X für ein U



10:14 05.10.11

Wissen Sie, was mich bis zur Weissglut ärgert? Dass die europäischen Finanzminister immer noch so tun, als hätten sie den gesamten Prozess derzeit unter Kontrolle und als könnten sie zwischen Alternativen wählen. Wobei sie längst die Kontrolle verloren haben.

Eine solche Borniertheit und Unfähigkeit die Fakten schlicht nicht zur Kenntnis nehmen zu wollen, sucht ihresgleichen. Wobei das Bestürzende ist, dass die Finanzkrise und das Nichthandeln unserer Regierung in den letzten zwei Jahren mittlerweile auch unsere Demokratie massiv beschädigt. Der Umgang mit dem Parlament, unserer Verfassung, europäischem Recht und zuletzt mit den Abweichlern, die nur ihrem verfassungsgemäßen Recht auf ihr Gewissen folgten, zeigen das mehr als überdeutlich.

Ist es denn schon eine Woche her, dass im Parlament über die Erhöhung des Euro-Rettungsschirms abgestimmt wurde? Schon damals war von Hebelung die Rede. Wieder wurden wir von der Regierung und Bundesfinanzminister Schäuble dreist hinters Licht geführt. Wobei wir von Globalyze schon damals aufdeckten, was die Regierung in Wahrheit vorhatte. Man musste nur die normalen Grundrechenarten beherrschen, um zu wissen, dass der Rettungsschirm im Ernstfall nicht ausreichen wird. Nun ist – wie zu befürchten - von zwei Billionen Euro die Rede. Ein Wahnsinn. Und so ist es an der Zeit, dass der Bundesfinanzminister für das Versagen in der Vergangenheit jetzt endlich die Verantwortung übernimmt und zurücktritt. Und diese Regierung statt Weiter so endlich die Vollbremsung vornimmt. Denn 2 Billionen Euro bzw. der Anteil, der dann auf uns entfällt, gefährden Deutschland in seinen Grundfesten. Hier wird der Staat zum gleichen Zocker wie die Banken. Und das ist wirklich nicht seine Aufgabe!

Eines ist klar. Die Dexia ist erst der Anfang. Wäre nicht die EZB, die sich mit –nach unserer Auffassung - nicht mit den Statuten zu vereinbarenden Käufen von derzeit wahrscheinlich weit über 150 Mrd. Euro Staatsanleihen nicht gegen die Krise stemmte, dann wäre es schon längst zu Zusammenbrüchen im europäischen Bankensektor gekommen. Nun müssen also die beiden Staaten bei der Dexia ran. Das Problem ist nur, dass damit auch die Verschuldung steigt und Frankreich und auch Belgien möglicherweise vor einer Herabstufung der Ratingagenturen stehen. Wie das weiter gehen kann, brauche ich wohl nicht auszumalen. Die Konsequenzen können Sie sich alle ausmalen. Wir befinden uns mitten in einem Teufelskreis.

Insofern ist konsequentes und richtiges Handeln notwendig. Verantwortungsvolles Handeln bedeutet jetzt das Griechenland Problem endlich und möglichst kurzfristig einer langfristigen Lösung zuzuführen. An einem Schuldenschnitt und an einem Austritt Griechenlands aus der Eurozone werden das Land und die Banken nicht vorbeikommen. Wobei letzteres für die Bevölkerung Griechenlands ein Segen wäre und es ein Gradmesser dafür ist, wie ernst es Griechenland mit Europa wirklich meint. Will man die Europäer erpressen oder an einer Lösung zielorientiert mitwirken? Eine eigene Währung würde jedenfalls die Anpassungsmaßnahmen nicht ganz so drastisch ausfallen lassen. Parallel dazu würde die vorerst schwache Währung zu Investitionen in das Land einladen. Die europäische Gemeinschaft diesen Prozess flankierend begleiten. Es wäre ein notwendiges Signal an die Märkte.

Wir von Globalyze und eine Reihe von anerkannten deutschen Volkswirtschaftsprofessoren  haben bereits vor einem Jahr erkannt und davor gewarnt, dass diese vollkommen verfehlte Politik nicht zu einem guten Ende führen kann. Jeder der das möchte, kann meine Kolumne von damals nachlesen. Schleswig-Holsteinische Bundespolitiker wie u.a. die von uns angeschriebenen Herren Dr. Murmann und Dr. Bartels haben damals beschwichtigend und ausweichend geantwortet, als wir von ihnen gefordert haben, für Griechenland zu bürgen.

Statt nun endlich einzusehen, dass man einen schweren Fehler gemacht hat und die Rolle rückwärts vorbereitet, will diese Regierung uns nun erneut ein X für ein U vormachen.

Wie aber reagieren Sie als Anleger auf diese neue Qualität der Krise? Wie man es auch dreht und wendet. Am Ende sind Sachanlagen wie es auch die Aktie darstellt, was ja nichts anderes ist als die Beteiligung an einem Unternehmen die sicherste Anlage. Das mag manchen von Ihnen überraschen. Tatsache ist aber, dass in einer Welt, in der wir mit Bankenpleiten zumindest rechnen müssen, Sicht-, Termin- oder Geldeinlagen ein deutlich höheres Risiko darstellen. Dass Staatsanleihen inzwischen auch nicht mehr sicher sind, dürfte inzwischen auch die Masse der Anleger gemerkt haben. Solange Politiker nicht in der Lage sind Ausgabenkürzungen vorzunehmen, werden diese mit jedem Tag unsicherer. Und wer dann auf die Staatsanleihen der BRD verweist, dem muss man die Frage nach der realen Verzinsung in Zeiten steigender Inflation stellen.



Das einzige was da sicher ist, ist bei einer Inflation von in Europa derzeit 3 % der reale Wertverlust in Ihrem Depot. Wer sich damit abfinden kann, dass die Banken und der Staat jeden Monat quasi mit gieriger Hand ins Depot greifen und Kaufkraft abschöpft, der kann sein Geld dort belassen.

In meinem Buch „Rendite ist kein Zufall“ gibt es die Überschrift „Finanzkrisen sind in Wahrheit Finanzchancen.“ Um aber aus Krisen wie dieser gestärkt hervorzugehen, bedarf es Nerven wie Drahtseile, eine ruhige Hand, eine solide und fundamentale Aktienauswahl und Mut. Mut jetzt und bei weiteren Rücksetzern in Aktien zu investieren. Wo wir mir Kunden zutragen, Banker (überlegen Sie sich mal warum) derzeit ihren Kunden raten Aktien zu verkaufen, was ein großer Fehler wäre. Es sei denn man hat die Falschen.

Um an die Richtigen heranzukommen, können Sie über unser Portal entweder unsere Top10, Top10 Plus oder unseren Value Börsenbrief beziehen oder noch kurz warten und unseren voraussichtlich nächste Woche zur Erstzeichnung angebotenen Aktienfonds erwerben. Wobei wir in Zeiten wie diesen, auch in einen möglicherweise noch weiter rückläufigen Markt investieren werden. Dies als Signal an Sie, dass sich bei uns von Globalyze Worte und Taten entsprechen, wir Ihnen kein X für ein U vormachen und

Rendite kein Zufall ist.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag und stets hohe Renditen.

Ihr Norbert Lohrke

Globalyze -
        Rendite ist kein Zufall

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Über den Autor
 
Autor: Norbert Lohrke Norbert Lohrke,
Globalyze Invest AG

Diplom-Volkswirt Norbert Lohrke betreibt seit 2004 www.globalyze.de mit seiner einzigartigen voll-automatisierten fundamentalen Aktienauswahl. Daraus resultieren renditeträchtige Produkte wie Top10 Plus, Top Flop, Value Börsenbrief und der Aktienfonds Globalyze QuantValue (A1JL1H). Nicht zuletzt aufgrund seiner Erfahrungen aus Wirtschaftsprüfung und Bewertung sowie seiner kritischen Betrachtungsweise ist der Investmentprofi einer der meistgelesenen Wirtschaftsautoren im deutschsprachigen Raum. Sein Slogan? „Rendite ist kein Zufall“

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