Smartphones: Die Fehler von Apple in China



15:04 30.03.11

Für die Handy- und Elektronik-Hersteller sind die heißbegehrten
Smartphones zurzeit das bei weitem bedeutendste Segment. Hier wird es in
den nächsten Jahren zu einem regelrechten Boom kommen. Der wichtigste
Markt wird dabei der asiatisch-pazifische Raum. Wer es dort zu einer
führenden Marktposition schafft, wird sich über üppige Gewinne freuen
können.

Vielsagend sind unter anderem die Prognosen des Marktforschers Ovum. Das
Institut prognostiziert, dass sich der globale Smartphone-Absatz bis
2016 auf 653 Millionen Geräte verdoppeln wird. Asien wird dabei zum
größten Absatzmarkt avancieren. Dort sollen dann pro Jahr rund 200
Millionen Geräte verkauft werden, was einem Anteil von 30,7 Prozent am
Weltmarkt entspricht.

Für Investoren ist entscheidend, welche Anbieter sich in den kommenden
Jahren das größte Stück von diesem riesigen Kuchen abschneiden können.
Fest steht schon jetzt, dass die amerikanischen und europäischen
Hersteller in Asien schwer zu kämpfen haben. Oft fehlt hier das
Verständnis für die elementaren Gegebenheiten dieses Marktes. Indes
bringen die Produzenten aus Japan, Korea, China und Taiwan immer mehr
und attraktivere Modelle auf den Markt, und graben damit den
erfolgsverwöhnten westlichen Anbietern auf deren wichtigsten
Zukunftsmarkt das Wasser ab.

Ein klares Negativbeispiel lieferte etwa Apple bei der Einführung des
iPhones in China ab. Zunächst holten die Amerikaner als Exklusiv-Partner
nicht etwa den Marktführer China Mobile, sondern dessen Konkurrenten
China Unicom ins Boot. Dieser ist aber berüchtigt dafür, seine Kunden
immer wieder mit einer vergleichsweise schlechten Netzabdeckung zu
vergrätzen. Bei der ersten chinesischen iPhone-Generation fehlte


außerdem sogar die eminent wichtige WiFi-Option, denn Peking will
grundsätzlich keine Geräte zulassen, die den heimischen
WAPI-Verbindungsstandard nicht unterstützen.

Hinzu kam noch, dass Apple auch in China darauf beharrte, seine Geräte
nur mit langfristiger Tarif-Bindung anzubieten. Bei den chinesischen
Kunden stieß dies auf völliges Unverständnis. Dort ist man
Prepaid-Karten gewohnt, die sich bei Bedarf mit Bargeld aufladen lassen.
Und gerade die technik-affinen chinesischen Nutzer wollen sich nicht für
mehrere Jahre an einen Vertrag binden, der es ihnen erschwert, immer
wieder neue Modelle auszuprobieren. Genau diese Art von Nutzern wäre
aber die iPhone-Zielgruppe gewesen.

Das Beispiel Apples zeigt, wie schwierig es für westliche Anbieter sein
kann, in Fernost zu punkten. Die asiatischen Hersteller verfügen hier
über zahlreiche Heimvorteile. Sie kennen Ihre Kunden, und wissen mehr
über deren spezielle Bedürfnisse. Dies fängt bei der Spezial-Software
für chinesische Schriftzeichen an, erstreckt sich über eine bessere
Kenntnis der lokal vorhandenen IT-Strukturen und -Standards und endet
bei einem tieferen Wissen über die asiatischen Käufermentalitäten.

Asiens Smart-Phone-Hersteller werden den dortigen - weltweit größten -
Smartphone-Markt größtenteils unter sich aufteilen. Daneben machen
einige der dortigen Anbieter auch weltweit verstärkt Punkte. Dies
verspricht für die kommenden Jahre deutlich steigende Gewinne und
entsprechende Renditen für die Aktionäre.

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Hinweis: Stock-World veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Verantwortlich für den Inhalt ist allein der jeweilige Autor.

Über den Autor
 
Autor: Rainer Hahn Rainer Hahn,
Emfis GbR

Rainer Hahn ist seit zehn Jahren in Asien auf der Suche nach den interessanten Investmentmöglichkeiten. Bis Mai 2011 war Rainer Hahn CEODer EMFIS GbR, den führenden Börsenportal für Nachrichten zu den Emerging Markets.

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