Liebe Leserinnen und Leser,
nach vier Gewinn-Quartalen in Folge hat der DAX den jüngsten Drei-Monats-Rhythmus mit einem absoluten Rekordverlust von rund 1.800 Punkten beendet. Prozentual haben wir mit einem Abschlag von 21% den viertschlechtesten Börsensommer der gesamten Historie erlebt, der nur in den Jahren 2002 (-42,53%), 2001 (-29,64%) sowie 1990 (-27,64%) noch dramatischer ausfiel. Zwar konnte sich das deutsche Leitbarometer nun recht deutlich von dem Monatstief bei 4.966 nach oben absetzen, doch den neuen charttechnischen Kaufsignalen, die durch den Ausbruch über 5.500 Zähler generiert wurden, scheint noch niemand wirklich zu trauen. Verständlich, denn schließlich konnte der DAX alleine in den vergangenen drei Handelstagen in der Spitze 726 Punkte auf 5.700 zulegen. Aber …
Steigende Kurse bis zum Jahresende?
Historisch betrachtet startet mit dem Herbstbeginn nun auch die beste Jahreszeit an der Börse. Rückblickend konnte der DAX in 19 der letzten 22 Jahre zwischen Oktober und Ende Dezember deutlich zulegen. Das entspricht einer Trefferquote von 86%. Allerdings sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass es sich bei der Aktien-Stärke im vierten Quartal um kein Naturgesetzt handelt, wie uns die deutlichen Abschläge im Oktober 2008 schmerzhaft aufgezeigt haben.
Der Krisen-Dauer-Zustand
Den guten saisonalen Tendenzen stehen weiter die Hiobsbotschaften der Staatsschuldenkrise gegenüber. Und während in der Bundesregierung die Tatsache gefeiert wird, dass jeder Bundesbürger neben den 23.068 Euro deutschen Staatsschulden nun noch für EU-Garantien von 2.600 Euro pro Kopf gerade steht, werden die Märkte in den kommenden Sitzungen zeigen, was die Anleger von diesen Sicherungsmechanismen tatsächlich halten. Für 1.100 Euro mehr hätten wir die Staatsschulden von Griechenland auch gleich komplett übernehmen können, denn diese würden, umgerechnet auf 81 Mio. Bundesbürger, pro Kopf mit ca. 3.700 Euro zu Buche schlagen. Wirklich ausschließen, dass dieses Szenario nicht doch einmal Realität wird, kann im Augenblick wohl niemand. Umso wichtiger ist es, das Depot weiter mit Short-Engagements abzusichern.
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Stefan Hofmann, Stock-World |
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