SJB FondsEcho. Agrarrohstoffe. Teuer. Allianz RCM Global Agricultural Trends



20:22 20.10.11

SJB FondsEcho. Allianz RCM Global Agricultural Trends. MiFID-Risikoklasse nach MFX: 5.

 

Agrarrohstoffe. Teuer.

Trotz heftiger Kursschwankungen an den internationalen Börsen sind die Lebensmittelpreise kaum zurückgegangen. Der ausbleibende Preisverfall an den globalen Agrarmärkten signalisiert, dass im Bereich Nahrungsmittel weiter ein stabiles Verhältnis von Nachfrage und Angebot besteht. Denn die meisten fundamentalen Daten und der langfristige Trend sprechen für weitere Preissteigerungen in diesem Segment. Die Gründe liegen auf der Hand: Allein in den vergangenen 50 Jahren hat sich die Pro-Kopf-Ackerfläche halbiert, in den kommenden Jahrzehnten ist angesichts der wachsenden Weltbevölkerung mit einer Fortsetzung dieser Entwicklung zu rechnen. Der steigende Wohlstand in den Entwicklungs- und Schwellenländern sorgt für zusätzliche Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Lebensmitteln, zugleich stellt der Klimawandel die Landwirtschaft vor neue Herausforderungen. Auf dieser Basis werden Nahrungsmittel knapp und begehrt bleiben, so dass sich die Tendenz steigender Preise von Agrarrohstoffen fortsetzen sollte.

Für Investoren, die sich am globalen Wachstumsmarkt der Agrarwirtschaft beteiligen wollen, hat Allianz Global Investors den Allianz RCM Global Agricultural Trends (WKN A0NCGS, ISIN LU0342688198) aufgelegt. Der Fonds investiert in internationale Aktien mit Bezug zum Agrarsektor und will das auf lange Sicht hohe Renditepotenzial dieser Titel nutzen. Dazu setzt er auf eine breite Streuung über zahlreiche Einzeltitel, die durch eine Stockpicking-Strategie ausgewählt werden. Ein Schwerpunkt des Fonds liegt darin, Unternehmen zu identifizieren, die von der robusten Wirtschaft der Schwellenländer begünstigt werden. FondsManager Bryan Agbabian managt den Agrarfonds seit der Auflegung am 1. April 2008 und betreibt ein aktives Management. Der Allianz RCM Global Agricultural Trends besitzt keine explizite Benchmark, notiert in Euro und weist derzeit ein Volumen von 253,8 Millionen Euro auf. Seit seiner Auflegung hat der auf Agrarunternehmen spezialisierte Fonds eine Wertentwicklung von +6,50 Prozent in Euro erzielen können, was einer durchschnittlichen Jahresrendite von +1,80 Prozent entspricht. Im Gesamtjahr 2010 gelang ihm eine beachtliche Rendite von +37,8 Prozent. Wie sieht die Anlagestrategie des Allianz-Fonds aus?

 

FondsStrategie. Management. Aktiv.

Der Allianz RCM Global Agricultural Trends konzentriert sich ganz auf die Anlage in internationale Unternehmen aus dem Agrarsektor. Dabei stehen alle Firmen im Fokus, die direkt oder indirekt von der dynamischen Entwicklung in diesem Bereich profitieren. Zum Beispiel Unternehmen, die mit der Bereitstellung landwirtschaftlicher Produktionsressourcen wie Land und Wasser befasst sind, oder Firmen, deren Geschäftsfeld die Produktion, Lagerung oder der Transport von Agrarrohstoffen ist. Hinzu kommen Aktien aus dem Bereich Verarbeitung, Transport und Vertrieb von Nahrungsmitteln sowie Hersteller von Holz- und Papierprodukten, also Non-Food-Erzeugnissen. Anlageziel ist es, auf langfristige Sicht Kapitalwachstum zu erzielen.

Ein besonderes Augenmerk legt das FondsManagement auf Firmen, die von der steigenden Nachfrage nach Lebensmitteln und Agrarprodukten aus den Emerging Markets profitieren. Zu diesem Zweck werden die tendenziell zyklischen Unternehmen aus dem Upstream-Segment im Fonds übergewichtet. Aktuell/Per Ende September 2011 sind hier rund 77,0 Prozent des FondsVermögens investiert. Im weniger zyklischen Downstream-Segment setzt der Fonds vor allem auf die Fleischindustrie, die von der hohen Exportnachfrage nach Rind- und Schweinefleisch aus den Schwellenländern profitieren dürfte. Im Downstream-Bereich waren gegen Monatsende rund 22,0 Prozent des FondsVolumens investiert.

FondsManager Bryan Agbabian orientiert sich bei seiner Titelauswahl an keinerlei Bechmark und ist somit mit Blick auf die Länder- und Branchenstruktur innerhalb des Fonds sehr frei. Einzige Selbstbeschränkung des Fonds ist die Vorgabe, dass nicht mehr als 35,0 Prozent des Kapitals in Unternehmen aus Schwellenländern investiert werden dürfen. Der Schwerpunkt von Agbabians Tätigkeit liegt auf der gründlichen Einzelwertanalyse und einem aktiven Management des Fonds. Ziel ist eine breite Streuung über zahlreiche Einzeltitel. In welcher Portfoliostruktur schlägt sich dieses Vorgehen nieder?

 

FondsPortfolio. US-Aktien. Bevorzugt.

Bei der Länderallokation des Allianz RCM Global Agricultural Trends nehmen die USA mit 50,6 Prozent des Portfolios etwas mehr als die Hälfte des FondsVermögens und mit Abstand den größten Teil ein. Der zweite Platz geht an Kanada, wo 12,5 Prozent des FondsVolumens investiert sind. Die drittgrößte Länderposition wird in Malaysia gehalten, das 6,8 Prozent in der Portfoliogewichtung ausmacht. Weitere asiatische Staaten in der Länderzusammenstellung sind Indonesien (6,1 Prozent) und Singapur (4,3 Prozent). Im südamerikanischen Chile sind 5,1 Prozent des FondsVermögens investiert. Kleinere Positionen in Großbritannien (3,8 Prozent), Russland (2,7 Prozent) und Irland (2,5 Prozent) runden das Portfolio ab, das klar auf die nordamerikanische Region fokussiert ist. Ein weiterer Schwerpunkt ist der asiatische Raum, europäische Firmen sind eher gering vertreten. Welche Branchenallokation geht mit dieser Länderstruktur einher?

Das Portfolio des Allianz RCM Global Agricultural Trends wird von Unternehmen aus dem Sektor der Basiskonsumgüter dominiert, die mit 44,2 Prozent die am stärksten vertretene Branche darstellen. Knapp dahinter finden sich Firmen aus dem Bereich Rohstoffproduktion, Hilfs- und Betriebsstoffe, die einen 43,4 Prozent großen Anteil am FondsVermögen besitzen. Mit deutlichem Abstand folgen Industriewerte mit 12,4 Prozent Anteil an der Branchenallokation des Fonds. Wie wirkt sich diese Verteilung auf die Top-Holdings aus?

Größte Einzelposition des Fonds mit einem Anteil von 8,87 Prozent ist die kanadische Potash Corp. of Saskatchewan. Das Unternehmen ist der weltweit größte Produzent von Kaliumchlorid sowie von Düngemitteln für die Landwirtschaft. Auf Platz zwei und drei der Top 10 finden sich US-amerikanische Düngemittel- und Agrochemiefirmen. Mit 8,57 Prozent Portfolioanteil ist CF Industries Holdings die zweitgrößte Einzelposition des Fonds, The Mosaic Company liegt mit 7,14 Prozent auf dem dritten Platz. Beide Werte zählten zuletzt zu den am besten laufenden Einzeltiteln, berichtet FondsManager Agbabian. Und welche Werte dämpften die Performance? Hier verweist Agbabian auf die Unternehmen aus der fleischverarbeitenden Industrie wie Tyson Foods aus den USA (4,44 Prozent Portfolioanteil) sowie den deutschen Düngemittelhersteller Kali + Salz, der sich jedoch nicht unter den Top-10 des Fonds wiederfindet.

 

FondsVergleichsindex. Korrelation. Deutlich.

Für unsere unabhängige SJB FondsAnalyse haben wir den Allianz RCM Global Agricultural Trends mit dem SGI Global Agriculture Index verglichen, der die Kursentwicklung von Agrarunternehmen weltweit zusammenfasst. Das Ergebnis der Korrelationsanalyse zeigt, dass diese Wahl zutreffend ist. Über ein Jahr liegt die Korrelation mit 0,87 auf einem hohen Niveau, für drei Jahre fällt sie mit 0,89 nochmals etwas deutlicher aus. Der Blick auf die Kennzahl R² demonstriert, dass das FondsManagement die individuelle Einzeltitelauswahl keinesfalls vernachlässigt. Die Kennziffer liegt über drei Jahre bei 0,80, für ein Jahr nimmt R² einen Wert von 0,76 an. Damit haben sich mittelfristig 20 Prozent der FondsEntwicklung indexunabhängig vollzogen, kurzfristig sind es 24 Prozent. Hier manifestiert sich die aktive Managementstrategie des Allianz-Fonds, der sich selbst an keiner Benchmark orientiert und auf die Selektion der Einzeltitel konzentriert ist. Dies demonstriert auch der Tracking Error. Über drei Jahre liegt die Spurabweichung des Fonds vom Vergleichsindex bei 9,00 Prozent, auf Jahressicht bei 7,30 Prozent.FondsRisiko. Beta. Neutral.

Der Allianz RCM Global Agricultural Trends verzeichnet für ein Jahr eine Volatilität von 23,33 Prozent, die leicht oberhalb der 21,93 Prozent liegt, die der SGI Global Agriculture Index zu verzeichnen hat. Auch über drei Jahre liegt der Agraraktienfonds mit seinen Schwankungen oberhalb derjenigen des Vergleichsindex: Hier beträgt die „Vola“ des Fonds 23,95 Prozent, wohingegen die Benchmark eine Schwankungsbreite von 22,39 Prozent aufzuweisen hat. Die Volatilitätsstruktur des Allianz-Fonds ist damit etwas ungünstiger als die seiner Benchmark, in der absoluten Höhe halten sich die Abweichungen aber im Rahmen. Welche Folgen hat diese Diagnose für die Beta-Werte des Fonds?

Das Risikoprofil des Fonds weist nur minimal vom Marktniveau ab, wie das Beta des Fonds von 0,98 über drei Jahre signalisiert. Für ein Jahr nimmt das Beta einen Wert von 1,01 an, was wiederum auf eine fast identische, in diesem Fall um 1 Prozent erhöhte Schwankungsneigung des Fonds verweist. Die Risikokennziffer liegt auch im rollierenden Zwölfmonatsvergleich stets in der Nähe des Marktrisikofixwertes von 1,00 und bewegt sich in den letzten 36 betrachteten Einzelzeiträumen zwischen 0,75 und 1,26. In 18 Fällen ist die Schwankungsneigung des Fonds höher als diejenige des Index, in ebenfalls 18 Fällen ist sie geringer. Ein genau ausgeglichenes Ergebnis, was erneut demonstriert, dass das Resultat der Beta-Analyse neutral ausfällt. Welche Rendite kann der Allianz-Fonds auf dieser Basis erzielen?

 

FondsRendite. Gewinne. Erzielt.

Per 14. Oktober 2011 hat der Allianz RCM Global Agricultural Trends über drei Jahre eine kumulierte Wertentwicklung von +46,31 Prozent in Euro aufzuweisen – eine ausgezeichnete Rendite innerhalb einer sehr wechselhaften Börsenphase. Aufs Jahr gerechnet entspricht dies einem durchschnittlichen Wertzuwachs von +13,53 Prozent. Der Vergleichsindex SGI Global Agriculture kann diese Performance überbieten: Der Index erzielt eine Rendite von +59,98 Prozent für drei Jahre bzw. +16,96 Prozent p.a. Betrachtet man den letzten Einjahreszeitraum, vermindern sich die erzielten Renditen zwangsläufig: angesichts der jüngsten Kursturbulenzen an den globalen Aktienmärkten erreicht der Allianz-Agrarfonds in den letzten zwölf Monaten eine Rendite von -3,31 Prozent, der SGI Global Agriculture Index kann mit einem kleinen Plus von +2,68 Prozent aufwarten.

Diese Performanceergebnisse haben ein negatives Alpha zur Konsequenz, das über drei Jahre bei -0,20 liegt. Auf Jahressicht rutscht die Kennzahl mit -0,48 noch klarer ins Minus. Im rollierenden Zwölfmonatsvergleich über drei Jahre wird jedoch deutlich, dass der Fonds auch weit bessere Alphawerte aufzuweisen hat. So konnte von Januar 2010 bis März 2011 durchgängig eine Mehrrendite zum Index und somit ein positives Alpha erreicht werden. Das Alpha lag dabei zwischen 0,06 und 0,72 in der Spitze. Insgesamt dominieren in den analysierten Einjahresperioden knapp die positiven Alpha-Werte und damit die Zeiten einer Mehrrendite im Vergleich zur Benchmark. Das aktive Management des Fonds erzielt besonders in Zeiten steigender Kurse einen höheren Wertzuwachs als der Index, hat in Zeiten fallender Notierungen aber Probleme, diesen Performancevorsprung zu verteidigen.

 

SJB Fazit. Allianz RCM Global Agricultural Trends.

In der jüngsten Abschwungphase hielt sich der Agrarsektor deutlich besser als der breite Aktienmarkt. Denn der übergeordnete Trend, dass die Agrarwirtschaft auf globaler Ebene einen dynamischen Wachstumsmarkt darstellt, wird sich angesichts der Entwicklung in den Schwellenländern fortsetzen. Von dieser Entwicklung kann der Investor mit dem Allianz RCM Global Agricultural Trends profitieren, der gezieltes Stockpicking der aussichtsreichsten Agrarwerte betreibt. Für eine gute Ernte!

 

Allianz Global Investors. Hintergründig.

Allianz Global Investors wurde 1955 als Deutscher Investment Trust gegründet. Publikumsfonds in Deutschland: 782. Darin verwaltetes Vermögen: 102 Mrd. Euro. Zu Umsatz und Gewinn keine Angaben. Anzahl der Mitarbeiter in Deutschland: rund 1.100. Geschäftsführung: James Dilworth (Sprecher), Andrew Bosomworth, Michael Hartmann, Daniel Lehmann, Andreas Utermann. Stand: 31.12.2010. SJB Abfrage: 01.09.2011.

Internet: www.allianzglobalinvestors.de

 

 

Erläuterungen

 

Alpha

Ist die Kennziffer für die Renditechancen. Das Alpha beziffert jenen Teil der FondsRendite, der auf aktive Titelauswahl zurückzuführen ist. Weder die allgemeine Marktentwicklung, noch ein höheres Risiko spielen für die Generierung dieser FondsErträge eine Rolle. Beispiel: Ein Alpha von 0,5 zeigt an, dass der Fonds im Vergleich zu seiner Benchmark in den gewählten Betrachtungszeiträumen einen durchschnittlichen Mehrertrag von 0,5 Prozent bei gleichem Risiko erzielt hat. Ein positives Alpha deutet darauf hin, dass ein aktives FondsManagement eine Mehrrendite für den Investor erwirtschaftet hat. Insofern ist die Kennziffer ein Leistungsindikator für erfolgreiches FondsManagement.

 

Beta

Gilt als Risikomaß. Die Kennzahl bemisst die relative Volatilität eines Investmentfonds in Bezug auf den Gesamtmarkt. Anders ausgedrückt: Beta ist das Resultat eines Risikovergleichs zwischen Fonds und Benchmark. Hat ein Fonds ein Beta von 1, ist sein Risiko identisch mit demjenigen des Index. Ein Beta > 1 bedeutet, das FondsRisiko ist überproportional, der Fonds ist risikoreicher. Ein unter 1 liegendes Beta lässt auf geringere Kursschwankungen eines Fonds schließen, er ist risikoärmer. Ein Beispiel: Weicht die Volatilität des Fonds um 15 Prozent nach unten ab, ist sein Beta 0,85, weicht sie 15 Prozent nach oben ab, ist es 1,15. Ein Wert über 1 spricht gegen den Fonds, ein Wert unter 1 für ihn. Ein negatives Beta bedeutet, dass sich der Fonds gegenläufig zur Marktentwicklung verhält. Der Beta-Faktor muss im Zusammenhang mit der Korrelation gesehen werden.

 

Dividendenrendite

Diese Kennzahl misst die Dividende einer Aktie im Verhältnis zum Aktienkurs zum Zeitpunkt der Ausschüttung. Sie wird in Prozent gemessen. Je höher der Wert, desto mehr Erträge in Form der Dividende bekommen die Anteilseigner aus der Unternehmensleistung heraus. Diese Erträge sind unabhängig von der Kursentwicklung an der Börse. Im Gegensatz zum Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV werden hier die Erträge als Maßstab für die Rendite genommen, die tatsächlich den Anteilseignern zugute kommen. Ist der Wert hoch, deutet das auch auf eine Unterbewertung des Unternehmens an der Börse hin, denn wie eine hohe Dividende zeigt, ist die Ertragskraft größer, als der Aktienkurs ausdrückt.

 

Information Ratio

Die Information Ratio ist eine Kennziffer zur Beurteilung der Managementqualität eines bestimmten Fonds. Sie wird errechnet, indem man die FondsRendite durch das FondsRisiko teilt. Die Rendite wird hierbei mit Alpha gemessen. Das FondsRisiko anhand des Tracking Errors. Die Kennzahl liefert eine Aussage, ob das eingegangene aktive Risiko durch die erzielte Mehrrendite gerechtfertigt ist. Ist die Information Ratio positiv, ist dies der Fall. Je höher dieser Wert, desto besser ist das Management von Rendite und Risiko des untersuchten Fonds.

 

Korrelation

Die Korrelation ist die Kennziffer für die wechselseitige Abhängigkeit zweier Investments. Angegeben wird, wie wahrscheinlich sich die Kursverläufe gegenläufig (Korrelation -1), unabhängig (Korrelation 0) oder gleichläufig (Korrelation +1) verhalten. Die Kennzahl ergänzt und konkretisiert die durch ein positives bzw. negatives Beta angezeigte Richtung der FondsVolatilität durch eine Aussage zur strukturellen Abhängigkeit der Wertentwicklung des Fonds. Weisen Fonds und Index eine hohe Korrelation auf, werden sie auf dieselben Marktrisiken und -entwicklungen ähnlich reagieren.

 

Kurs-Buch-Verhältnis (KBV)

Das KBV ist eine Kennzahl für den Substanzwert eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Buchwert je Aktie teilt. Der Buchwert der Aktiengesellschaft ergibt sich durch den Abzug der Verbindlichkeiten von der Summe der Aktiva. Der Buchwert der Aktie ist das Ergebnis der Teilung des Unternehmensbuchwerts durch die Anzahl der Aktien. Je niedriger der Wert ist, desto preiswerter ist die Aktie. Wenn der Kurs der Substanz des Buchwerts entspricht, dann hat die Aktie einen „fairen“ Wert.

 

Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV)

Das KCV ist eine Kennzahl der Liquidität eines Unternehmens. Man erhält es, in dem man den Aktienkurs durch den Cashflow je Aktie teilt. Der Cashflow eines Unternehmens bildet die wirklichen Zahlungsflüsse in einer bestimmten Zeitperiode ab. Sein Wert gibt das Volumen der im Unternehmen für Investitionen und Verbindlichkeiten vorhandenen liquiden Mittel an. Mit dem KCV kann die Entwicklung der Ertragskraft einer Aktiengesellschaft bewertet werden. Dabei gilt eine Aktie als umso preiswerter, je niedriger ihr KCV ist.

 

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das KGV ist die Kennzahl der Ertragskraft eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie teilt. Hier gilt: Je niedriger die Kennzahl, desto preiswerter ist die Aktie. Ein niedriges KGV bedeutet an der Börse ein Einstiegssignal in die Aktie. Sie gilt als unterbewertet und hat Aufstiegspotenzial. Liegt ihr KGV über dem Marktdurchschnitt, ist das ein Ausstiegssignal. Sie gilt als überbewertet. Die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Kurs fällt, ist hoch.

 

Die Kennzahl R² baut auf der Korrelation auf. Sie drückt den Prozentsatz der Bewegungen eines Fonds aus, die durch Bewegungen in seinem Referenzindex erklärt werden können. R² ist das Quadrat der Korrelation. Das heißt, dass maximale R² liegt bei 1. Dieser Wert bedeutet, dass 100,0 Prozent der Entwicklung des Fonds durch den Referenzindex bestimmt wird. Er wäre also ein Indextracker. Ein R² von 0,5 bedeutet, dass 50,0 Prozent der Entwicklung des Fonds das Ergebnis der Entwicklung des Referenzindex ist. Je deutlicher die Zahl unterhalb von 1 liegt, umso unabhängiger ist der Ertrag des Fonds vom Referenzindex. R² wird genutzt, um die Aussagekraft von Beta zu bestimmen. Je höher das R², desto signifikanter das Beta, weil klar wird, wie sehr eine erhöhte oder niedrigere Risikokennziffer auf aktivem FondsManagement basiert. R² hilft also, die Qualität der FondsManageraktivität einzuordnen.

 

Sharpe Ratio

Die Sharpe Ratio gibt darüber Auskunft, ob die FondsEntwicklung auch dem Vergleich zu einem „risikolosen“ Investment standhält. Sie ist die Kennziffer für einen Rendite-Risiko-Vergleich zwischen unterschiedlichen Geldanlagen. Die nach dem Nobelpreisträger William Sharpe benannte Kennziffer misst die durchschnittliche Rendite in Bezug auf das eingegangene Risiko. Dabei wird der Fonds mit dem risikolosen Geldmarkt konfrontiert. Angenommen, die Sharpe Ratio liegt beim Fonds bei 0,40 und damit im positiven Bereich. In diesem Fall ist die Kennzahl ein Indiz dafür, dass die FondsInvestition rentabler ist, als die risikolose Platzierung des Kapitals am Geldmarkt. Ein negativer Wert der Sharpe Ratio würde bedeuten: Der Fonds ist schlechter als der Geldmarkt. Eine Investition wäre weniger rentabel.

 

Tracking Error

Der Tracking Error ist die Kennziffer für die Spurabweichung des Fonds vom Index. Sie misst, wie stark die Positionen und ihre Gewichtung im Portfolio des Fonds prozentual von denen des Index abweichen. Zur Berechnung wird die Standardabweichung der Differenzrendite zwischen dem Fonds und seiner Benchmark ermittelt. Insofern wird der Tracking Error auch als Indikator für aktives Risiko verstanden und dient neben Alpha als Grundlage für die Berechnung der Information Ratio. Je niedriger der Tracking Error, desto stärker orientiert sich der FondsManager am Vergleichsindex. Je höher der Wert ist, desto unabhängiger bewegt sich der FondsManager in seinem Markt und ist damit bereit, ein aktives Risiko einzugehen. Ob dieses Risiko gerechtfertig war, diese Frage klärt die nächste Kennzahl.

 

Value-at-risk (VAR)

Der Begriff bezeichnet ein Risikomaß für die Wahrscheinlichkeit und den Umfang von Verlusten einer bestimmten Risikoposition (z. B. eines Portfolios von Wertpapieren) in einem gegebenen Zeithorizont. Ein VAR von 10 Mio. Euro bei einer Haltedauer von 1 Tag und einer als Konfidenzniveau bezeichneten Eintrittssicherheit von 97,5 Prozent bedeutet, dass der potenzielle Verlust der betrachteten Risikoposition von einem Tag auf den nächsten mit einer Wahrscheinlichkeit von 97,5 Prozent den Betrag von 10 Mio. Euro nicht überschreiten wird. VAR wurde von J.P. Morgan entwickelt und ist heute ein Standardrisikomaß im Finanzsektor.

 

Autor: SJB FondsSkyline OHG 1989 für Unternehmer und Führungskräfte

 

Gerd Bennewirtz ist als geschäftsführender Gründungsgesellschafter der SJB FondsSkyline OHG 1989 Herausgeber speziell auf Privatinvestoren zugeschnittener Newsletter. Die täglich, wöchentlich und monatlich erscheinenden Publikationen können gratis angefordert werden unter FondsEcho@sjb.de oder www.sjb.de.

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