DAX®: Nur nicht verzagen....



08:37 30.11.11

Als DAX®-Anleger bleibt man nach der letzten Woche weiter angespannt. Zumindest wenn man sich die charttechnische Situation im deutschen Leitindex betrachtet. Der Begriff „neue Jahrestiefs“ geisterte schon wieder sehr häufig über das Parkett.

Dabei könnte es sich vielleicht doch noch alles entspannen. Zwar haben wir zahlreiche Hiobsbotschaften von den Schuldenfronten in Europa und auch in den USA erhalten, auf der anderen Seite scheint aber speziell in Europa Bewegung in die Schuldensache zu kommen. Sprich, man ist in Paris und Berlin bemüht, das Thema irgendwie noch vor dem Jahreswechsel mit Lösungen zu behaften, die dann auch am (Anleihen-)Markt wieder für mehr Ruhe sorgen sollen. So rütteln nun schon Merkel und Sarkozy an den EU-Verträgen, mit dem Ziel in eine Art Fiskalunion zu gelangen. Das allein die Politik aber eine Trendwende am Aktienmarkt herbeibringt, ist unwahrscheinlich. Vielmehr müsste das Gros der Anleger ebenfalls wieder mehr Mut fassen und den aktuellen Wirtschaftsdaten mehr Beachtung schenken:

Einem ifo-Index beispielsweise, der besser als erwartet ausgefallen war. Oder die Umsätze am viel beachteten Thanksgiving-Woche-Wochenende und am Black Friday, dem umsatzstärksten Handelstag im amerikanischen Einzelhandel überhaupt. Hier lagen die Zahlen deutlich über dem des Vorjahres. Die US-Forschungsgruppe ShopperTrak berichtete sogar über einen neuen Umsatzrekord von 11,4 Mrd. Dollar an diesem Tag. Dies würde einem Plus von 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprechen. Damit scheint die Stimmung unter den US-Verbrauchern offenbar deutlich besser zu sein, als bislang immer gedacht. So sieht eigentlich keine Wirtschaftskrise aus. Ein Silberstreif am Horizont?

Vielleicht, doch der breite Markt scheint in diesen Tagen den Aktienmarkt ganz eng am Anleihenmarkt gekoppelt zu sehen. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann sagte in diesen Tagen wohl daher auch zu Recht, man solle nicht so tun, als sei Italien schon so gut wie pleite. Die Diskussion sei extrem kurzatmig geworden. "Kaum steigt irgendwo die Rendite zehnjähriger Anleihen, schon wird der Weltuntergang verkündet." Das stehe in keinem Verhältnis zu einer fundierten wirtschaftlichen Analyse, so Weidmann weiter.

Doch genau diese fundierte Analyse würde wohl dem DAX® wieder mehr in Fahrt einbringen, wenngleich eingestanden werden muss, dass man von einer „Trendwende“ noch (lange) nicht sprechen kann. Nachdem der DAX® am vergangenen Freitag zwar in einem „Short-Squeeze“ gen Norden getrieben worden ist und somit nicht den zehnten Handelstag in Folge im Minus schloss, sollte man nun wohl dennoch warten, wie die kommenden Tage sich entwickeln. Aus charttechnischer Betrachtung ergibt sich derzeit folgendes Bild:



Wenngleich die Dynamik der derzeit laufenden Abwärtsbewegung deutlich geringer ist, erinnerte die jüngste Entwicklung ein wenig an den Kursrutsch Anfang August. Das heißt, vielleicht sehen wir, analog zum Sommer, nun eine kleine Erholungs-Rallye? Die nächsten Ziele wären hierfür die Marken 5600 und 5700. Widerstand auf dem weiteren Weg nach oben bieten unter anderem die Zwischentiefs vom 10. November (5722) und vom 18. Oktober (5748). Oberhalb dieser Marke hellt sich die negative Charttechnik wieder merklich auf. Spekulative Anleger könnten dieses Szenario mit einem Wave XXL Call der Deutschen Bank (WKN: DB96YD) traden. Der Hebel dieses Derivats liegt derzeit bei 2,62, die Knock-Out-Schwelle bei 3430 Indexpunkten.

Wer jedoch der Ansicht ist, der DAX® gerät wieder bzw. weiter in den Abwärtsstrudel und es gibt keine klaren Signale für ein Ende der laufenden Abwärtsbewegung - der könnte auf der Short-Seite aktiv werden. Denn im DAX® biete charttechnisch das Tief vom 19. August (5345) zwar Unterstützung, die weiteren Ziele darunter wären aber die Tiefpunkte vom 6. September (5150) sowie vom 4. Oktober (5125). Unterhalb dieser Marke droht sogar ein Test des Jahrestiefs vom 12. September (4966). Spekulative Anleger könnten daher mit dem Wave XXL Put der Deutschen Bank (WKN DE23AG) auf eine weitere Abwärtsbewegung setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 2,42, die Knock-Out-Schwelle bei 7580 Indexpunkten.

Stand: 30.11.2011


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Über den Autor
 
Autor: Nicolai Tietze Nicolai Tietze,
X-markets Team Deutsche Bank

Nicolai Tietze ist verantwortlich für die Hebelprodukte des X-markets Team der Deutschen Bank. Vor seinem Einstieg in das X-markets Team war er bei der Deutschen Bank Aktienhändler und dort zuständig für die deutschen Konsumwerte. In seiner Funktion als Derivate-Experte entwickelt er auch Strategie- und Themenzertifikate.

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