepot geführt, welches von Stefan Böhm gemanaged wird. Der diplomierte Volkswirt verfügt über langjährige Erfahrung und ausgezeichnete Referenzen im Bereich Aktien und Derivate. Mehr Informationen über das vielfältige Leistungsangebot und weitere Zusatzleistungen erhalten Sie unter www.dax-vestor.de.
Alle Artikel dieses Autors anzeigen |
|
Devin Sage TXA ... Devin Sage, Technische-X-Analyse.de (16:06) |
|
|
Erfolgreicher Börsengang !!! Bernd Niquet, Autor (11:14) |
|
|
DAX & Facebook ... Frank Sterzbach, Finanzen & Börse (11:10) |
|
|
Dow Jones alles auf ... Jochen Steffens, Stockstreet GmbH (10:28) |
|
|
GOLD: Baldiges Ende ... Günther Artner, CFA - Erste Group B. (10:03) |
|
|
Hüfners ... Redaktion boerse-frank., Deutsche Börse AG (09:33) |
|
|
Ungarn-Anleihe: Mögliche ... Sven Krupp, (09:02) |
|
|
DAX: Weiterer ... S. Böhm, DaxVestor (07:30) |
|
|
US-Dollar: Vorläufiges ... Herr Dr. Rettinger, Devisen-Trader (07:23) |
|
|
Nullzins-Anleihe ... Sabine Traub, Börse Stuttgart AG (07:08) |
|
|
Bellhaven Copper & ... Stefan Bender, silbernews (25.05.12) |
|
|
Euro-BTP-Futures: Forza ... Dirk Friczewsky, Tradingstrategien (25.05.12) |
|