Wissenswertes zum schwarzen Gold



09:59 08.08.11

Oekonomen und Analysten zufolge sind einige der globalen Megatrends der Zukunft Rohstoffe, Klimawandel, Wasserknappheit, Infrastruktur und Energie. Trends, die sich aufgrund der immer stärkeren Eigendynamik durch die Industrialisierung Chinas und Indiens nach Expertenmeinungen auch von Krisen nicht aufhalten lassen. Insbesondere gelte das für den globalen Energiesektor. Grund: das Ende des Ölzeitalters und eine allgemeine Energieverknappung.

Vom Ende des Ölzeitalters ist bei den Zertifikate-Anlegern allerdings bisher noch nichts zu spüren. Kein Wunder, denn Erdöl ist ein begehrtes Gut und noch immer der wichtigste Energielieferant weltweit. Auch bei deutschen Privatanlegern gehört Erdöl zu den beliebtesten Basiswerten. Das hat der DDV zum Anlass genommen, sich ein wenig näher mit diesem Rohstoff in seiner Reihe Beliebte Basiswerte zu beschäftigen.

Rein physikalisch betrachtet ist Erdöl ein hauptsächlich aus Kohlenwasserstoff bestehendes Stoffgemisch. Es ist in der Erdkruste eingelagert und besteht aus mehr als 500 Komponenten. Die Dichte von Erdöl liegt zwischen 0,82 und 0,94g/cm3 und ist damit geringer als die Dichte von Wasser, die bei ca. 1g/cm3 liegt. Als Maßeinheit für Erdöl dient das Barrel, ein Hohlmaß, das 42 US-Gallonen bzw. 35 britischen Gallonen entspricht. Dies sind 158,99 Liter. Mit einem Anteil von 12,90 % an der Weltförderung belegt Russland den ersten Platz unter den Erdölförderern, gefolgt von Saudi-Arabien mit 12,00 % und den USA mit 8,70 %. Am 31. März 1986 hatte der Erdölpreis seinen niedrigsten Stand bei 10,25 Dollar pro Barrel. Mit 145,31 Dollar pro Barrel war Erdöl nie teurer als am 3. Juli 2008.

Für den Privatanleger stehen derzeit rund 18.100 strukturierte Produkte mit dem Basiswert Erdöl zur Verfügung. Je nach Markterwartung und Risikoneigung kann aus ca. 1.600 Anlage-Zertifikaten und ca. 16.500 Hebelprodukten das passende Produkt gewählt werden.



Allerdings ist nicht nur der Öl-Preis der einzige Parameter, der den Wert eines Investments mitbestimmt. Bei einer Anlage in Öl- Zertifikate sollten Privatanleger zum Beispiel Währungsschwankungen und Terminmarktbesonderheiten beachten. Seit jeher wird Öl an den internationalen Warenterminbörsen in US-Dollar gehandelt. Das bringt Währungsrisiken für den Anleger mit sich. Daher gibt es bei den Öl-Zertifikaten sogenannte Quanto-Zertifikate, die das Wechselkursrisiko ausschalten.

Zudem sollten sich Anleger über die Eigenheiten der Terminmärkte bei Öl informieren. Denn Zertifikate beziehen sich auf den an den Terminbörsen festgestellten Futures-Preis. Diese Kontrakte haben aber eine Fälligkeit. Das bedeutet für den Zertifikate-Emittenten einen Wechsel in den nächsten Kontrakt. Eine Auswirkung auf den Kurs des Zertifikats hat nun, ob der neue Future über oder unter dem aktuellen Marktpreis des Öls liegt. Liegt er darüber, kommt es zu so genannten Rollverlusten, was auch als Contango bezeichnet wird.

Wichtig zu wissen ist: Investments in Öl sind kein Selbstläufer und Anleger müssen sich umfassen informieren. Denn selbst bei einfachen Index- Zertifikaten, die das Auf und Ab des Ölpreises nachvollziehen, spielen mehr Faktoren eine wichtige Rolle als nur der Preis für ein Fass Öl.

 

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Über den Autor
 
Autor: Lars Brandau Lars Brandau,
Deutscher Derivate Verband

Der DDV ist die Branchenvertretung der führenden Emittenten derivativer Wertpapiere in Deutschland. Die Mitglieder repräsentieren 90% des Gesamtmarktes. Der DDV fördert den Derivatemarkt und somit die Akzeptanz von Zertifikaten, Aktienanleihen und Optionsscheinen. Zu den Zielen des DDV zählen außerdem der Schutz der Anleger und die Verbesserung der Verständlichkeit und Transparenz der Produkte. Weitere Informationen unter: www.derivateverband.de

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