Kommende Inflation in Zahlen



16:50 10.03.11

Der kontinuierlich steigende Preis für Gold und die in dem Zusammenhang immer stärker werdenden Warnungen von Kommentatoren vor einer überbordenden Staatsverschuldung, haben mich veranlasst, selbst eine Schätzung der kommenden Inflation zu wagen.

Laut der Europäischen Zentralbank (EZB) hat die Staatsverschuldung 7,7 Billionen Euro in der Euro-Zone in 2010 erreicht. Wie hoch die Staatsverschuldung tatsächlich ist, ist für die Höhe der Inflation zunächst egal, denn die Inflation wird überwiegend durch die Steigerung der Menge des umlaufenden Geldes bestimmt.

Zur Sicherstellung einer Preisstabilität ist in der Euro-Zone die Institution, die die Menge des umlaufenden Geldes bestimmt, (EZB) relativ unabhängig von den Institutionen, die die Staatsschulden anhäufen (Regierungen). So soll verhindert werden, dass sich die Regierungen bei der Zentralbank Geld beschaffen. Das würde die umlaufende Geldmenge erhöhen und damit zu Inflation führen.

Es ist gut vorstellbar, dass die Regierungen eines Tages angesichts ihrer bevorstehenden Zahlungsunfähigkeit Gesetzesänderungen herbeiführen, die die EZB zur Ausgabe von neuem Geld direkt an die Regierungen zwingen. Das Argument wird dann sein: "Sichere Renten sind wichtiger als Preisstabilität." Besonders in den USA werden bereits Maßnahmen in die Richtung unter dem Begriff "Quantitative Easing" durchgeführt.

Die Vergangenheit zeigt, dass Regierungen fast in jedem Jahr den Schuldenstand weiter erhöhen und auch kleinere Einsparungen politisch nicht durchsetzen. Es bleibt daher über kurz oder lang nur der Schuldenabbau mittels Kaufkraftverlust. Ob diese Entwicklung nun über 10 oder 30 Jahre geht, kann ich nicht vorhersehen.

Nehmen wir an, die gesamten öffentlichen Schulden werden getilgt, indem die EZB neues Geld an die Regierungen ausgibt. Dann erhöht sich die Geldmenge von derzeit 9,5 Billionen Euro um 7,7 Billionen Euro, also um 81 %. Die zu erwartende Inflation ist also 81 %. Verteilt auf 20 Jahre entspricht das einer Inflation von 3 % pro Jahr und ist eigentlich im Rahmen des Gewöhnlichen.

Jedoch: Zinsen erhöhen den Schuldenstand z.B. um weitere 3 % pro Jahr (erwartete Inflation: insgesamt 6 %). Und: Die Politiker werden wohl einfach noch mehr Schulden machen. (6 % + X)



Fazit: Um die Inflation auszugleichen, werden Anleger bestimmt auch eine Rendite von mehr als 6 % erwirtschaften können. Es ist also nicht erforderlich in Sachwerte zu investieren. Insbesondere der Goldpreis schert sich nicht um die Inflation. Er hat sich im Vergleich zur Inflation vervielfacht. Genauso kann er sich in die andere Richtung entwickeln. Es gibt in den letzten Jahren keinen Zusammenhang zwischen dem Goldpreis und der Inflation.

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