Die Notenbanken heizten die aktuelle Kaufrallye noch weiter an. EZB,
Fed und andere Notenbanken stellen künftig den Banken günstige
Dollarkredite zur Verfügung. Diese abgesprochene Aktion ist wohl nötig,
da einige Banken wegen der gegenwärtigen Schuldenkrise in Schieflage
geraten könnten, vermutlich aber schon Probleme bekommen haben. Eine
Vorsorgemaßnahme, die in anderen Phasen sicher die Verunsicherung
verstärkt und eher fallende Kurse nach sich gezogen hätte, doch in
dieser Woche sind die Märkte im Bullenmodus und die Dollarspritze für
europäische Banken wirkt daher eher beruhigend, wie die letzen
Äußerungen der Politik. Entscheidend wird sein, wie die Masse reagiert,
wenn die Erleichterung zur Normalität wird und sich die Marktteilnehmer
wieder den Fakten widmen. Die Finanzlage der angeschlagenen Staaten hat
sich noch nicht verbessert, überzeugende Modelle, wie dies geschehen
soll, sind uns auch noch nicht zu Ohren gekommen.
Turbulent wird es wohl auch heute weitergehen. Heute ist Großer
Verfallstag. Dieser besondere Tag wird im Börsenjargon auch Hexensabbat
genannt, da die Kursbewegungen an diesem Tag teilweise irrational
erscheinen – im derzeitigen Umfeld dann wohl eher rational. Zu
unterschiedlichen Uhrzeiten findet am (großen) Verfallstag, bzw.
Hexensabbat das so genannte Fixing der Optionen und Futures an der
Börse statt. Um 12.00 Uhr verfallen zunächst die Index-Optionen und
–Futures der STOXX-Familie. Danach (um 13.00 Uhr) verfallen am
Hexensabbat dann die Futures und Optionen auf den Dax und den TecDAX.
Erst gegen Ende des Handelstages um 17.30 Uhr laufen dann die Optionen
und Futures auf einzelne Aktien an der Börse aus. Nicht nur an der
deutschen Terminbörse, sondern auch an fast jeder Börse weltweit findet
der Hexensabbat statt. Große Marktteilnehmer wie Fonds- oder
Vermögensverwalter versuchen im Vorfeld diese besondere Konstellation
an der Börse zu ihren Gunsten zu nutzen und die aktuellen Kurse für den
Verfallstag, bzw. Hexensabbat auf jene Preise zu treiben, bei denen sie
an der Terminbörse engagiert sind. Und dies trieb die Börsen in den
letzten Tagen auch noch nach oben an. Mehrheitlich hatten sich die
großen Adressen auf hohem Niveau – aus aktueller Sicht – abgesichert.
Nach dem heutigen Fixing wird sich auch zeigen, ob die Kauflaune weiter
Bestand haben wird.
Trading-Chancen des Tages
Wie jeden Morgen setze ich mich auch heute mit dem Dax und dem
Währungspaar EUR/USD auseinander. Dies ist meine ganz private Watchlist
mit potenziellen Trades, welche kurzfristig ausgerichtet sind. Hier gibt es die
Trade-Aktivitäten in Echtzeit: Instinkt Trader.
Dax (DAX.I): kein Halten
Vorbörslich strebt der Dax der 5.600er-Marke entgegen. Gibt es
überhaupt kein Halten mehr? Aufgrund des Frühstarts der Bullen macht es
keinen Sinn mehr, vor dem Fixing (großer Verfallstag) zu agieren. Am
Nachmittag könnten sich dann aber Short-Möglichkeiten ergeben, denn es
würde nicht verwundern, wenn der Einfluss des Hexensabbats erloschen
ist, viele Marktteilnehmer an Gewinnmitnahmen vor dem Wochenende denken
und auch danach handeln. Schließlich hat der deutsche Leitindex,
ausgehend vom Montagstief rund 600 Punkte zulegen können.
Dax – 30-Minuten-Chart – CFX Trader
Dax (DAX.I): Kommt es vor dem Wochenende zu Gewinnmitnahmen?
Weiterhin gilt:
Bei allen Dax-Trades ist zu beachten, dass diese möglichst eng
abgesichert werden. Für mich bedeutet das ein maximaler Verlust von 25
Punkten pro Trade, den ich bereit bin zu erleiden. Bei Trades mit
überschaubarem Kursziel ziehe ich den Stopp aber auch enger an.
EUR/USD: Ausbruch nach oben
Der Trendkanal konnte gestern, dank der Notenbank-Aktion, nach oben
durchbrochen werden – was mir schöne 71 Pips Gewinn einbrachte.
Mittlerweile haben sich die Devisenhändler wieder etwas beruhigt und
der Euro ging gegen den Dollar in eine Seitwärtsphase über, die ihn
zurück an die Ausbruchsstelle brachten. Dies ist grundsätzlich als eine
Bestätigung des Ausbruchs zu werden – ein sogenannter Rücklauf.
Sollte aber die obere Trendkanallinie, sowie die steile, kurzfristige
Trendlinie (schwarz) unterschritten werden, werde ich short gehen. Geht
es aber wieder aufwärts und wird dabei das Tageshoch aus dem asiatisch
geprägten Handel um 1,3875 überwunden, so gehe ich long. Ein weiterer
Long-Einstieg bietet sich an, wenn die 1,39er-Marke überwunden wird –
im Falle einer offenen Position dann eben als Positionsausbau. Mehr
Trading-Ideen leite ich heute morgen nicht ab, ich werde gegebenenfalls
lieber auf andere Währungspaare ausweichen.
EUR/USD – 30-Minuten-Chart – CFX Trader
EUR/USD: Kann er sich wieder nach oben drücken?
Wirtschaftsdaten
(darauf sollten Sie heute achten)
10:00 EWU: Europäische Zentralbank (EZB), Leistungsbilanz Eurozone Juli
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Till Kleinlein, Chefredakteur, CFX Trader Kolumne |
Till Kleinlein zeigt, wie auch in schweren Börsen-Zeiten, kurzfristig orientierte Trader Gewinne machen können. Er gewährt im Devisen Monitor Einblick in seine Handelsvorbereitung, die neben einem Überblick über die Marktlage auch Trading-Ideen für den bevorstehenden Handelstag beinhalten. Zusätzlich berichtet er in einem separaten Dienst, dem Instinkt Trader, über seinen Trading-Alltag und kann so noch aktueller auf Marktgeschehnisse hinweisen und weitere Trading-Ideen vorstellen.
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