Der CEO der USU Software AG, Bernhard Oberschmidt, ist ehrgeizig, keine Frage. In einem Interview mit financial.de hat er kürzlich herausgestellt, dass er die von ihm gelenkte Softwareschmiede nach vorne entwickeln und zu einem etablierten Anbieter für Softwarelösungen und wissensbasiertes Management machen möchte. Einige Ziele hat er ja schon erreicht, so verweist er auf die Eigenkapitalquote von 70 Prozent und eine Liquidität von 12 Prozent bei keinerlei Bankverbindlichkeiten.
Zwar hat er die selbstgesetzte EBITDA-Marge von 15 Prozent noch nicht ganz erreicht, aber in den ersten drei Quartalen lag er schon bei 13,6 Prozent - und das vierte Quartal, dass wie bei jeder IT-Firma am ertragsstärksten ist, steht ja noch aus. Deshalb wird USU für 2011 auf alle Fälle Rekordwerte ausweisen.
Und außerdem ist Oberschmidt als geborener schwäbischer „Tiefstapler“ bekannt, der nicht nur Analysten, sondern auch IR-Fachleuten mit seinen zurückhaltenden Aussagen zur Verzweiflung bringen kann. Dabei weiß er genau, dass seine Aussagen übertroffen werden, wenn alles planmäßig läuft.
Dass die 43 Mio. Euro Umsatz und eine EBITDA-Marge von 15 Prozent noch nicht das Ende der Fahnenstange sind, sagen nicht nur die Firmenplanungen sowie die Einschätzungen der Analysten, dafür spricht auch der vorhandene Auftragsbestand von mehr als 20 Mio. Euro. Außerdem sollen noch einige größere Aufträge in der Pipeline stecken. Oberschmidt lässt sich daher „vom Krisengerede“ – so drückt er sich aus - nicht anstecken und möchte die Internationalisierung, in der Zwischenzeit liegt der Auslandsanteil beim Umsatz bereits bei 10 Prozent - weiter fortsetzen. USU ist auf dem aktuellen Kursniveau von ca. 4,20 Euro nicht teuer, das gesamte Ertragspotenzial wird jedoch erst dann ersichtlich, wenn im Jahr 2012 100 Prozent der Tochter Aspera ertragsmäßig erfasst sind.
Es ist daher nur allzu gut verständlich, dass die Analysten von GBC bei einem Umsatz von 48 Mio. Euro im Jahr 2012 eine Steigerung des Gewinns von 33 auf 41 Cent je Aktie erwarten und auch eine Erhöhung der Dividende von 25 auf 30 Cent als wahrscheinlich ansehen. GBC sieht ein Kursziel von 6,15 Euro und damit ein Kurspotential von mehr als 50 %.
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