Die Wahrheit schmerzt oft, denn man will immer nur positive Dinge
hören. Die Aussagen von Herrn Trichet, seines Zeichens der Chef der
europäischen Zentralbank, gaben dem aktuellen Verkaufsmodus das
Fünkchen Panik dazu. Die EZB rückt trotz der sich abzeichnenden
Verlangsamung der Wirtschaftsentwicklung nicht von ihrer Strategie der
kleinen Zinserhöhungen ab, denn sie sieht weiterhin die Bekämpfung der
Inflation als dringliche Angelegenheit. Da dies nur mit Zinserhöhungen
machbar ist, und diese der Feind der Börsen sind, gab es für diese
Bemerkungen keinen Applaus von den Marktteilnehmern.
Am Morgen war der Dax noch mutig in den Handelstag gestartet, doch am
Ende des Tages haben es die Marktteilnehmer mit einer Katastrophe zu
tun. Nach Xetra-Handelsschluss standen Minus 3,4% Minus zu Buche, ein
heftiger Tagesverlust. Doch damit war noch lange nicht Schluss, denn
die Wall Street-Indizes verloren von Stunde zu Stunde an Wert. Die
nachbörsliche Entwicklung inbegriffen stürzte der deutsche Leitindex um
satte 6,5% ab. Damit wurden in den letzen sieben Handelstagen über 100
Milliarden Börsenwert vernichtet.
Als die letzte und bitterste Verkaufswelle über den Dax hereinbrach,
saß ich nicht mehr vor den Handelsschirmen. Da ich auf die Intervention
der japanischen Regierung mit einem Trade im Währungspaar USD/JPY
gesetzt hatte(Gewinn 123 Pips), konnte ich einen schönen Gewinn
einfahren, und da sonst nur Panik herrschte, und dies eine akzeptable
Stoppsetzung unmöglich macht, beendete ich frühzeitig den Arbeitstag.
Trading-Chancen des Tages
Wie jeden Morgen setze ich mich auch heute mit dem Dax und dem
Währungspaar EUR/USD auseinander. Dies ist meine ganz private Watchlist
mit potenziellen Trades, welche kurzfristig ausgerichtet sind. Hier
gibt es die Trade-Aktivitäten
in Echtzeit: Instinkt Trader.
Dax (DAX.I): nur sporadisch aktiv
Von Beruhigung ist heute morgen nichts zu spüren. Es ging gerade unter
die 6.200er-Marke! Wo endet der Ausverkauf? Zum Monatsbeginn bzw.
Wochenbeginn stand der Dax noch bei fast 7.300 Punkten. Wahnsinn, aber
an den Börsen darf man sich nicht wundern. Und gerade die Bewegungen
nach unten sind oft sehr schnell und steil und von Überreaktionen
geprägt.
Jetzt Trigger-Marken zu nennen, an denen ich aktiv werde, wäre
unseriös. Die Lage ist zu paniklastig und Trades werde ich heute – wenn
überhaupt – sporadisch eingehen, wenn es beispielsweise nach einem
weiteren Tauchgang wieder über einen relevanten Kursbereich geht – etwa
die 6.200er-Marke. Der Gedanke an Kapitalerhalt muss stärker sein, als
der Gedanke an entgangene Riesengewinne. Lassen Sie sich von Gier und
Angst nicht leiten!
Gestriges Ergebnis: Verlust 23 Dax-Punkte
Dax – 30-Minuten-Chart – CFX Trader
Dax (DAX.I): Auch die 6.200er-Marke wurde nach unten verlassen. Wo
endet der Ausverkauf?
Weiterhin gilt:
Bei allen Dax-Trades ist zu beachten, dass diese möglichst eng
abgesichert werden. Für mich bedeutet das ein maximaler Verlust von 25
Punkten pro Trade, den ich bereit bin zu erleiden. Bei Trades mit
überschaubarem Kursziel ziehe ich den Stopp aber auch enger an.
EUR/USD: die Euro-Bullen wehren sich wieder
Der Euro kommt unter Druck, da EU-Kommissionspräsident Barroso eine
Aufstockung des Euro-Krisenfonds vorschlug. Damit flammt die Angst um
Italien und Spanien wieder auf, die noch vor zwei Wochen durch die
Beschlüsse beim Euro-Krisengipfel auf Sparflamme zurückgefahren werden
konnte. Ganz ehrlich: Wie schön wäre es, wenn wir schon jetzt unseren
Familienurlaub am Gardasee antreten könnten. Das ist derzeit alles so
extrem politisch und hektisch an den Märkten …
Am späten Abend zog es den Euro unter die untere Trendkanalbegrenzung.
An der Unterstützung bei 1,4050 zeigten sich dann aber wieder
Euro-Käufer und oben stoßen die verbliebenen Bullen bei 1,4130 auf
Gegenwehr. Damit habe ich ihnen schon meine Trigger-Marken genannt:
Long steht an, sofern der Widerstand bei 1,4130 überwunden wird. Short
ist bei einem Bruch der Unterstützung bei 1,4050 angesagt. Ein weiterer
Short-Einstieg ist vorgesehen, wenn es unter die Auffanglinie bei
1,4085 geht – hier wurde vor wenigen Stunden ein Zwischentief markiert.
Ansonsten muss man erst einmal sehen, was der Tag so bringt. Wie schon
mehrfach erwähnt: Derzeit regiert die Panik, und da wird die
Charttechnik doch ziemlich ausgehebelt.
Sollte heute wieder der Panikmodus greifen und die magische
1,40er-Marke durchbrochen werden, dann gehe ich short, denn dort haben
sicher viele Marktteilnehmer ihre Stopps platziert und die nächste
Verkaufswelle könnte somit starten.
Gestriges Ergebnis: Gewinn 3 Pips
EUR/USD – 30-Minuten-Chart – CFX Trader
EUR/USD:
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Till Kleinlein, Chefredakteur, CFX Trader Kolumne |
Till Kleinlein zeigt, wie auch in schweren Börsen-Zeiten, kurzfristig orientierte Trader Gewinne machen können. Er gewährt im Devisen Monitor Einblick in seine Handelsvorbereitung, die neben einem Überblick über die Marktlage auch Trading-Ideen für den bevorstehenden Handelstag beinhalten. Zusätzlich berichtet er in einem separaten Dienst, dem Instinkt Trader, über seinen Trading-Alltag und kann so noch aktueller auf Marktgeschehnisse hinweisen und weitere Trading-Ideen vorstellen.
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