Die Marktteilnehmer stürzten sich gestern auf die geplante Hebelung
des Euro-Rettungsschirms. Bevor diese Meldung aber die Runde machte,
neu sind diese Überlegungen übrigens auch nicht, mussten Dax und
Euro aber tiefere Kursgefilde aufsuchen. Auch gemischt ausgefallene
Quartalszahlen einiger Blue Chip-Unternehmen konnten daran nichts
ändern. Die US-Banken Goldman Sachs und die Bank of America
enttäuschten die Anleger mit ihrem Zahlenwerk, was dann auch die
gesamte Bankbranche belastete. Goldman Sachs musste sogar den
zweiten Quartalsverlust seiner Geschichte bekannt geben, und auch
die ZEW-Konjunkturzahlen, die die mittelfristigen
Konjunkturerwartungen der Finanzanalysten einfangen, sind
überraschend stark gefallen. Dann kam auch noch der erhobene
Zeigefinger der Ratingangentur Moody´s in Richtung Frankreich ins
Spiel. Natürlich hat auch dies der europäischen Gemeinschaftswährung
nicht gerade Rückenwind verliehen, doch am späten Nachmittag, als
die Wall Street nach schwachem Start ins Plus lief, war sie endlich
da, die nötige Unterstützung. Die Vielzahl meist negativer
Nachrichten, inklusiver der Verwirrung des Vortages, hervorgerufen
durch Herrn Schäuble, waren plötzlich wie weggeblasen. Ein niedriges
Handelsvolumen hat diese Entwicklung begünstigt, die Anleger-Herde
folgte gehorsam.
In Japan wird erneut offen darüber gesprochen, am Devisenmarkt
einzugreifen, um den Yen zu schwächen. Es wird wieder Zeit auf einen
Anstieg des Dollar gegen den Yen zu setzen, denn dank der
japanischen Regierung ist der Dollar gut nach unten abgesichert – im
Signaldienst Instinkt Trader hatte ich dies in den letzten Wochen
immer wieder getan. Apropos Instinkt Trader: Gestern markierte
dieser ein neues Allzeithoch. Seit 1. November 2010 konnte das
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Dax: ein Automatismus aus früheren Tagen
Ausnahmsweise sehen wir uns heute den Dax-Chart an, denn die
Entwicklung des Euro hängt stark ab von der Entwicklung der
Aktienmärkte. Gestiegene Risikoneigung der Anleger lässt auch den
Euro steigen, während Anfälle von Pessimismus den Dax und den Euro
fallen lassen – und den Dollar stärken, ein Automatismus aus Zeiten,
in denen Amerika noch ein Musterschüler war und scheinbar nicht aus
den Köpfen zu bringen ist.
Am Morgen lotete der deutsche Leitindex ein Tief um 5.750 Punkte
aus. Im Laufe des Tages meldeten sich die Bullen zwar zurück, doch
der Knoten platzte erst nachbörslich. Heute morgen kann das
abendliche Kursniveau aber nicht verteidigt werden, der Weg bis zur
6.000er-Marke hat sich wieder vergrößert. Die Unterstützungen liegen
bei 5.920, 5.875, 5.855 und 5.745 Punkten. Auf Widerstände stoßen
die Bullen bei 5.950, 6.000, 6.035 und 6.080 Punkten.
Wird der Widerstand bei 5.950 Punkten genommen, so gehe ich long.
Dann rechne ich mit einem Anstieg bis an die magische 6.000er-Marke,
und sollten die Bullen dann nicht wieder das Ruder aus der Hand
geben, mit einem Anstieg bis 6.120 Punkte – wohl nicht heute, aber
im Laufe dieser Woche. Dieses Szenario erübrigt sich, sofern es die
Bären schaffen, den Dax unter die Auffangstationen bei 5.875/ 5.855
Zählern zu drücken.
Dax – 30-Minuten-Chart – CFX Trader
Dax: Die 6.000er-Marke hat er nun wieder fest im Blick.
Wirtschaftsdaten
(darauf sollten Sie heute achten)
11:00 EWU: Leistungsbilanz 2 Q
12:30 Travelers Cos Inc Quartalszahlen (0,96)
13:00 United Technologies Quartalszahlen (1,45)
13:15 Morgan Stanley Quartalszahlen (0,30)
14:30 US: Baubeginne/-genehmigungen September Baubeginne
Prognose: +4,2% gg Vm; zuvor: -5,0% gg Vm
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Till Kleinlein, Chefredakteur, CFX Trader Kolumne |
Till Kleinlein zeigt, wie auch in schweren Börsen-Zeiten, kurzfristig orientierte Trader Gewinne machen können. Er gewährt im Devisen Monitor Einblick in seine Handelsvorbereitung, die neben einem Überblick über die Marktlage auch Trading-Ideen für den bevorstehenden Handelstag beinhalten. Zusätzlich berichtet er in einem separaten Dienst, dem Instinkt Trader, über seinen Trading-Alltag und kann so noch aktueller auf Marktgeschehnisse hinweisen und weitere Trading-Ideen vorstellen.
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