SJB FondsEcho. Brasilien. Mächtig. BNY Mellon Brazil Equity



19:11 17.11.11

SJB FondsEcho. BNY Mellon Brazil Equity. MiFID-Risikoklasse nach MFX: 5.

 

Brasilien. Mächtig.

 

Im Oktober 2011 ging es an den brasilianischen Aktienmärkten nach der jüngsten Durststrecke wieder deutlich aufwärts. Mit einem Plus von +18,1 Prozent erzielte der MSCI Brazil seinen stärksten Monatsgewinn seit Mai 2009. Die Unternehmen der siebtgrößten Volkswirtschaft der Welt profitierten von nachlassenden Sorgen über ein rückläufiges Wirtschaftswachstum in den USA sowie wieder anziehenden Rohstoffpreisen. Stimulierend für die brasilianische Wirtschaft wirkte sich zudem die rasche Leitzinssenkung der Zentralbank aus, die auf die sich abzeichnende konjunkturelle Abkühlung reagierte und die „Selic Rate“ in zwei Schritten auf 11,50 Prozent zurückführte. Positiv zu verzeichnen ist weiterhin der Rückgang der brasilianischen Inflationsrate. Für das Gesamtjahr 2012 wird von Analystenseite nur noch ein Anstieg der Verbraucherpreise von rund 5,50 Prozent erwartet.

Auch sonst steuert Brasilien auf Stabilitätskurs: Die Leistungsbilanz des Landes ist ausgeglichen, die Devisenreserven befinden sich auf Rekordhöhe. Brasilien will sich auf seinem Weg zur neuen Weltwirtschaftsmacht nicht nur auf seinen Energie- und Rohstoffreichtum verlassen, sondern hat auch eine breit aufgestellte Industrie sowie einen zunehmend an Bedeutung gewinnenden Binnenkonsumsektor aufzuweisen. Um am langfristigen Aufwärtstrend des flächenmäßig größten und bevölkerungsreichsten südamerikanischen Landes zu partizipieren, kann der Investor auf einen breit streuenden Aktienfonds wie den BNY Mellon Brazil Equity (ISIN IE00B23S7L43, WKN A0NCB8) zurückgreifen, der seit dem 31. August 2007 am Markt ist. Der Fonds hat den US-Dollar als Basiswährung und weist aktuell ein Volumen von umgerechnet 291,0 Millionen Euro auf. FondsManager Rogerio Poppe leitet den Fonds seit Auflegung und erwirbt schwerpunktmäßig brasilianische Aktien mit einem attraktiven Bewertungsniveau und einer hohen Dividendenrendite. Als Vergleichsindex wird der MSCI Brazil 10/40 genutzt, der jedoch in seiner Branchen- und Titelstruktur keinesfalls repliziert wird. In den letzten drei Jahren erreichte der Fonds trotz sehr wechselhafter Börsen eine durchschnittliche Jahresrendite von +22,74 Prozent in Euro. Wie sieht seine Strategie im Detail aus?

 

FondsStrategie. Werthaltigkeit. Bevorzugt.

Der BNY Mellon Brazil Equity Fund strebt langfristiges Kapitalwachstum durch die Investition in Aktien von Unternehmen an, die ihren Sitz in Brasilien haben oder den überwiegenden Teil ihrer Geschäftstätigkeit dort ausüben. Je nach Marktlage können auch festverzinsliche Papiere brasilianischer Emittenten beigemischt werden. FondsManager Rogerio Poppe verfolgt eine sogenannte „Wertstrategie“, in deren Rahmen Unternehmen mit hohen Dividendenrenditen, nachhaltig erzielten Gewinnen und einem attraktiven Bewertungsniveau bevorzugt werden. Poppes Anlagephilosophie basiert auf einem von Reasearch-Ergebnissen gesteuerten quantitativen Investmentprozess, der mit einer Bottom-up-Analyse der Einzeltitel verbunden wird. Die Zusammensetzung des Portfolios ist unabhängig vom Referenzindex MSCI Brazil 10/40 und fußt neben der Fundamentalanalyse der Einzelaktien auch auf detaillierten makroökonomischen Auswertungen. Im Rahmen einer zusätzlichen Sicherheitsanalyse wird versucht, das Marktrisiko zu minimieren und die risikobereinigten Renditen zu erhöhen. Hierzu werden Liquiditätsziele beachtet und zugleich Grenzen für die Diversifizierung nach Unternehmen und Sektoren gesetzt. Generell legt Poppe bei seiner Portfoliozusammenstellung Wert auf Aktien, die von den langfristigen Wachstumstrends in Brasilien profitieren dürften.

 

FondsPortfolio. Finanzwesen. Führend.

Bei der Branchenallokation des BNY Mellon Brazil Equity liegen aktuell die Titel aus dem Finanzwesen mit 18,9 Prozent Portfolioanteil auf dem ersten Platz. In der Konsequenz entstammt auch die größte Einzelposition des Fonds, die Itausa Investment Holding Company (7,7 Prozent Portfolioanteil) diesem Bereich. Ein weiterer Finanztitel innerhalb der Top-10 des Fonds ist die Banco do Brasil (4,5 Prozent). Den zweiten Platz in der Branchenstruktur des Brasilienfonds nehmen Energietitel mit 18,4 Prozent ein, dicht gefolgt von Rohstoffproduzenten mit 17,1 Prozent. Aus diesem Sektor finden sich der Eisenerzhersteller Vale (6,3 Prozent) sowie der Ölriese Petrobras mit 5,8 Prozent Portfolioanteil unter den Top-10-Positionen des Fonds. Eine überdurchschnittlich stark gewichtete Branche innerhalb des BNY-Mellon-Fonds sind Versorger mit 15,3 Prozent Anteil am FondsVolumen. Aus diesem Bereich schafft es der brasilianische Stromversorger AES Tiete unter die zehn größten Einzelbestände. Einen zweistelligen prozentualen Anteil am Portfolio besitzen auch Telekommunikationstitel mit 12,6 Prozent. Größte Einzelpositionen aus diesem Sektor sind die Aktien von Telecomunicacoes de Sao Paulo (3,9 Prozent) sowie von Brasil Telecom, die 3,1 Prozent des FondsVolumens abdecken. Dass sich der brasilianische Binnenkonsum immer stärker im Aufwind befindet, macht sich in der Gewichtung von Luxusgüter-Herstellern von 8,2 Prozent sowie einem Anteil der Konsumgüterunternehmen von 3,2 Prozent bemerkbar. Stellvertretend für diesen Bereich befindet sich die Aktie des Einzelhändlers Lojas Americanas (3,5 Prozent Portfolioanteil) unter den Top 10 des Fonds. Industrietitel nehmen 4,6 Prozent in der Branchenallokation ein.

 

FondsVergleichsindex. Parallelität. Gegeben.

In unserer SJB FondsAnalyse wird der BNY Mellon Brazil Equity Fund dem MSCI Brazil 10/40 als Vergleichsindex gegenübergestellt. Damit handelt es sich um die vom Fonds selbst gewählte Benchmark. Das Ergebnis der Korrelationsanalyse zeigt eine ausgeprägte Übereinstimmung. Mit 0,85 liegt die Korrelation über drei Jahre auf einem hohen Niveau, für ein Jahr fällt sie mit 0,87 sogar noch etwas höher aus. Die Kursentwicklung von Fonds und Benchmark läuft damit weitgehend parallel, wie auch der Blick auf die Kennzahl R² beweist. Diese liegt für drei Jahre bei 0,73, über ein Jahr nimmt sie einen Wert von 0,76 an. Damit haben sich mittelfristig 27 Prozent der FondsEntwicklung indexunabhängig vollzogen, kurzfristig sind es 24 Prozent. Hier zeigt sich, dass FondsManager Poppe seine Freiheit bei der Branchen- und Titelauswahl gerne nutzte. Der Tracking Error liegt über drei Jahre bei überdurchschnittlichen 12,95 Prozent, auf Jahressicht geht die Spurabweichung auf 6,90 Prozent zurück. Mit welchen Schwankungen muss der Investor im BNY-Mellon-Fonds rechnen?

 

 

FondsRisiko. Schwankungen. Gemanagt.

Der Brasilien-Fonds von BNY Mellon weist über drei Jahre eine Volatilität von 23,84 Prozent auf, die merklich unterhalb der 27,20 Prozent liegt, die der MSCI Brazil 10/40 zu verzeichnen hat. Für ein Jahr fällt die Schwankungsneigung des aktiv gemanagten Aktienfonds höher aus: Hier beträgt die „Vola“ des Fonds 20,55 Prozent, wohingegen die Benchmark eine Schwankungsbreite von 17,50 Prozent aufzuweisen hat. Da die langfristig geringere Volatilität jedoch stärker zu werten ist, fällt der Vergleich mit Blick auf die Risikostruktur zugunsten des Fonds aus.

Die langfristig geringeren Schwankungen des Brasilienfonds manifestieren sich auch in dem deutlich unter Marktniveau liegenden Beta von 0,77 über drei Jahre. Der Wert weist auf eine um 23 Prozent geringere Schwankungsneigung des Fonds in diesem Zeitraum hin. Für ein Jahr nimmt das Beta einen Wert von 1,12 an. Das günstigere Risikoprofil des Fonds erschließt sich in aller Deutlichkeit durch den rollierenden Zwölfmonatsvergleich der Beta-Werte über drei Jahre. Die Risikokennziffer liegt in 32 der letzten 36 betrachteten Einzelzeiträume unter dem Marktrisikofixwert von 1,00 und nimmt dabei Werte von zutiefst 0,66 an. Der per Mitte November erreichte Beta-Wert von 1,12 ist der höchste seit drei Jahren und legt somit von einer im Normalfall weit unter der Schwankungsneigung des Marktes liegenden Volatilität des Fonds Zeugnis ab. Als Endresultat der Beta-Analyse ergibt sich damit ein erfreulich positives Szenario für den Brasilienfonds. Ganz klar eine Leistung von Poppes überdurchschnittlichem Risikomanagement.

 

FondsRendite. Alpha. Kurzfristig.

Per 14. November 2011 hat der BNY Mellon Brazil Equity Fund über drei Jahre eine kumulierte Wertentwicklung von +84,90 Prozent in Euro aufzuweisen. Dies entspricht einer Rendite von +22,74 Prozent p.a. Ein überzeugender Wertzuwachs, der aber vom MSCI Brazil 10/40 noch übertroffen wird. Der Vergleichsindex kann über drei Jahre mit einer Gesamtrendite von +100,57 Prozent aufwarten, was einem Ergebnis von +26,11 Prozent p.a. entspricht. Der Wechsel auf die Jahresbetrachtung zeigt, dass der BNY-Mellon-Fonds kurzfristig die Nase vorn hat. Mit seiner Wertentwicklung von -11,03 Prozent fällt der Kursverlust des aktiv gemanagten Fonds um einiges geringer als das Minus des Referenzindex aus. Denn der MSCI Brazil 10/40 musste im letzten Einjahreszeitraum einen Verlust von -13,99 Prozent hinnehmen. Trotz des auf kurze Sicht erzielten Renditevorsprungs ist die langfristige Wertentwicklung des Aktienfonds gemessen am Referenzindex noch ausbaufähig.

Die kurzfristig überdurchschnittliche Wertentwicklung des aktiv gemanagten Fonds im Vergleich zur Benchmark zeigt sich auch an dem Alpha-Wert von0,46 über ein Jahr. Im Dreijahreszeitraum geht die Renditekennziffer auf 0,22 zurück. Im rollierenden Zwölfmonatsvergleich der Alpha-Werte wird nochmals deutlich, wie stark die kurzfristige Outperformance des Brasilien-Fonds ausfällt. Seit Mai 2010 gab es in 19 Zeitperioden ununterbrochen ein positives Alpha bis 0,78 in der Spitze zu verzeichnen. Nur in 10 der letzten 36 Perioden wurde ein negatives Alpha erzielt, auch wenn dieses mit Werten von zutiefst -0,97 etwas stärker ausgeprägt war. Kann die kurzfristige Wertentwicklung des BNY-Mellon-Fonds auch im langfristigen Renditevergleich repliziert werden, haben Investoren einen überaus performancestarken Fonds vor sich.

 

SJB Fazit. BNY Mellon Brazil Equity.

Bei seinem Aufstieg zur Weltwirtschaftsmacht will sich Brasilien nicht nur auf seine bedeutenden Rohstoffexporte stützen, sondern auch andere tragende Säulen wie den Binnenkonsum, die Industrie sowie das Finanzwesen mit einbeziehen. Für dieses Szenario ist das breit gestreute Portfolio des BNY Mellon Brazil Equity Fund bestens positioniert. Der durch ein ausgefeiltes Risikomanagement bestechende Fonds liefert eine kurzfristige Mehrrendite zum Vergleichsindex, muss aber langfristig orientierten Anlegern genauso ans Herz gelegt werden.

 

BNY Mellon. Hintergründig.

WestLB Asset Management wurde 1998 gegründet. Seit 2006 besteht ein 50:50 Joint Venture mit BNY Mellon. Fonds in Deutschland: 134. Verwaltetes Vermögen: 24,7 Mrd. Euro. Zu Umsatz und Gewinn: Keine Angaben. Anzahl der Mitarbeiter: 180. Geschäftsführer: Volker Kurr. Stand: 30.09.2011.

Internet: www.wmam.de

 

 

Erläuterungen

 

Alpha

Ist die Kennziffer für die Renditechancen. Das Alpha beziffert jenen Teil der FondsRendite, der auf aktive Titelauswahl zurückzuführen ist. Weder die allgemeine Marktentwicklung, noch ein höheres Risiko spielen für die Generierung dieser FondsErträge eine Rolle. Beispiel: Ein Alpha von 0,5 zeigt an, dass der Fonds im Vergleich zu seiner Benchmark in den gewählten Betrachtungszeiträumen einen durchschnittlichen Mehrertrag von 0,5 Prozent bei gleichem Risiko erzielt hat. Ein positives Alpha deutet darauf hin, dass ein aktives FondsManagement eine Mehrrendite für den Investor erwirtschaftet hat. Insofern ist die Kennziffer ein Leistungsindikator für erfolgreiches FondsManagement.

 

Beta

Gilt als Risikomaß. Die Kennzahl bemisst die relative Volatilität eines Investmentfonds in Bezug auf den Gesamtmarkt. Anders ausgedrückt: Beta ist das Resultat eines Risikovergleichs zwischen Fonds und Benchmark. Hat ein Fonds ein Beta von 1, ist sein Risiko identisch mit demjenigen des Index. Ein Beta > 1 bedeutet, das FondsRisiko ist überproportional, der Fonds ist risikoreicher. Ein unter 1 liegendes Beta lässt auf geringere Kursschwankungen eines Fonds schließen, er ist risikoärmer. Ein Beispiel: Weicht die Volatilität des Fonds um 15 Prozent nach unten ab, ist sein Beta 0,85, weicht sie 15 Prozent nach oben ab, ist es 1,15. Ein Wert über 1 spricht gegen den Fonds, ein Wert unter 1 für ihn. Ein negatives Beta bedeutet, dass sich der Fonds gegenläufig zur Marktentwicklung verhält. Der Beta-Faktor muss im Zusammenhang mit der Korrelation gesehen werden.

 

Dividendenrendite

Diese Kennzahl misst die Dividende einer Aktie im Verhältnis zum Aktienkurs zum Zeitpunkt der Ausschüttung. Sie wird in Prozent gemessen. Je höher der Wert, desto mehr Erträge in Form der Dividende bekommen die Anteilseigner aus der Unternehmensleistung heraus. Diese Erträge sind unabhängig von der Kursentwicklung an der Börse. Im Gegensatz zum Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV werden hier die Erträge als Maßstab für die Rendite genommen, die tatsächlich den Anteilseignern zugute kommen. Ist der Wert hoch, deutet das auch auf eine Unterbewertung des Unternehmens an der Börse hin, denn wie eine hohe Dividende zeigt, ist die Ertragskraft größer, als der Aktienkurs ausdrückt.

 

Information Ratio

Die Information Ratio ist eine Kennziffer zur Beurteilung der Managementqualität eines bestimmten Fonds. Sie wird errechnet, indem man die FondsRendite durch das FondsRisiko teilt. Die Rendite wird hierbei mit Alpha gemessen. Das FondsRisiko anhand des Tracking Errors. Die Kennzahl liefert eine Aussage, ob das eingegangene aktive Risiko durch die erzielte Mehrrendite gerechtfertigt ist. Ist die Information Ratio positiv, ist dies der Fall. Je höher dieser Wert, desto besser ist das Management von Rendite und Risiko des untersuchten Fonds.

 

Korrelation

Die Korrelation ist die Kennziffer für die wechselseitige Abhängigkeit zweier Investments. Angegeben wird, wie wahrscheinlich sich die Kursverläufe gegenläufig (Korrelation -1), unabhängig (Korrelation 0) oder gleichläufig (Korrelation +1) verhalten. Die Kennzahl ergänzt und konkretisiert die durch ein positives bzw. negatives Beta angezeigte Richtung der FondsVolatilität durch eine Aussage zur strukturellen Abhängigkeit der Wertentwicklung des Fonds. Weisen Fonds und Index eine hohe Korrelation auf, werden sie auf dieselben Marktrisiken und -entwicklungen ähnlich reagieren.

 

Kurs-Buch-Verhältnis (KBV)

Das KBV ist eine Kennzahl für den Substanzwert eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Buchwert je Aktie teilt. Der Buchwert der Aktiengesellschaft ergibt sich durch den Abzug der Verbindlichkeiten von der Summe der Aktiva. Der Buchwert der Aktie ist das Ergebnis der Teilung des Unternehmensbuchwerts durch die Anzahl der Aktien. Je niedriger der Wert ist, desto preiswerter ist die Aktie. Wenn der Kurs der Substanz des Buchwerts entspricht, dann hat die Aktie einen „fairen“ Wert.

 

Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV)

Das KCV ist eine Kennzahl der Liquidität eines Unternehmens. Man erhält es, in dem man den Aktienkurs durch den Cashflow je Aktie teilt. Der Cashflow eines Unternehmens bildet die wirklichen Zahlungsflüsse in einer bestimmten Zeitperiode ab. Sein Wert gibt das Volumen der im Unternehmen für Investitionen und Verbindlichkeiten vorhandenen liquiden Mittel an. Mit dem KCV kann die Entwicklung der Ertragskraft einer Aktiengesellschaft bewertet werden. Dabei gilt eine Aktie als umso preiswerter, je niedriger ihr KCV ist.

 

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das KGV ist die Kennzahl der Ertragskraft eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie teilt. Hier gilt: Je niedriger die Kennzahl, desto preiswerter ist die Aktie. Ein niedriges KGV bedeutet an der Börse ein Einstiegssignal in die Aktie. Sie gilt als unterbewertet und hat Aufstiegspotenzial. Liegt ihr KGV über dem Marktdurchschnitt, ist das ein Ausstiegssignal. Sie gilt als überbewertet. Die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Kurs fällt, ist hoch.

 

Die Kennzahl R² baut auf der Korrelation auf. Sie drückt den Prozentsatz der Bewegungen eines Fonds aus, die durch Bewegungen in seinem Referenzindex erklärt werden können. R² ist das Quadrat der Korrelation. Das heißt, dass maximale R² liegt bei 1. Dieser Wert bedeutet, dass 100,0 Prozent der Entwicklung des Fonds durch den Referenzindex bestimmt wird. Er wäre also ein Indextracker. Ein R² von 0,5 bedeutet, dass 50,0 Prozent der Entwicklung des Fonds das Ergebnis der Entwicklung des Referenzindex ist. Je deutlicher die Zahl unterhalb von 1 liegt, umso unabhängiger ist der Ertrag des Fonds vom Referenzindex. R² wird genutzt, um die Aussagekraft von Beta zu bestimmen. Je höher das R², desto signifikanter das Beta, weil klar wird, wie sehr eine erhöhte oder niedrigere Risikokennziffer auf aktivem FondsManagement basiert. R² hilft also, die Qualität der FondsManageraktivität einzuordnen.

 

Sharpe Ratio

Die Sharpe Ratio gibt darüber Auskunft, ob die FondsEntwicklung auch dem Vergleich zu einem „risikolosen“ Investment standhält. Sie ist die Kennziffer für einen Rendite-Risiko-Vergleich zwischen unterschiedlichen Geldanlagen. Die nach dem Nobelpreisträger William Sharpe benannte Kennziffer misst die durchschnittliche Rendite in Bezug auf das eingegangene Risiko. Dabei wird der Fonds mit dem risikolosen Geldmarkt konfrontiert. Angenommen, die Sharpe Ratio liegt beim Fonds bei 0,40 und damit im positiven Bereich. In diesem Fall ist die Kennzahl ein Indiz dafür, dass die FondsInvestition rentabler ist, als die risikolose Platzierung des Kapitals am Geldmarkt. Ein negativer Wert der Sharpe Ratio würde bedeuten: Der Fonds ist schlechter als der Geldmarkt. Eine Investition wäre weniger rentabel.

 

Tracking Error

Der Tracking Error ist die Kennziffer für die Spurabweichung des Fonds vom Index. Sie misst, wie stark die Positionen und ihre Gewichtung im Portfolio des Fonds prozentual von denen des Index abweichen. Zur Berechnung wird die Standardabweichung der Differenzrendite zwischen dem Fonds und seiner Benchmark ermittelt. Insofern wird der Tracking Error auch als Indikator für aktives Risiko verstanden und dient neben Alpha als Grundlage für die Berechnung der Information Ratio. Je niedriger der Tracking Error, desto stärker orientiert sich der FondsManager am Vergleichsindex. Je höher der Wert ist, desto unabhängiger bewegt sich der FondsManager in seinem Markt und ist damit bereit, ein aktives Risiko einzugehen. Ob dieses Risiko gerechtfertig war, diese Frage klärt die nächste Kennzahl.

 

Value-at-risk (VAR)

Der Begriff bezeichnet ein Risikomaß für die Wahrscheinlichkeit und den Umfang von Verlusten einer bestimmten Risikoposition (z. B. eines Portfolios von Wertpapieren) in einem gegebenen Zeithorizont. Ein VAR von 10 Mio. Euro bei einer Haltedauer von 1 Tag und einer als Konfidenzniveau bezeichneten Eintrittssicherheit von 97,5 Prozent bedeutet, dass der potenzielle Verlust der betrachteten Risikoposition von einem Tag auf den nächsten mit einer Wahrscheinlichkeit von 97,5 Prozent den Betrag von 10 Mio. Euro nicht überschreiten wird. VAR wurde von J.P. Morgan entwickelt und ist heute ein Standardrisikomaß im Finanzsektor.

 

Autor: SJB FondsSkyline OHG 1989 für Unternehmer und Führungskräfte

 

Gerd Bennewirtz ist als geschäftsführender Gründungsgesellschafter der SJB FondsSkyline OHG 1989 Herausgeber speziell auf Privatinvestoren zugeschnittener Newsletter. Die täglich, wöchentlich und monatlich erscheinenden Publikationen können gratis angefordert werden unter FondsEcho@sjb.de oder www.sjb.de.

 

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