Borussia Dortmund AG - Deutscher Meister für 3 Euro



12:10 04.03.11

Das Tagesgeschäft eines Analysten besteht bekanntermaßen darin, Kurse am Aktienmarkt vorherzusagen. Die Fakten der Vergangenheit werden in der Gegenwart zusammengetragen, um ein möglichst klares Bild für die Unsicherheit der Zukunft zu liefern. Das kommt Ihnen bekannt vor? Kein Wunder, denn der Aktienmarkt ist nicht der einzige Ort, wo die Zukunft unsicher ist. Bestes Beispiel: Der Sport.

Deutscher Meister 2011

Insofern liegen hier nämlich die Parallelen zwischen Börsen- und Sportjournalismus. Es wird gerne darüber spekuliert, wie es hier oder dort weitergeht. Im Falle der deutschen Meisterschaft im Fußball ist die Sachlage mittlerweile so klar, dass selbst fachfremde Autoren wie Aktienanalysten ein Statement dazu abgeben können: Borussia Dortmund wird ziemlich sicher der Deutsche Meister des Jahres 2011.

Tja, und wer hätte dies vor der Saison erwartet? Niemand. Die Bayern schienen nach der Meisterschaft 2010, dem DFB-Titel und dem immerhin zweiten Platz der Champions League unantastbar. Sie sehen, es gibt eben doch keinen sicheren Tipp, auch wenn es so aussieht, als wäre er eindeutig. Die Dortmunder haben unter Trainer Jürgen Klopp aus einer Underdog-Rolle heraus den Fußball auf den Kopf gestellt. Schöne Geschichte.

Schnelle 20 Prozent

Hintergrund der Geschichte ist derjenige, dass wir im Insider-Alarm die Dortmund-Aktie im letzten Sommer als Empfehlung aufnahmen. Während die Welt mit der WM in Südafrika beschäftigt gewesen ist, kaufte der Aufsichtsrat Geske einige Dortmund-Aktien. Kurs: 1,00 Euro. Ich möchte ihm nicht unterstellen, dass er die Meisterschaft hat kommen sehen, aber wahrscheinlich hatte er ein gutes Bauchgefühl für das kommende (Geschäfts-)Jahr.

Damals belief sich der Plan noch darauf, einen kleinen Swing-Trade zu veranstalten, mit einem Ziel in Richtung 1,20 Euro. Schnelle 20 Prozent, keine große Sache. Dann jedoch, mit Beginn der neuen Spielzeit, mischten die Dortmunder schnell im Titelrennen mit und ließen vor allem die Bayern hinter sich. Daraufhin setzte ein großer Run auf die Dortmund-Aktie ein und trieb das Papier auf über 3,50 Euro in der Spitze.



Gewinne laufen lassen

Der nachhaltige Erfolg im Börsengeschäft gründet zu einem nicht unwesentlichen Teil darauf, dass Sie die einfachen Grundsätze komplett verinnerlichen. Einer dieser Grundsätze besagt, Gewinne laufen zu lassen. Es ist durchaus gestattet, eine laufende Position neu zu bewerten. Wenn sich plötzlich die Aktien eines unverhofften Meisterschafts-Kandidaten im Depot finden, dann sollten Sie diese nicht gleich abstoßen.

Das Hoch ergab sich bereits im November 2010. Damals war in der Meisterschaft noch wenig entschieden, auch wenn die Dortmunder eine gute Position inne hatten. Danach ging es um lockere 40 Prozent erst einmal nach unten. Jeder rechnete damit, dass die Aktie einen erneuten Auftrieb erleben würde, sollte sich der Gewinn der Meisterschaft abzeichnen. So weit sind wir ja mittlerweile. Und der Kurs?

200 Prozent und mehr

Der hat es sich bei 3 Euro bequem gemacht. Das scheint aktuell ein sehr stabiler und damit fairer Marktpreis zu sein. Das Volumen ging zurück. Genauso die Volatilität. Was jedoch für erneute Bewegung sorgen könnte, wären die im Sommer anstehenden Transfers, also eine Neubewertung des Kaders und damit der Aktivposten der AG. Wir im Insider-Alarm werden weiter abwarten. 200 Prozent haben wir ja schon.

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Über den Autor
 
Autor: Christian Müller Christian Müller,
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Christian Müller ist Chefanalyst der Kolumnen zu Gold und Insiderhandel auf Broker-Test.de. Bei der Auswahl geeigneter Anlagen kombiniert er den Value-Ansatz mit risikooptimierten Elementen des Daytrading. Auf diese Weise kann er auch von kurzfristigen Entwicklungen beim Gold profitieren. Darüber hinaus ist er auf den Insiderhandel spezialisiert, mit dem sich unabhängig von der Börsenlage überdurchschnittliche Ergebnisse erzielen lassen. Mehr Informationen unter www.Broker-Test.de.

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