Ihre Lebensversicherung - ein Scheinvermögen?



08:57 21.11.11

Die weltweite Schuldenkrise wütet allerorten, neue Eskalationsstufen scheinen nur eine Frage von Tagen oder Wochen zu sein. Nicht mehr nur die Renditen griechischer, portugiesischer und italienischer Anleihen ziehen unvermindert an. Nunmehr geraten auch die Papiere starker AAA-Euroländer unter Druck das ist eine neue Qualität der Krise. Politik und Märkte sind alarmiert, denn damit erhöht sich auch bei Banken der Leidensdruck weiter. Klar ist: Der Markt für Staatsanleihen ist schwer angeschlagen!

Wer hängt zuerst im Rettungsschirm: Banken oder Versicherer?
Aus dem einst Sicheren Hafen Staatsanleihen ist ein stürmisches und unberechenbares Gewässer geworden. Doch just in diesem Markt stecken Billionen deutscher Gelder und es werden täglich mehr! Neben den Banken legen hier auch Versicherer sehr große Summen an. Und damit wären wir beim springenden Punkt: den Lebensversicherungen - in Finanzfragen des Deutschen liebstes Kind. Über Jahrzehnte wurden Millionen Policen mit dem Verweis auf Steuervorteile unters Volk gebracht, über die Otto-Normalbürger seither mit monatlichen Einzahlungen ein kleines oder großes Vermögen ansparen. Mann oder Frau möchte schließlich im Alter abgesichert sein. Hierzulande gibt es mittlerweile mehr LV-Verträge als Einwohner, denn diese Geldanlage gilt noch immer als bombensicher und grundsolide.

Um es klar zu sagen: Wir hegen hieran starke Zweifel! Ein Ende des Werteverfalls bei europäischen Staatspapieren ist nämlich nicht in Sicht. Und mit der bereits absehbaren Verschärfung der ebenbürtigen Schuldenkrise in den USA drohen Banken und Versicherern weitere Hiobsbotschaften: Auch über dem großen Teich tickt eine Schuldenbombe, die tiefe Krater in die Anleihe-Portfolios hiesiger Versicherer reißen dürfte mit entsprechenden Folgen für deren Kunden!

Wir meinen: Es wird immer enger für die Versicherer!
Das hat wohl auch Allianz-Vorstand Oliver Bäte erkannt, als er am Mittwoch auf der Jahrestagung der europäischen Versicherungsaufsicht Eiopa seinem Unmut Luft machte. "Wir können ein Unternehmen nicht auf Dauer führen, wenn unsere Kapitalausstattung in einem Quartal um 50 Prozent schwankt", sagte der Allianz-Controlling-Chef und offenbarte: "Der Markt ist kaputt, und keiner tut etwas dagegen."

Die Staatenkrise birgt große Sprengkraft für Banken UND Versicherungen! Doch das scheint bislang hierzulande ein Tabuthema zu sein: Ist von der Schuldenkrise die Rede, hört man  stets nur von Banken und Staaten. Das mögliche Ausfälle auch Allianz, Generali & Co. treffen könnten, bekommt der deutsche Michel jedoch nicht zu hören. Wohl aus gutem Grund
Erinnern wir uns: Auch die ehemals offenen Immobilienfonds waren lange das Nonplusultra einer soliden Geldanlage und Altersvorsorge.

Das Geschäft mit Lebensversicherungen ist höchst lukrativ, vor allem für die Anbieter. Wir raten deshalb von neuen Vertragsabschlüssen ab. Lassen Sie sich von dem Argument, dass Anfang 2012 der Garantiezins für Neuverträge von 2,25% auf 1,75% sinkt, nicht ködern. Mit diesem Zinssatz gleichen Sie noch nicht einmal die Inflation aus, sondern bescheren sich vielmehr horrende Abschluss- und Verwaltungskosten. Bestehende LV-Verträge gilt es nun ebenfalls zu prüfen. Auch Lebensversicherungen sind von der Schuldenkrise und damit einer möglichen Inflation und/oder staatlichen Eingriffen bedroht.

Wie geht es weiter an den Märkten?
Dazu ein treffendes Zitat von Reuters: "Wir haben Rettungsprogramme aufgelegt, Sparpläne ausgehandelt, Regierungen ausgetauscht - aber es hat alles nichts genützt", zitiert die Nachrichtenagentur einen Analysten. "Wir stehen kurz vor einer Eskalationsstufe, und es gibt nur noch einen Rettungsanker - die EZB."

Damit ist alles gesagt!
In einer vollends aus dem Ruder laufenden Schuldenkrise muss die EZB eher früher als später die Druckerpresse anwerfen und dem Vorbild der US-Notenbank FED folgen: Das bedeutet nicht weniger als den unlimitierten und offenen Ankauf europäischer Staatsanleihen durch die EZB, seien es Papiere aus Italien, Portugal, Spanien oder ggf. auch aus Frankreich. Mit dieser Maßnahme könnte Brüssel endlich den Teufelskreis durchbrechen und Spekulanten mit einem Schlag kaltstellen. Eine starke Rallye bei Aktien, Edelmetallen und anderen Rohstoffen wäre dann vorprogrammiert!

Bis dahin verspricht die Schnäppchenjagd reiche Beute. Die Frage ist, wann diese BOMBE zündet?

Noch wähnen sich offensichtlich die Deflationisten auf der sicheren Seite:



GOLD: Mit frischem Verkaufssignal Kurs auf 1.600 USD, später evtl. 1.500 USD oder tiefer.

SILBER fällt nach unten heraus, Rückfall bis 25 USD nun wieder deutlich wahrscheinlicher.
Silber

ÖL (BRENT) sehen wir vor einer mittelfristigen Rallye bis 130 USD. Long mit Stopp bei 106 USD.

DAX: Erst unter 5.700 Punkten in höchster Gefahr. Bärenfalle vor starker Rallye?

Unser wichtigster Rat zum Schluss: Üben Sie sich in Geduld!

Mit den besten Grüßen
Ihr Frank Szillat und die Redaktion von www.capital-manager.net

THEMEN der Woche:
- Marktgeschehen: Ihre Lebensversicherung ein Scheinvermögen? 
- Midway: Starke Projektstudie zieht Aktie nach oben
- Revett Minerals: Unser Silberfavorit beschleunigt!
- Rückblick / Ausblick: European Goldfields & New Gold

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