SJB FondsEcho. Brasilien. Aufstrebend. DWS Brazil



19:33 03.11.11

SJB FondsEcho. DWS Brazil. MiFid-Risikoklasse nach MFX: 5.

 

Brasilien. Aufstrebend.

 

Brasilien, der bevölkerungsreichste und flächenmäßig größte Staat Südamerikas, bleibt trotz des jüngsten konjunkturellen Dämpfers eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Dafür sorgen Ereignisse wie die Fußball WM 2014 und die Olympischen Spiele 2016, die beide in dem Land mit seinen 192 Millionen Einwohnern ausgetragen werden und jede Menge Investitionen in Tourismus und Infrastruktur mit sich bringen. Aber auch unabhängig davon geht es der Realwirtschaft wie dem Staatshaushalt gut. Brasiliens Volkswirtschaft hat laut OECD 2010 Waren und Dienstleistungen im Wert von 2,0 Billionen US-Dollar erwirtschaftet, wovon bereits 60 Prozent auf den Binnenkonsum zurückgehen. Die starke Exportabhängigkeit des rohstoffreichen Landes wird damit gemildert, was sich in Zeiten eines geringeren globalen Wirtschaftswachstums positiv bemerkbar macht. Aktuell ist das Land die siebtgrößte Volkswirtschaft der Welt und besitzt einen Anteil am weltweiten Bruttoinlandsprodukt von 2,9 Prozent. Die vom IWF für 2011 erwartete Staatsverschuldung Brasiliens liegt bei rund 63,0 Prozent des BIP, die Devisenreserven haben ein Volumen von mehr als 300 Milliarden US-Dollar. Nach einem Wirtschaftswachstum 2010 von +7,50 Prozent wird die brasilianische Wirtschaft in diesem Jahr rund +3,60 Prozent zulegen. Trotz dieser Wachstumsverlangsamung bleiben die langfristigen Perspektiven ausgezeichnet. Ein Markt für Antizykliker?

Um von den Entwicklungsmöglichkeiten des brasilianischen Aktienmarktes zu profitieren, bietet sich der DWS Brazil an (WKN A0H0EN, ISIN LU0239322612). Der Fonds investiert in brasilianische Unternehmen jeglicher Marktkapitalisierung und besitzt derzeit ein Volumen von 187,2 Millionen Euro. FondsManager Sebastian Kahlfeld verwaltet den Aktienfonds seit Mai 2011 und hat es sich zum Ziel gesetzt, einen nachhaltigen Wertzuwachs gegenüber dem Vergleichsmaßstab MSCI Brazil 10/40 zu erzielen. Hierzu erwirbt er brasilianische Unternehmen mit einer hervorragenden Marktstellung und guten Perspektiven. Die Benchmark dient ihm als Orientierung, wird aber nicht genau nachgebildet. Seit Auflegung am 16. Januar 2006 hat der Fonds eine Gesamtrendite von +19,6 Prozent erwirtschaftet, in den letzten fünf Jahren erzielte er eine Rendite von +3,1 Prozent p.a. Welche Strategie wird bei der Portfoliozusammenstellung verfolgt?

 

FondsStrategie. Wachstumswerte. Gesucht.

Der DWS Brazil investiert in Aktien von Unternehmen mit Sitz in Brasilien oder von solchen Firmen, die ihren Geschäftsschwerpunkt in Brasilien haben. Die Auswahl der einzelnen Titel wird von FondsManager Sebastian Kahlfeld getroffen, der sich zwar am Vergleichsindex MSCI Brazil 10/40 orientiert, aber nicht an dessen Sektoren- oder Einzeltitelgewichtung gebunden ist. Kahlfeld kann mit seinem Portfolio teils erheblich von seiner Benchmark abweichen. Der FondsManager mischt Value- und Growth-Aktien, legt seinen Schwerpunkt aber auf Wachstumswerte. In seinem Portfolio finden sich große, mittlere und kleinere Unternehmen, die sich alle durch eine ausgezeichnete Marktposition sowie langfristig gute Wachstumsperspektiven auszeichnen. Bei taktischen und strategischen Investmententscheidungen wird Kahlfeld von den stark spezialisierten Analysten des Emerging-Markets-Teams der DWS unterstützt. Hierdurch ist ein enger Austausch von Investmentideen auch aus globaler Sicht gewährleistet. Welche Branchenallokation resultiert aus der Stockpicking-Strategie Kahlfelds?

 

FondsPortfolio. Finanzwerte. Vorn.

Bei der Branchenallokation des DWS Brazil liegen aktuell die Finanztitel mit 26,2 Prozent Portfolioanteil auf dem ersten Platz. Auch die größte Einzelposition des Fonds, die Banco Bradesco (8,3 Prozent Portfolioanteil) entstammt diesem Bereich. Eine weitere Bank innerhalb der Top-10 des Fonds ist die Itau Unibanco Holding (6,5 Prozent). Das Institut würde jüngst als beste Privatbank Lateinamerikas ausgezeichnet. Den zweiten Platz in der Branchenstruktur des DWS Brazil nehmen die Rohstoff-Produzenten mit 14,3 Prozent ein. Aus diesem Bereich finden sich der Eisenerzhersteller Vale sowie der Ölriese Petrobras mit jeweils 7,6 Prozent Portfolioanteil unter den Top-10-Positionen von Kahlfelds Fonds. Die dritte relativ stark gewichtete Branche innerhalb des DWS-Produktes sind nicht zyklische Verbrauchsgüter mit 12,7 Prozent Anteil am FondsVolumen. Größte Einzelposition aus diesem Sektor ist die Aktie der Brauerei Cia de Bebidas das Americas, die 5,0 Prozent des FondsVolumens abdeckt. Der Lebensmittelhersteller BRF Brasil Foods besitzt einen Portfolioanteil von 3,4 Prozent. Relativ stark vertreten sind im Brasilien-Fonds von Sebastian Kahlfeld auch noch Energietitel (12,3 Prozent) sowie Versorgeraktien (6,8 Prozent). Aus diesem Bereich kommt das Öl- und Gasunternehmen OGX (2,5 Prozent Portfolioanteil). Unterdurchschnittlich stark gewichtet innerhalb der Branchenaufteilung sind hingegen Industrietitel (5,9 Prozent), die Hersteller dauerhafter Konsumgüter (6,1 Prozent) sowie Telekom- und IT-Firmen (4,9 bzw. 4,1 Prozent). Geringe Bestände im Gesundheitswesen (1,3 Prozent) runden die Portfoliostruktur des DWS Brazil ab. Ebenfalls unter den zehn größten zehn Einzelwerten des Fonds ist mit CCR der größte Mautstraßenbetreiber Brasiliens vertreten (2,4 Prozent). Per Ende September 2011 hält der Fonds 83 Einzelaktien und ist damit recht breit gestreut.

 

FondsVergleichsindex. Korrelation. Deutlich.

Für unsere unabhängige SJB FondsAnalyse wird der DWS Brazil dem MSCI Brazil 10/40 als Vergleichsindex gegenübergestellt und damit der vom Fonds selbst gewählten Benchmark. Das Ergebnis der Korrelationsanalyse zeigt, dass diese Wahl zutreffend ist. Mit 0,91 liegt die Korrelation über drei Jahre auf einem sehr hohen Niveau, für ein Jahr ist sie mit 0,88 kaum geringer. Die Kursentwicklung von Fonds und Benchmark läuft damit weitgehend parallel, wie auch der Blick auf die Kennzahl R² beweist. Diese liegt für drei Jahre bei 0,83, über ein Jahr nimmt sie einen Wert von 0,77 an. Damit haben sich mittelfristig 17 Prozent der FondsEntwicklung indexunabhängig vollzogen, kurzfristig sind es 23 Prozent. Hier zeigt sich, dass FondsManager Kahlfeld zuletzt etwas stärker von seiner Freiheit bei der Titelauswahl Gebrauch machte. Der Tracking Error liegt über drei Jahre bei 9,33 Prozent, auf Jahressicht geht die Spurabweichung auf 7,42 Prozent zurück. Welche Schwankungsintensität hat der DWS-Fonds unter diesen Voraussetzungen aufzuweisen?

 

 

FondsRisiko. Schwankungen. Gedämpft.

Der Brasilien-Fonds der DWS weist für ein Jahr eine Volatilität von 22,68 Prozent auf, die etwas unterhalb der 24,62 Prozent liegt, die der MSCI Brazil 10/40 zu verzeichnen hat. Auch über drei Jahre fällt die Schwankungsneigung des aktiv gemanagten Aktienfonds geringer aus: Hier beträgt die „Vola“ des Fonds 26,19 Prozent, wohingegen die Benchmark eine Schwankungsbreite von 26,55 Prozent aufzuweisen hat. Ein erfreuliches Ergebnis für den Fonds mit Blick auf die Risikostruktur.

Die geringeren Schwankungen des DWS Brazil manifestieren sich auch in dem unter Marktniveau liegenden Beta von 0,92 über drei Jahre. Für ein Jahr nimmt das Beta einen Wert von 0,88 an, was auf eine um 12 Prozent geringere Schwankungsneigung des Fonds verweist. Das günstige Risikoprofil des Fonds wird durch den rollierenden Zwölfmonatsvergleich der Beta-Werte nochmals unterstrichen. Die Risikokennziffer liegt in 26 der letzten 36 betrachteten Einzelzeiträume unter dem Marktrisikofixwert von 1,00 und nimmt dabei Werte von zutiefst 0,68 an. Ist die Schwankungsneigung des Fonds doch einmal höher als der Marktdurchschnitt, sind die Beta-Werte mit maximal 1,10 weniger stark ausgeprägt. Als Endresultat der Beta-Analyse ist damit ein vergleichsweise geringeres Risiko des Fonds gemessen am Referenzindex festzuhalten. Welche Renditeleistung vermag der DWS Brazil auf dieser Basis zu erbringen?

 

FondsRendite. Alpha.Ausbaufähig.

Per 31. Oktober 2011 hat der DWS Brazil über drei Jahre eine kumulierte Wertentwicklung von +66,13 Prozent in Euro aufzuweisen. Dies entspricht einer Rendite von +18,44 Prozent p.a. Ein sehr ordentlicher Wertzuwachs, der aber vom MSCI Brazil 10/40 noch übertroffen wird. Der Vergleichsindex kann über drei Jahre mit einer Gesamtrendite von +95,64 Prozent aufwarten, was einem Ergebnis von +26,67 Prozent p.a. entspricht. Der Wechsel auf die Jahresbetrachtung zeigt hingegen, dass es der DWS Brazil auch besser kann. Mit seiner Wertentwicklung von -13,21 Prozent fällt der Kursverlust des DWS-Fonds etwas geringer als das Minus des Referenzindex aus (MSCI Brazil 10/40: -13,35 Prozent). Kurzfristig liegt der Fonds damit leicht vorn, mittelfristig ist jedoch eine nicht unerhebliche Minderrendite zu konstatieren.

Die nicht wirklich überzeugende Wertentwicklung des aktiv gemanagten Fonds im Vergleich zum Referenzindex wird an dem negativen Alpha offenbar, das über drei Jahre bei -0,30 liegt. Auf Jahressicht stellt sich die Kennzahl mit -0,14 etwas erfreulicher dar, liegt aber weiter im Minus. Im rollierenden Zwölfmonatsvergleich über drei Jahre wird nochmals deutlich, dass der Brasilien-Fonds der DWS mit seiner Titelauswahl nicht immer erfolgreich agierte. In 25 der letzten 36 Perioden gab es ein negatives Alpha von zutiefst -1,51 zu verzeichnen, elfmal fällt die Kennzahl positiv aus und erreicht dabei Werte bis zu 1,05 in der Spitze. Renditetechnisch ist die Performance des DWS Brazil damit noch ausbaubar – eine Aufgabe, die Sebastian Kahlfeld schnell angehen sollte.

 

SJB Fazit. DWS Brazil.

Hohe Rohstoffpreise, ein dynamischer Binnenmarkt sowie die solide Finanzpolitik sind gute Argumente für ein Investment in Brasilien. Für zusätzliche Kursfantasie sorgen die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 und die Olympischen Spiele 2016, die einen neuen Schub bei Tourismus und Infrastrukturprojekten erwarten lassen. Nach den jüngsten Kursabschlägen sind brasilianische Aktien günstig bewertet. Antizykliker setzen mit einem Fonds wie dem DWS Brazil auf eine Fortsetzung der langfristigen Wachstumsstory.

 

DWS. Hintergründig.

Die DWS wurde 1956 gegründet. Fonds in Deutschland: 923. Verwaltetes Vermögen in Deutschland: 149,3 Mrd. Euro. Zu Umsatz und Gewinn macht die DWS keine Angaben. Anzahl der Mitarbeiter: 2.000. Geschäftsführer Wolfgang Matis, Holger Naumann und Dr. Asoka Wöhrmann. Stand: 30.06.2011. SJB Abfrage: 03.11.2011.

Internet: www.dws.de

 

 

Erläuterungen

 

Alpha

Ist die Kennziffer für die Renditechancen. Das Alpha beziffert jenen Teil der FondsRendite, der auf aktive Titelauswahl zurückzuführen ist. Weder die allgemeine Marktentwicklung, noch ein höheres Risiko spielen für die Generierung dieser FondsErträge eine Rolle. Beispiel: Ein Alpha von 0,5 zeigt an, dass der Fonds im Vergleich zu seiner Benchmark in den gewählten Betrachtungszeiträumen einen durchschnittlichen Mehrertrag von 0,5 Prozent bei gleichem Risiko erzielt hat. Ein positives Alpha deutet darauf hin, dass ein aktives FondsManagement eine Mehrrendite für den Investor erwirtschaftet hat. Insofern ist die Kennziffer ein Leistungsindikator für erfolgreiches FondsManagement.



 

Beta

Gilt als Risikomaß. Die Kennzahl bemisst die relative Volatilität eines Investmentfonds in Bezug auf den Gesamtmarkt. Anders ausgedrückt: Beta ist das Resultat eines Risikovergleichs zwischen Fonds und Benchmark. Hat ein Fonds ein Beta von 1, ist sein Risiko identisch mit demjenigen des Index. Ein Beta > 1 bedeutet, das FondsRisiko ist überproportional, der Fonds ist risikoreicher. Ein unter 1 liegendes Beta lässt auf geringere Kursschwankungen eines Fonds schließen, er ist risikoärmer. Ein Beispiel: Weicht die Volatilität des Fonds um 15 Prozent nach unten ab, ist sein Beta 0,85, weicht sie 15 Prozent nach oben ab, ist es 1,15. Ein Wert über 1 spricht gegen den Fonds, ein Wert unter 1 für ihn. Ein negatives Beta bedeutet, dass sich der Fonds gegenläufig zur Marktentwicklung verhält. Der Beta-Faktor muss im Zusammenhang mit der Korrelation gesehen werden.

 

Dividendenrendite

Diese Kennzahl misst die Dividende einer Aktie im Verhältnis zum Aktienkurs zum Zeitpunkt der Ausschüttung. Sie wird in Prozent gemessen. Je höher der Wert, desto mehr Erträge in Form der Dividende bekommen die Anteilseigner aus der Unternehmensleistung heraus. Diese Erträge sind unabhängig von der Kursentwicklung an der Börse. Im Gegensatz zum Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV werden hier die Erträge als Maßstab für die Rendite genommen, die tatsächlich den Anteilseignern zugute kommen. Ist der Wert hoch, deutet das auch auf eine Unterbewertung des Unternehmens an der Börse hin, denn wie eine hohe Dividende zeigt, ist die Ertragskraft größer, als der Aktienkurs ausdrückt.

 

Information Ratio

Die Information Ratio ist eine Kennziffer zur Beurteilung der Managementqualität eines bestimmten Fonds. Sie wird errechnet, indem man die FondsRendite durch das FondsRisiko teilt. Die Rendite wird hierbei mit Alpha gemessen. Das FondsRisiko anhand des Tracking Errors. Die Kennzahl liefert eine Aussage, ob das eingegangene aktive Risiko durch die erzielte Mehrrendite gerechtfertigt ist. Ist die Information Ratio positiv, ist dies der Fall. Je höher dieser Wert, desto besser ist das Management von Rendite und Risiko des untersuchten Fonds.

 

Korrelation

Die Korrelation ist die Kennziffer für die wechselseitige Abhängigkeit zweier Investments. Angegeben wird, wie wahrscheinlich sich die Kursverläufe gegenläufig (Korrelation -1), unabhängig (Korrelation 0) oder gleichläufig (Korrelation +1) verhalten. Die Kennzahl ergänzt und konkretisiert die durch ein positives bzw. negatives Beta angezeigte Richtung der FondsVolatilität durch eine Aussage zur strukturellen Abhängigkeit der Wertentwicklung des Fonds. Weisen Fonds und Index eine hohe Korrelation auf, werden sie auf dieselben Marktrisiken und -entwicklungen ähnlich reagieren.

 

Kurs-Buch-Verhältnis (KBV)

Das KBV ist eine Kennzahl für den Substanzwert eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Buchwert je Aktie teilt. Der Buchwert der Aktiengesellschaft ergibt sich durch den Abzug der Verbindlichkeiten von der Summe der Aktiva. Der Buchwert der Aktie ist das Ergebnis der Teilung des Unternehmensbuchwerts durch die Anzahl der Aktien. Je niedriger der Wert ist, desto preiswerter ist die Aktie. Wenn der Kurs der Substanz des Buchwerts entspricht, dann hat die Aktie einen „fairen“ Wert.

 

Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV)

Das KCV ist eine Kennzahl der Liquidität eines Unternehmens. Man erhält es, in dem man den Aktienkurs durch den Cashflow je Aktie teilt. Der Cashflow eines Unternehmens bildet die wirklichen Zahlungsflüsse in einer bestimmten Zeitperiode ab. Sein Wert gibt das Volumen der im Unternehmen für Investitionen und Verbindlichkeiten vorhandenen liquiden Mittel an. Mit dem KCV kann die Entwicklung der Ertragskraft einer Aktiengesellschaft bewertet werden. Dabei gilt eine Aktie als umso preiswerter, je niedriger ihr KCV ist.

 

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das KGV ist die Kennzahl der Ertragskraft eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie teilt. Hier gilt: Je niedriger die Kennzahl, desto preiswerter ist die Aktie. Ein niedriges KGV bedeutet an der Börse ein Einstiegssignal in die Aktie. Sie gilt als unterbewertet und hat Aufstiegspotenzial. Liegt ihr KGV über dem Marktdurchschnitt, ist das ein Ausstiegssignal. Sie gilt als überbewertet. Die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Kurs fällt, ist hoch.

 

Die Kennzahl R² baut auf der Korrelation auf. Sie drückt den Prozentsatz der Bewegungen eines Fonds aus, die durch Bewegungen in seinem Referenzindex erklärt werden können. R² ist das Quadrat der Korrelation. Das heißt, dass maximale R² liegt bei 1. Dieser Wert bedeutet, dass 100,0 Prozent der Entwicklung des Fonds durch den Referenzindex bestimmt wird. Er wäre also ein Indextracker. Ein R² von 0,5 bedeutet, dass 50,0 Prozent der Entwicklung des Fonds das Ergebnis der Entwicklung des Referenzindex ist. Je deutlicher die Zahl unterhalb von 1 liegt, umso unabhängiger ist der Ertrag des Fonds vom Referenzindex. R² wird genutzt, um die Aussagekraft von Beta zu bestimmen. Je höher das R², desto signifikanter das Beta, weil klar wird, wie sehr eine erhöhte oder niedrigere Risikokennziffer auf aktivem FondsManagement basiert. R² hilft also, die Qualität der FondsManageraktivität einzuordnen.

 

Sharpe Ratio

Die Sharpe Ratio gibt darüber Auskunft, ob die FondsEntwicklung auch dem Vergleich zu einem „risikolosen“ Investment standhält. Sie ist die Kennziffer für einen Rendite-Risiko-Vergleich zwischen unterschiedlichen Geldanlagen. Die nach dem Nobelpreisträger William Sharpe benannte Kennziffer misst die durchschnittliche Rendite in Bezug auf das eingegangene Risiko. Dabei wird der Fonds mit dem risikolosen Geldmarkt konfrontiert. Angenommen, die Sharpe Ratio liegt beim Fonds bei 0,40 und damit im positiven Bereich. In diesem Fall ist die Kennzahl ein Indiz dafür, dass die FondsInvestition rentabler ist, als die risikolose Platzierung des Kapitals am Geldmarkt. Ein negativer Wert der Sharpe Ratio würde bedeuten: Der Fonds ist schlechter als der Geldmarkt. Eine Investition wäre weniger rentabel.

 

Tracking Error

Der Tracking Error ist die Kennziffer für die Spurabweichung des Fonds vom Index. Sie misst, wie stark die Positionen und ihre Gewichtung im Portfolio des Fonds prozentual von denen des Index abweichen. Zur Berechnung wird die Standardabweichung der Differenzrendite zwischen dem Fonds und seiner Benchmark ermittelt. Insofern wird der Tracking Error auch als Indikator für aktives Risiko verstanden und dient neben Alpha als Grundlage für die Berechnung der Information Ratio. Je niedriger der Tracking Error, desto stärker orientiert sich der FondsManager am Vergleichsindex. Je höher der Wert ist, desto unabhängiger bewegt sich der FondsManager in seinem Markt und ist damit bereit, ein aktives Risiko einzugehen. Ob dieses Risiko gerechtfertig war, diese Frage klärt die nächste Kennzahl.

 

Value-at-risk (VAR)

Der Begriff bezeichnet ein Risikomaß für die Wahrscheinlichkeit und den Umfang von Verlusten einer bestimmten Risikoposition (z. B. eines Portfolios von Wertpapieren) in einem gegebenen Zeithorizont. Ein VAR von 10 Mio. Euro bei einer Haltedauer von 1 Tag und einer als Konfidenzniveau bezeichneten Eintrittssicherheit von 97,5 Prozent bedeutet, dass der potenzielle Verlust der betrachteten Risikoposition von einem Tag auf den nächsten mit einer Wahrscheinlichkeit von 97,5 Prozent den Betrag von 10 Mio. Euro nicht überschreiten wird. VAR wurde von J.P. Morgan entwickelt und ist heute ein Standardrisikomaß im Finanzsektor.

 

Autor: SJB FondsSkyline OHG 1989 für Unternehmer und Führungskräfte

 

Gerd Bennewirtz ist als geschäftsführender Gründungsgesellschafter der SJB FondsSkyline OHG 1989 Herausgeber speziell auf Privatinvestoren zugeschnittener Newsletter. Die täglich, wöchentlich und monatlich erscheinenden Publikationen können gratis angefordert werden unter FondsEcho@sjb.de oder www.sjb.de.

 

=> Diese Kolumne ins Forum einfügen und diskutieren <=




Attachments:

Anhang

Alternativ0, (text/plain)

Der Download und das Öffnen dieses/dieser Attachments erfolgt auf eigene Gefahr.
Hinweis: Stock-World veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Verantwortlich für den Inhalt ist allein der jeweilige Autor.

Über den Autor
 
Autor: Gerd Bennewirtz Gerd Bennewirtz,
SJB FondsSkyline

Im SJB-FondsEcho berichten wir, was an einem Fonds wirklich interessiert: Warum wird dieses FondsProdukt gerade jetzt aufgelegt? Was ist das Erfolgsgeheimnis des FondsKlassikers? Kann dieser Länderfonds weiter existieren? Auf den Punkt gebracht: Die SJB stellt Ihnen alles bereit, was Sie für eine fundierte FondsAnlagentscheidung brauchen: Unabhängige FondsDaten aus erster Hand, fundamentale Marktdaten der besten Research-Teams der Welt und das Ohr am Puls der FondsInvestoren. Mehr unter www.sjb.de.

Alle Artikel dieses Autors anzeigen

Kurssuche
Status: nicht eingeloggt

Registrieren | Passwort vergessen?
 
 
Im Bereich Experten:
Silber: Jetzt einsteigen?
Experte: Stefan Hofmann, Chefredakteur STOCK-WORLD WEE.
Kolumnen
Devin Sage TXA ...
Devin Sage, Technische-X-Analyse.de (26.05.12)
Experte: Devin Sage, Technische-X-Analyse.de
Erfolgreicher Börsengang !!!
Bernd Niquet, Autor (26.05.12)
Experte: Bernd Niquet, Autor
DAX & Facebook ...
Frank Sterzbach, Finanzen & Börse (26.05.12)
Experte: Frank Sterzbach, Finanzen & Börse
Dow Jones – alles auf ...
Jochen Steffens, Stockstreet GmbH (26.05.12)
Experte: Jochen Steffens, Stockstreet GmbH
GOLD: Baldiges Ende ...
Günther Artner, CFA - Erste Group B. (26.05.12)
Experte: Günther Artner, CFA - Erste Group Bank AG
Hüfners ...
Redaktion boerse-frank., Deutsche Börse AG (26.05.12)
Experte: Redaktion boerse-frankfurt.de, Deutsche Börse AG
Ungarn-Anleihe: Mögliche ...
Sven Krupp, (26.05.12)
Experte: Sven Krupp,
DAX: Weiterer ...
S. Böhm, DaxVestor (26.05.12)
Experte: S. Böhm, DaxVestor
US-Dollar: Vorläufiges ...
Herr Dr. Rettinger, Devisen-Trader (26.05.12)
Experte: Herr Dr. Rettinger, Devisen-Trader
Nullzins-Anleihe ...
Sabine Traub, Börse Stuttgart AG (26.05.12)
Experte: Sabine Traub, Börse Stuttgart AG
Bellhaven Copper & ...
Stefan Bender, silbernews (25.05.12)
Experte: Stefan Bender, silbernews
Euro-BTP-Futures: Forza ...
Dirk Friczewsky, Tradingstrategien (25.05.12)
Experte: Dirk Friczewsky, Tradingstrategien
Niquet's World
Neues vom Portal
 
Deutscher Schuldenschnitt - Neuer stoppt Real
Experte: Stefan Hofmann, Stock-World
Letzte Börsen-Meldung
 
Letzte Börsen-Analyse
 
Top-Klicks News
 
Top-Klicks Analysen