Risikobereitschaft und Anlegerschutz sind kein Widerspruch



09:32 27.04.11

Die deutschen Privatanleger unterscheiden sich in ihrer Risikoneigung erheblich – das gilt es zu berücksichtigen.

 

Unvorhergesehene Ereignisse und schwer weiter einzuschätzende Entwicklungen halten die Märkte derzeit in Atem. Das tragische Erdbeben in Japan, die daraus resultierende Nuklearkatastrophe, die europäische Schuldenkrise, die mögliche Umschuldung Griechenlands, eine drohende Euro-Blockade seitens Finnlands, und nicht zuletzt die Herabstufung der Bonität der USA. Als Folge rechnen viele Finanzexperten mit einer steigenden Volatilität in den nächsten Wochen oder sogar Monaten.

 

In solchen Zeiten, in denen die weiteren Marktentwicklungen extrem unsicher sind, begeben sich viele Anleger auf die Suche nach Sicherheit. Sie investieren beispielsweise in Kapitalschutz-Zertifikate, in Staatsanleihen mit hoher Bonität oder ziehen sich sogar ganz von den Märkten zurück. Für andere Anlegertypen allerdings stehen gerade bei hoher Unsicherheit die Chancen im Vordergrund. Bei schwankungsreichen Kursbewegungen investieren sie beispielsweise in zwar sehr risikoreiche Hebelprodukte, die bei zutreffender Erwartung jedoch überdurchschnittlich hohe Renditen ermöglichen.

 

Für welches Produkt sich ein privater Anleger aktuell entscheidet, dürfte vor allem von der individuellen Risikoneigung abhängen. Wie unterschiedlich diese bei deutschen Zertifikate-Anlegern ausgeprägt ist, zeigt die aktuelle Trend-Umfrage des DDV. An der Online-Umfrage haben 5618 Besucher mehrerer großer Finanzportale teilgenommen, die als in der Regel gut informierte Anleger gelten und ohne Hilfe von Beratern investieren. Während sich mehr als 42 Prozent der Befragten entweder als sicherheitsorientiert oder begrenzt risikobereit einstufen, zeigen 18 Prozent eine mittlere Risikobereitschaft. 13 Prozent sind vermehrt risikobereit und 28 Prozent gehen derzeit sogar die Risiken einer spekulativen Anlage ein.



 

Das Ergebnis dieser Umfrage unterstreicht einmal mehr, dass die Produktvielfalt des Zertifikatemarkts den sehr verschiedenen Risikopräferenzen der Anleger ausgezeichnet entgegenkommt. Privatanleger können aus den elf Zertifikate-Kategorien diejenigen Anlage- und Hebelprodukte auswählen, die ihre Markterwartungen präzise widerspiegeln und ihrem individuellen Risikoprofil genau entsprechen.

 

Die Umfrage-Resultate zeigen jedoch auch: Es gibt keinen Max Mustermann, der den typischen Anleger verkörpert. Die Privatanleger unterscheiden sich eben auch in ihrer Risikoneigung erheblich voneinander. Das sollten Politiker und Verbraucherschützer bei all ihren nachvollziehbaren Bemühungen rund um den Anlegerschutz respektieren und berücksichtigen. Anleger, die bereit sind, für höhere Renditechancen auch größere Risiken einzugehen, dürfen nicht bevormundet werden. Wissen ist der beste Anlegerschutz. Deswegen fördern der DDV und seine Mitglieder die bestmögliche Transparenz der Zertifikatemärkte und setzen sich im Anlegerinteresse für mehr Information und Aufklärung ein.

 

 

 

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Über den Autor
 
Autor: Lars Brandau Lars Brandau,
Deutscher Derivate Verband

Der DDV ist die Branchenvertretung der führenden Emittenten derivativer Wertpapiere in Deutschland. Die Mitglieder repräsentieren 90% des Gesamtmarktes. Der DDV fördert den Derivatemarkt und somit die Akzeptanz von Zertifikaten, Aktienanleihen und Optionsscheinen. Zu den Zielen des DDV zählen außerdem der Schutz der Anleger und die Verbesserung der Verständlichkeit und Transparenz der Produkte. Weitere Informationen unter: www.derivateverband.de

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