Tesla Motors: Der große Gewinner des kommenden E-Auto-Booms?



05:43 23.11.11

Tesla Motors: Der große Gewinner des kommenden E-Auto-Booms?

 

Während Anleger in deutschen Aktien mit Papieren wie SGL Carbon oder der PSI AG allenfalls indirekt von einem möglicherweise schneller als erwartet kommenden Elektroauto-Boom profitieren werden, geht in den USA so richtig die Post ab - und das auch im übertragenen Sinne. Denn der Elektro-Sportwagen Model S von Tesla lässt in Punkto Beschleunigung sogar den Porsche 911 Carrera alt aussehen.

 

Vieles spricht dafür, dass der US-Autobauer zum First Mover im Elektroauto-Segment wird. Die Produktion für das Model S, ein 5+2-sitziges autobahntaugliches Elektroauto der oberen Mittelklasse ist für 2012 bereits jetzt ausgebucht. Die Reservierungen seien nach Angaben des Unternehmens in den letzten Wochen extrem angezogen. 2013 soll die Serienproduktion starten.

 

Experten zeigen sich über die schnellen technologischen Fortschritte überrascht. Die Serienversion soll von null auf 60 Meilen in 4,4 Sekunden durchstarten. Das schafft nicht mal ein Porsche 911 Carrera. Eine alternative, aerodynamischere Version soll bis zu 320 Meilen oder ca. 500 Kilometer ohne Aufladestopp schaffen. Mit diesen Werten wird das Auto immer mehr auch für das Mainstream-Publikum in den USA interessant werden.

 

Fakt ist: Tesla ist mit seinem Modell damit viel weiter als die Konkurrenz. Die Prototypen von Ford, Nissan und General Motors schaffen aktuell gerade mal 100 Meilen ohne Aufladen des Akkus. Hinzu kommt: Tesla hat mit seiner überlegenen Batterientechnologie Ausrüsterverträge mit Daimler und Toyota. Das heißt: Ohne Tesla geht im Sektor - zumindest momentan - gar nichts!

 

Ein weiterer Faktor der für das Papier spricht, ist Teslas charismatischer CEO Elon Musk. Musk ist unter anderem auch Mitbegründer der Internet-Bezahlplattform PayPal, die bereits 2002 für 1,5 Milliarden US-Dollar an eBay verkauft worden ist. Hinter dem Raketenhersteller SpaceX steht Elon Musk genauso als Mastermind wie hinter dem Tesla Roadster, dem ersten serienreifen Elektroauto von Tesla. Insider vergleichen Musk in seiner Brillanz bereits mit Steve Jobs.

 

Die gute Geschäftsentwicklung ist schwarz auf weiß in den Halbjahreszahlen nachlesbar. Der Umsatz kletterte um 33 Prozent auf 5,7 Millionen Euro, der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) von 0,6 auf zwei Millionen Euro. Wichtig: Im zweiten Halbjahr geht es genau so weiter. Die Umsatzschätzung wurde im September sogar von 11,5 auf 12 Millionen Euro angehoben, die für das EBIT von 2,8 auf vier Millionen Euro.

 

Auch interessant: Studien zeigen, dass bei so genannten disruptiven Technologien, die das Potenzial haben, etablierte Branchen komplett "aufzumischen", die alteingesessenen Firmen in der Vergangenheit häufig ins Hintertreffen geraten sind. First Mover wie Tesla seien hier historisch eindeutig im Vorteil gewesen, behauptet auch eine aktuelle Studie von Merrill Lynch.

 

Enorme Vorschusslorbeeren im Kurs


Schafft Tesla wirklich als erster Autohersteller den Marktdurchbruch im Mittel- und Oberklassebereich könnte man einen gigantischen Markt erschließen. Entsprechend groß ist die Fantasie in der Tesla-Aktie, die im Übrigen erst seit Juli 2010 börsennotiert ist.

 

Die Zahlen fürs dritte Quartal überzeugen auf ganzer Linie: Der Umsatz schnellte um 85 Prozent auf 58 Millionen US-Dollar in die Höhe. Die sequenzielle Steigerung gegenüber dem zweiten Quartal 2001 lag bei ebenfalls starken elf Prozent. Das lag deutlich über den Erwartungen. Auch die eigene Umsatzprognose für 2011 wurde von 185 auf 195 bis 200 Millionen US-Dollar nach oben korrigiert.

 

Die Aktie stieg daraufhin bei über vier Millionen gehandelten Aktien (höchster Umsatz seit Juni) Anfang November bis auf knapp 35 US-Dollar und notiert auch aktuell weniger als zehn Prozent vom Allzeit-Hoch bei 36,42 US-Dollar entfernt.

 

Der Haken an der Geschichte: Auf Basis fundamentaler Bewertungskennzahlen ist die Aktie extrem teuer. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis für 2011 liegt bei astronomischen 17, soll aber 2012 schon auf sechs fallen. Mit einem Sprung in die Profitabilität ist frühestens 2013 zu rechnen.

 

Studien von James P. O`Shaughnessy zeigen, dass gerade Aktien mit hohen Kurs-Umsatz-Verhältnissen im kommenden Jahr im Durchschnitt zu den am schwächsten performenden Aktien auf dem gesamten Kurszettel gehört haben.

 



Umgekehrt gilt "Qualität hat ihren Preis", speziell bei Trend-Aktien. Die meisten "Tenbagger" des legendären Fondsmanagers Peter Lynch waren auch vor ihrem fulminanten Anstieg schon "teuer" - was sie aber nicht daran gehindert hat, sich anschließend nochmals zu verzehnfachen.

 

Bei intakten Wachstumsstories können Aktien auch in ihre Bewertung hineinwachsen und dabei konstant weiter steigen.

 

 

MEIN FAZIT:


- Die Aktie von Tesla hat gigantisches Potenzial und könnte zum großen Gewinner der Elektroauto-Revolution werden.

 

- Allerdings ist die Aktie fundamental extrem hoch bewertet, was auch enorme Risiken mit sich bringt.

 

- Ich würde aktuell an der Seitenlinie bleiben und den Fortgang der laufenden Konsolidierung abwarten. Sollte die Aktie vom aktuellen Niveau aus unter hohem Handelsvolumen neue Hochs erreichen, würde ich eine erste Position erwerben.

 

- Sie können dieses Szenario gut über die Platzierung einer Stopp-Buy-Order bei 36,43 US-Dollar spielen. Sie werden dann automatisch "eingestoppt", wenn die Aktie ein neues Allzeit-Hoch erreicht.

 

 

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Viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage wünscht Ihnen

 

Ihr

Armin Brack

Chefredakteur Geldanlage-Report

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