Die Schwellenländer, allen voran China, Indien und Brasilien, gehören mittlerweile in jedes gut aufgestellte Depot. Gerade die Finanzkrise hat gezeigt, dass die Emerging Markets, die aufstrebenden Märkte, zur Stabilität des Portfolios beitragen können. Die jungen Börsen in Asien und Lateinamerika hat der Abschwung nicht so stark getroffen wie viele etablierte Märkte in den Industrieländen. Und die Erholung hat in den Emerging Markets schneller und kräftiger eingesetzt als in den meisten traditionellen Anlageregionen.
Doch es ist als Anleger gar nicht so einfach, an diesen Vorteilen teilzuhaben. Denn es lauern jede Menge Fallen. Oft können Aktien aus den Zukunftsländern nur an den lokalen Börsen gehandelt werden, manche Plätze sind für ausländische Investoren sogar gleich ganz gesperrt, andere erheben hohe Steuern zur Abschreckung. Und selbst wenn die Verbindung zur örtlichen Börse ohne zusätzliche Abgaben und Beschränkungen möglich sind, langen die Banken kräftig zu und erheben exorbitante Gebühren. Deshalb empfiehlt es sich, nur in solche Schwellenländer-Aktien zu investieren, die an deutschen Börsen gehandelt werden. Allerdings sind damit längst nicht alle Probleme beseitigt. Denn es kann durchaus sein, dass plötzlich der Handel mit bestimmten Länderaktien eingestellt wird oder dass bei Aktiensplits das Finanzamt überraschend zuschlägt.
Wem der Aufwand und die Unsicherheit zu groß sind, sollte lieber indirekt in die Schwellenländer investieren. Dazu bieten sich vor allem Fonds und Zertifikate an. Doch auch diese Produkte müssen Anleger vor der Entscheidung genau analysieren. Bei einem Zertifikat oder ETF ist der Index, in den investiert wird, entscheidend. Wie ist er zusammengesetzt? Welche Länder sind enthalten? Welche Unternehmen werden dadurch abgebildet? Und bei einem aktiv gemanagten Fonds sollten die Interessenten prüfen, ob die Fondsgesellschaft wirklich vor Ort präsent ist und dort nach Anlagemöglichkeiten sucht. Dabei gilt die Grundregel, dass für erschlossene Märkte ein passives Investment in Form eines ETFs oder Indexzertifikats die bessere Wahl ist, für eine neu entdeckte Börse sich hingegen ein aktiver Fonds eher eignet.
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Stefanie Burgmaier, BÖRSE ONLINE |
Stefanie Burgmaier ist Chefredakteurin des Anlegermagazins Börse Online. In dieser Funktion ist die gelernte Bank- und studierte Diplom-Kauffrau auch für den Internetauftritt www.boerse-online.de und das Anlegerschutzportal www.graumarktinfo.de verantwortlich. Das Magazin, das sich mit Aktien, Zertifikaten, Fonds, Anleihen und Privaten Finanzen beschäftigt, erscheint jeden Donnerstag. Neukunden erhalten ein vierwöchiges Probeabonnement zum Vorzugspreis.
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