Eins und Eins macht bekanntlich Zwei. Das lernt jedes Kind in der
ersten Klasse. Wobei das die meisten allerdings schon wissen, bevor
sie eingeschult werden. Sie lernen dann bis zum Schulabschluss noch
jede Menge Formeln und mathematische Herangehensweisen. Dann treten
Sie in das Berufsleben ein. Und werden vielleicht Assistent bzw.
Assistentin in einem großen Konzern. Und werden da plötzlich mit
neuen Grundrechenarten konfrontiert.
Denn nun muss ein jeder lernen, dass nicht mehr eins und eins zwei
ist, sondern zweieinhalb und wenn es gut kommt drei oder vier. Weil
Konzernlenker zu der etwas blassen Formel eine illustre, ja beinahe
anzügliche Variable hinzufügen, die man in der Konzernsprache der
Eingeweihten auch Skalenerträge nennt. Das ist vergleichbar mit dem
Yeti im Himalaya, den es geben soll und von dem auch immer wieder
schemenhafte Fotos auftauchen. Aber auch für dessen Existenz am Ende
ein schlüssiger Beweis fehlt. Und so glauben viele daran, weil sie
es so schön fänden, wenn es denn so etwa wie einen Yeti gäbe und
wenn eins und eins plötzlich nicht mehr zwei, sondern drei ergeben
würden.
Und so hat die französische Sanofi-Aventis sich nun für satte 20
Mrd. Dollar die 1981 gegründete Genzyme Corp., eines der führenden
Biotechnologie-Unternehmen weltweit, unter den Nagel gerissen. Sie
will nun auch am Tische einer der heißesten Entwicklungs-Hot-Spots
der Welt, nämlich in Cambridge/Massachusetts Platz nehmen. Dort wo
die großen der Branche wie die Platzhirsche Novartis, AstraZeneca
und GlaxoSmithKline längst sitzen und es sich gemütlich eingerichtet
haben. Novartis sogar schon seit dem Jahr 2000.
Während die sich also damals bereits mit der neuen Umgebung vertraut
machten, leisteten sich die damalige Sanofi-Synthelabo und die
Aventis in 2004 eine Übernahmeschlacht, die feindlich begann. Und
nur über Umwege zu einer halbwegs harmonischen Ehe führte.
Jedenfalls war das Zusammenwachsen der beiden Unternehmen nicht
gerade das, was ein reibungsloser „Zusammenschluss unter Gleichen“
sein sollte. Wobei wir spätestens seit George Orwell wissen, dass es
unter den Gleichen immer Gleichere gibt.
Aber lassen Sie uns aus dem Ausflug in die Literatur wieder auf das
harte und umkämpfte Schlachtfeld der Wirtschaft zurückkommen.
20 Mrd. Dollar sind eine Menge Holz. So liegt das Umsatzmultiple bei
einem Genzyme Umsatz in 2009 von 4,5 Mrd. Euro bei etwa 4,4 Das ist
recht sportlich und will erst einmal verdient sein. Nehme ich den
Jahresüberschuss von 2009, der damals bei 422 Mio. Dollar lag, dann
komme ich auf ein KGV von ca. 47. Auch das ist nicht gerade wenig.

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Norbert Lohrke, Globalyze Invest AG |
Diplom-Volkswirt Norbert Lohrke betreibt seit 2004 www.globalyze.de mit seiner einzigartigen voll-automatisierten fundamentalen Aktienauswahl. Daraus resultieren renditeträchtige Produkte wie Top10 Plus, Top Flop, Value Börsenbrief und der Aktienfonds Globalyze QuantValue (A1JL1H). Nicht zuletzt aufgrund seiner Erfahrungen aus Wirtschaftsprüfung und Bewertung sowie seiner kritischen Betrachtungsweise ist der Investmentprofi einer der meistgelesenen Wirtschaftsautoren im deutschsprachigen Raum. Sein Slogan? „Rendite ist kein Zufall“
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