Nur noch 30 Mio. Euro ist Payom Solar wert und damit eigentlich zu
klein, um von mir besprochen zu werden. Doch ich habe das Unternehmen
vorgestellt, als die Marktkapitalisierung noch mehr als doppelt so
groß war, daher möchte ich Ihnen nun noch meine Gedanken zu den
aktuellen Vorgängen näher bringen.
Der Kurs ist allein seit Anfang November von 9 auf nunmehr 6,35 Euro
(12.11. 9:30 Uhr) eingebrochen. Auf der Suche nach einem Grund für
diesen plötzlichen Ausverkauf stoße ich höchstens auf
Branchenmeldungen: Solarworld, Q-Cells, Roth & Rau und viele andere
Unternehmen der Solarbranche haben in den vergangenen zwei Wochen
mäßige Quartalszahlen veröffentlicht oder zumindest einen sehr
verhaltenen Ausblick gegeben.
Hintergrund der Probleme in der Solarbranche ist die chinesische
Förderung der heimischen Solarunternehmen, die mit extrem günstigen
Preisen den Wettbewerb hierzulande anheizen. Chinesische Unternehmen
können auf Basis ihres Heimatmarktes wesentlich größere Mengen
produzieren und erzielen dank der Skaleneffekte inzwischen auch bei
hochqualitativen Solarmodulen deutlich günstigere Preise als unsere
Solarunternehmen.
Doch ich habe gerade Payom Solar vor einem Jahr als ein Unternehmen
hervorgehoben, das unter diesen Entwicklungen nicht leiden würde.
Payom Solar unterhält ausgezeichnete Verbindungen zu den Dachdeckern
in Deutschland und nutzt dieses Netzwerk, um Bauherren von
Solaranlagen zu überzeugen. Dachdecker verkaufen Payom Solar Produkte.
Dadurch erreicht Payom Solar insbesondere private Bauherren, die eine
Solaranlage auf dem Einfamilienhaus zur Deckung des Eigenbedarfs an
Energie nutzen. Die beschleunigte Förderkürzung in Deutschland, die in
diesem Frühjahr verabschiedet wurde, betrifft vorwiegen große
Solaranlagen, nicht aber Solaranlagen für den privaten Eigenbedarf.
So befindet sich Payom Solar heute noch in einer Sondersituation: Die
beschleunigten Solarförderkürzungen betreffen die eigenen Kunden
nicht. Und die chinesischen Wettbewerber kommen kaum an den
Dachdeckern vorbei so nah an private Bauherren. Die Probleme der
Branche sollten also Payom Solar nicht treffen.
Dennoch bricht der Kurs weiter ein. Und als Grund kann nicht angeführt
werden, dass die Aktie zu teuer ist die Schulden sollen nächstes
Jahr auf Null gefahren werden, das Umsatzwachstum beträgt dieses Jahr
85% und für dieses profitable Unternehmen zahlen Sie gerade einmal ein
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Stephan Heibel, Heibel-Ticker |
Stephan Heibel schrieb 1998 erstmals seinen Börsenbrief und ist heute Herausgeber und Chefredakteur des Heibel-Ticker Börsenbriefes. Als Diplom Volkswirt legt er besonderen Wert auf das Verständnis für die Finanzmärkte. Empfehlungen werden aus der Erklärung der aktuellen Entwicklungen abgeleitet. die kostenfreie Version können Sie hier beziehen: www.heibel-ticker.de
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