Das Umfeld bremst OMV



08:17 24.06.11


Aber Discounter bringen attraktive Seitwärtsrenditen

Die OMV-Aktie hat eine enttäuschende Kursentwicklung hinter sich. In den
vergangenen drei Monaten verlor der Titel rund sechs Prozent; binnen
Jahresfrist steht ein kleines Plus von knapp neun Prozent. Damit blieb der
Mineralöl-, Erdgas- und Chemiekonzern hinter dem österreichischen
Gesamtmarkt zurück. Denn der ATX liegt auf Drei-Monats-Sicht nur knapp im
Minus und kann auf Jahressicht ein Plus von ca. zwölf Prozent aufweisen.

Hauptgrund für die relativ schwache Performance waren zwei Kapitalmaßnahmen,
die zum Monatsanfang erfolgreich abgeschlossen wurden. Dabei wurde das
Kapital durch die Ausgabe von ca. 27 Mio. neuen Aktien zu einem Preis von
27,50 Euro erhöht. Dies brachte dem Öl- und Gas-Riesen rund 725 Mio. Euro an
frischen Mitteln. Gar 750 Mio. Euro flossen kurz davor über eine neue
Hybridanleihe.

OMV benötigt das Geld. Denn der Konzern befindet sich auf Einkaufstour,
beispielsweise zur Finanzierung der Übernahme des türkischen
Tankstellenbetreibers Petrol Ofisi und neuer tunesischer Öl- und Gasfelder.
Allerdings dient ein Teil der Mittel auch zur Senkung der
Verschuldungsquote. Sie hatte im Vorfeld einen Grad von 47 Prozent erreicht,
soll aber mittelfristig in den Bereich von 30 Prozent gesenkt werden.

Gemessen am Umsatz ist die OMV weiterhin das mit Abstand größte


österreichische Unternehmen. Im Jahr 2010 setzte das Unternehmen 23,2 Mrd.
Euro um. Mit weitem Abstand folgt der Baukonzern Strabag (12,8 Mrd. Euro).
Auch auf der Ertragsseite konnte der Energieriese zuletzt glänzen. Denn das
EBIT stieg im ersten Quartal – im Vergleich zum Vorjahr – um rund 14 Prozent
auf 807 Mio. Euro.

Die politischen Unruhen in einigen Ländern Nordafrikas sowie im Mittleren
Osten haben dabei für Belastungen gesorgt. Der deutlich erhöhte Ölpreis
konnte dies aber überkompensieren. Trotzdem ist das Engagement in den
Krisengebieten der zweite Grund für die durchwachsene Aktien-Perfor¬mance.
Diese werden weiter anhalten. Dem steht jedoch gegenüber, dass die
Ertragsseite – vor allem Dank der hohen Öl- und Gaspreise – sehr stabil ist.

Daher sollten Anleger jetzt auf Produkte setzen, die eine attraktive
Seitwärtsrendite abwerfen. Dazu bietet sich einen Discounter der RCB (ISIN
AT0000A0MV53) mit einem Cap knapp „im Geld“ an. Es wirft maximal zwölf
Prozent oder 10,9 Prozent p.a. ab. Dazu muss der Basiswert am Laufzeitende
im Juli 2012 das Cap-Niveau von 28,00 Euro behaupten können. Vom aktuellen
Aktienkurs bei 28,88 Euro ist daher sogar ein Abschlag von rund drei Prozent
zulässig, ohne den Ertrag zu gefährden.

Die offensivere Variante kommt von der Commerzbank (ISIN DE000CM52T32). Bei
einer Laufzeit bis Juni 2012 ist eine maximale Rendite von 15,6 Prozent
möglich, sofern sich die Aktie bis an die 30-Euro-Marke erholt. Dazu ist
allerdings ein Kursplus von 3,8 Prozent bis zum Laufzeitende notwendig.

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