Die chinesischen Autobauer haben vor Kurzem ihre Zahlen für das vergangene Jahr 2010 vorgelegt. Diese fielen, mit einer Ausnahme, wie erwartet positiv aus.
Die in Hongkong gelistete Great Wall Motor verdoppelte ihren Nettogewinn um 79 Prozent auf 411 Mio. USD. Der Absatz kletterte um 79 Prozent auf 3,37 Mrd. USD. Great Wall Motor, Hersteller von Pick Ups und SUVs profitierte von einem Trend, der auch deutschen Autofahrern nicht fremd sein dürfte. Es war nämlich vor allem die Nachfrage nach SUVs, die das Absatzwachstum anführte.
Der neue Volvo-Eigner Geely Automobile verzeichnete 2010 einen Gewinnanstieg von 16 Prozent auf 209 Mio. USD, der Umsatz wurde um 43 Prozent auf 3,06 Mrd. USD gesteigert, bei 415.843 verkauften Fahrzeugen. Für 2011 erwartet Geely einen Absatzanstieg auf 480.000 Einheiten.
In der vergangenen Woche meldete die Dongfeng Motor Group einen Gewinnanstieg von 76 Prozent auf (1,67 Mrd. USD), der Umsatz kletterte um 33 Prozent auf18,64 Mrd. USD. Insgesamt konnte Dongfeng, welches Joint Ventures mit Honda und PSA Peugeot Citroen unterhalten, 1,95 Mio. Einheiten absetzen.
In die Gewinnzone zurückgekehrt ist auch der BMW-Partner Brilliance China Das Unternehmen meldete für 2010 einen Gewinn in Höhe von 193 Mio. USD, der Umsatz kletterte auf 1,36 Mrd. USD.
Für Ernüchterung sorgte der Warren Buffet Liebling BYD: Dort sank der Gewinn um 33 Prozent auf 383 Mio. USD, der Umsatz konnte hingegen auf 7,1 Mrd. USD gesteigert werden.
Die chinesischen Autobauer haben also zum Ende des ersten Quartals 2011 das vergangene Rekordjahr abgeschlossen und sind, nicht ganz von allein, sehr erfolgreich gewesen.
Und nun?
Anfang März hatte die chinesische Vereinigung der Autobauer ihre vorläufigen Absatzzahlen für die ersten beiden Monate veröffentlicht. Diese sorgte für breitere, wenn auch erwartete, Ernüchterung in der Branche, denn teilweise sanken die Verkäufe um 50 Prozent. Zu erwarten war dies, nachdem viele Chinesen im vergangenen Jahr, von Steuererleichterungen animiert, Autos gekauft haben. Dieser Verkaufsförderer war zum Jahreswechsel ausgelaufen.
Die Marktteilnehmer haben sich dann mit bärischen Kommentaren zum chinesischen Autosektor überboten, die Kurse teils deutlich gedrückt, um dann festzustellen, dass China immer noch und mit Abstand der größte Automarkt der Welt ist – und die Industrie noch jung.
Eine große Schwäche der Branche im Reich der Mitte ist mangelnde Kreativität und Expertise in der Zuliefererindustrie.
Die furchtbaren Katastrophen in Japan, Beben, Tsunami und Atom-Katastrophe, haben nicht nur die deutschen Gemüter erhitzt. Auch die globalen Abnehmer von Elektronikbauteilen aller Couleur haben relativ kurzfristig die Auswirkungen der Produktionsausfälle in Japan zu spüren bekommen. Die deutschen Autobauer haben die Option der Kurzarbeit geprüft, in den USA wurden Werke vorübergehend geschlossen, und auch in China gab es Probleme, die komplexen Elektronikbauteile, die für moderne Autos unerlässlich sind, zu beschaffen. Aber in der Krise liegt auch die Chance. Das Dilemma, mehr verkaufen zu können, da ein wesentlicher Wettbewerber ausfällt, wird konterkariert von der Abhängigkeit von ebenso betroffenen Partnern. Die chinesischen Autobauer produzieren rund 70 Prozent ihrer Bauteile selbst, teilweise kommen aber bis zu 30 Prozent der verwendeten Teile aus Japan. So können die chinesischen Autobauer eben diese Lücke nicht schließen.
Lehren aus der Krise für die chinesischen Autobauer dürften ein Umdenken hinsichtlich Forschung und Entwicklung in der Branche sein. Die Chinesen, bisher Importeure von Know How, könnten selbst zum Hersteller von Schlüsselprodukten werden, und die Marktmacht der japanischen Wettbewerber schwächen.
Disclaimer:
Dieses Dokument ist eine Werbemitteilung und die enthaltenen Angaben stellen keine Anlageberatung dar. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für künftige Wertentwicklungen. Eine Anlage in die genannten Wertpapiere ist mit einem Totalverlustrisiko verbunden und eine Investitionsentscheidung sollte nur auf Grundlage des für die genannten Wertpapiere allein maßgeblichen Prospekts getroffen werden.
Die Informationen in diesem Dokument stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten dar. Die Bewertungen, Kurse und Nachrichten zu den besprochenen Aktien und Unternehmen werden von den Autoren nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Die Autoren sind jedoch nicht in der Lage, deren Verbindlichkeit und Seriosität im jedem Einzelfall zu überprüfen.
|
Rainer Hahn, Emfis GbR |
Rainer Hahn ist seit zehn Jahren in Asien auf der Suche nach den interessanten Investmentmöglichkeiten. Bis Mai 2011 war Rainer Hahn CEODer EMFIS GbR, den führenden Börsenportal für Nachrichten zu den Emerging Markets.
Alle Artikel dieses Autors anzeigen |
|
Devin Sage TXA ... Devin Sage, Technische-X-Analyse.de (16:06) |
|
|
Erfolgreicher Börsengang !!! Bernd Niquet, Autor (11:14) |
|
|
DAX & Facebook ... Frank Sterzbach, Finanzen & Börse (11:10) |
|
|
Dow Jones alles auf ... Jochen Steffens, Stockstreet GmbH (10:28) |
|
|
GOLD: Baldiges Ende ... Günther Artner, CFA - Erste Group B. (10:03) |
|
|
Hüfners ... Redaktion boerse-frank., Deutsche Börse AG (09:33) |
|
|
Ungarn-Anleihe: Mögliche ... Sven Krupp, (09:02) |
|
|
DAX: Weiterer ... S. Böhm, DaxVestor (07:30) |
|
|
US-Dollar: Vorläufiges ... Herr Dr. Rettinger, Devisen-Trader (07:23) |
|
|
Nullzins-Anleihe ... Sabine Traub, Börse Stuttgart AG (07:08) |
|
|
Bellhaven Copper & ... Stefan Bender, silbernews (25.05.12) |
|
|
Euro-BTP-Futures: Forza ... Dirk Friczewsky, Tradingstrategien (25.05.12) |
|