Nach der ruhigeren Vorwoche kehrte ab Donnerstag die Nervosität an die Finanzmärkte zurück. Immer mehr verfestigte sich dabei der Eindruck, dass sich das Wirtschaftswachstum in nahezu allen Regionen der Welt spürbar verlangsamt und die Gewinnerwartungen der Unternehmen bald deutlich zurückgenommen werden dürften. Das zeigt die Transaktionsgeschichte der vergangenen Woche in den mehr als 300 von Vermögensverwaltern gesteuerten Depots, die die firstfive AG laufend beobachtet. Diese Befürchtungen waren auch aus den Gesprächen mit den Verwaltern zu entnehmen. „Zusammen mit den immer noch nicht gelösten Fragen rund um die überbordende Staatsverschuldung, die Rettung des Euro-Raums und die schwieriger werdende Lage der Banken haben wir derzeit ein Gemisch von offenen Problemen, wie ich sie in den 40 Jahren meines Berufslebens so noch nie erlebt habe“, so ein Entscheider. Mit nur rund 27 Mio. Euro beziehungsweise 0,8 Prozent am Gesamtvolumen der 300 Depots lagen die Transaktionen im Berichtszeitraum noch unter denen der Vorwoche. Davon entfielen fast die Hälfte auf Fonds, knapp 10 Mio. Euro auf Aktien, 1,4 Mio. Euro auf Anleihen und 1 Mio. Euro auf Zertifikate. Für sich genommen lässt das Volumen nicht auf eine höhere Besorgnis unter den Verwaltern schließen, sondern eher auf eine weiter abwartende Haltung. Entsprechend blieben die Transaktionsaktivitäten in der Berichtswoche sehr gering. Aus dem Wochenvergleich lässt sich die wieder zugenommene Besorgnis der Marktteilnehmer allerdings noch nicht herauslesen. Immerhin legten der MSCI-World um satte 4,2 Prozent zu, der Nikkei um 1,7 Prozent und der Eurostoxx 50 um 2 Prozent. Dagegen traten der Dax und die Leitindizes an der Wallstreet auf der Stelle. Die Tendenz, wieder verstärkt sicherere Häfen anzulaufen, war dagegen am Anleihe- und Devisenmarkt und beim Gold unübersehbar: Während Letzteres sich in US-Dollar an die 1.900er Marke heranrobbte und damit um fast 5 Prozent zulegte, stieg der Bund-Future um mehr als 1,2 Prozent und die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe fiel auf unter 2 Prozent zurück. Gleichzeitig gewann der Schweizer Franken gegenüber dem Euro 3 Prozent.
Jürgen Lampe, firstfive AG, mehr Informationen über aktuelle Depotentscheidungen im firstfive Newsletter, www.firstfive.com.
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Jürgen Lampe, firstfive |
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