Die Enttäuschung über das deutsch-französische Krisentreffen war am
Ende doch zu groß. Der Dax versuchte es ernsthaft, konnte sogar nach
der morgendlichen Schwäche kurz in die Gewinnzone zurückkehren, doch am
Ende des Handelstages hatten wieder die Bären die Zügel fest in der
Hand. Dieses ständige Auf und Ab zehrt an den Nerven der Anleger. Das
ist ja grundsätzlich super interessant, und es ergeben sich ständig
neue Einstiegsmöglichkeiten (wenn auch unter erhöhtem Risiko), doch auf
Dauer von Wochen geht das einfach an die Substanz. Es war zwar schon
lange so geplant, doch es gibt wohl kaum einen besseren Zeitpunkt, als
nächste Woche den Urlaub anzutreten. Die Freude darauf ist dennoch
dieses Mal gedämpft, denn es ist noch nicht klar, ob wir
krankheitsbedingt auch die geplante Italien-Reise antreten können.
Drücken Sie uns die Daumen!
Während des Urlaubs werden Sie wie gewohnt Theorie-Ausgaben der Kolumne
erhalten. Nun aber zurück zur Praxis: Für uns Trader ist die geplante
Einführung der Finanzmarkttransaktionssteuer ein ernstzunehmendes
Thema. Vor über einem Jahr wurde dies schon einmal diskutiert, damals
war es aber noch ein deutscher Vorstoß, dem es an Unterstützern fehlte.
Die Fangemeinde ist nun aber aufgrund der Zuspitzung der Euro-Krise
angewachsen, nur London hält dankenswerter Weise kräftig dagegen. Bevor
hier aber über die Auswirkungen einer derartigen Steuer lamentiert
wird: Es sind noch ungelegte Eier, und außerdem gibt es bislang auch
keinen konkreten Vorschlag, wie hoch diese Steuer ausfallen soll.
Dennoch: Noch nie war die Gefahr so groß, dass diese unsinnige Steuer
auch kommt, denn die Ideenlosigkeit der Politiker zwingt sie ja dazu
irgendetwas zu machen, und da ist eine Randgruppe, die bösen Trader,
ein gefundenes Fressen. Auch wenn der Artikel nun schon über ein Jahr
alt ist, hat er dennoch nichts an seiner Aktualität verloren:
Luftablassen – Finanzmarkt-Transaktionssteuer und andere Ärgernisse.
Trading-Chancen des Tages
Wie jeden Morgen setze ich mich auch heute mit dem Dax und dem
Währungspaar EUR/USD auseinander. Dies ist meine ganz private Watchlist
mit potenziellen Trades, welche kurzfristig ausgerichtet sind. Hier gibt es die
Trade-Aktivitäten in Echtzeit: Instinkt Trader.
Dax (DAX.I): vorbörsliche Schwäche schon fast normal
Gestern gab es einen kleinen Fehlausbruch aus dem Dreieck, der ein paar
Punkte über der oberen Begrenzungslinie (rot) punktgenau von der
200er-Durchschnittslinie (lila) abgefangen wurde. Heute morgen wird mal
wieder eine Eröffnungslücke nach unten gerissen. Der Dax verlässt damit
das Dreieck, welches sich in dieser Woche ausgebildet hat. Die
Aussagekraft von Dreiecken ist nicht besonders hoch, können sie doch
sowohl trendbestätigenden, als auch trendbrechenden Charakter haben.
Genau diese neutrale Sicht ist aber ohnehin das derzeitige Credo beim
Traden: Die Märkte sind ein Spielball der Politik geworden, und damit
nimmt die Technische Analyse an Wert ab. Ich freue mich schon wieder
auf die Zeiten, an denen es wieder anders sein wird – leider wird dies
wohl noch eine Weile dauern. Zu zaghaft und sprunghaft sind die Mittel,
mit denen die Baustelle „Schuldenkrise“ beackert wird.
Eine Rückeroberung der 5.900er-Marke wird die verbliebenen
Marktteilnehmer wieder etwas mutiger werden lassen und andere Anleger
reaktivieren – ich werde beim Eintreten dieses Ereignisses eine
Long-Position aufbauen. Wird aber das vorbörsliche Tief bei 5.830
Punkten unterschritten, so gehe ich short – zumindest bis an die
5.800er-Marke sollte es dann gehen (nicht nur bei diesem Trade, werde
ich versuchen den Stopp baldmöglichst in die Gewinnzone nachzuziehen,
denn sprunghaft ist derzeit nicht nur die Politik, sondern auch die
Kurse). Ein weiterer Short-Einstieg bietet sich an, wenn auch noch die
Unterstützung bei 5.780 Punkten nach unten verlassen wird.
Kommt der deutsche Leitindex aber wieder auf die Beine und startet eine
intraday-Gegenbewegung – ist ja schon fast alltäglich -, dann gehe ich
long, wenn es auch über den Widerstand bei 5.960 Zählern geht, sowie
bei einem Durchbrechen der 200er-Durchschnittslinie (verläuft
gegenwärtig knapp über der 6.000er-Marke). Entpuppt sich eine
Stärkephase aber erneut als Strohfeuer, gehe ich short – etwa wenn die
6.000er-Marke nach zuvor deutlich höheren Notierungen nach unten
verlassen wird, oder es auch noch unter die Kurszone um 5.960 Punkte
geht.
Gestriges Ergebnis: Gewinn 11 Dax-Punkte
Übrigens: Gestern kam es zu einem neuen Allzeithoch beim Instinkt Trader-Musterdepot.
Dax – 30-Minuten-Chart – CFX Trader
Dax (DAX.I): Die Unsicherheit entweicht einfach nicht.
Weiterhin gilt:
Bei allen Dax-Trades ist zu beachten, dass diese möglichst eng
abgesichert werden. Für mich bedeutet das ein maximaler Verlust von 25
Punkten pro Trade, den ich bereit bin zu erleiden. Bei Trades mit
überschaubarem Kursziel ziehe ich den Stopp aber auch enger an.
EUR/USD: Höhenluft bekam dem Euro nicht
Kurz machte es sich der Euro über der 1,45er-Marke gemütlich, doch dann
wurde ein Kursrückgang eingeläutet, der gegenwärtig um die 1,44er-Marke
noch nicht beendet scheint. Erst eine Rückkehr über den kleinen
Widerstand bei 1,4420 lässt die Bullen wieder mutiger auftreten – dann
gehe ich long. Die große Hürde, die sich in den Weg stellt, ist aber um
1,4455 angesiedelt. Ein Überwinden aktiviert ein bullisches Signal und
lässt mich long gehen bzw. bleiben. Dann sollte der Euro auf Tagessicht
zumindest wieder an die 1,45er-Marke herankommen.
Wird aber die Unterstützung bei 1,4380 unterschritten, so gehe ich
short. Ebenso, wenn es unter die Auffanglinie bei 1,4350 geht, und im
Falle zunächst höherer Notierungen bei einem Bruch der Unterstützung
bei 1,4420 (aus Widerständen werden bei deren Überwinden
Unterstützungen).
Gestriges Ergebnis: Gewinn 49 Pips
EUR/USD – 30-Minuten-Chart – CFX Trader
EUR/USD: Erst ein starke Aufwärtsbewegung, dann eine ebenso starke
Abwärtsbewegung. Die klare Linie fehlt!
Wirtschaftsdaten
(darauf sollten Sie heute achten)
08:00 DE: Destatis, Baugenehmigungen 1H
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Till Kleinlein, Chefredakteur, CFX Trader Kolumne |
Till Kleinlein zeigt, wie auch in schweren Börsen-Zeiten, kurzfristig orientierte Trader Gewinne machen können. Er gewährt im Devisen Monitor Einblick in seine Handelsvorbereitung, die neben einem Überblick über die Marktlage auch Trading-Ideen für den bevorstehenden Handelstag beinhalten. Zusätzlich berichtet er in einem separaten Dienst, dem Instinkt Trader, über seinen Trading-Alltag und kann so noch aktueller auf Marktgeschehnisse hinweisen und weitere Trading-Ideen vorstellen.
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