Panik, Panik, Panik! Alles flüchtet aus dem Euro. Doch wohin? Häufig werden neben Währungen wie dem Australischen Dollar auch die Schwedische und die Norwegische Krone als stabile Währungen genannt, die sich für Euro-Flüchtlinge anbieten. Das stimmt auf der einen Seite, denn beide Länder verfügen über sehr stabile Staatsfinanzen und eine robuste Wirtschaft. Auf der anderen Seite liegen Schweden und Norwegen zwar am Rand Europas, können sich aber einer Rezession im Kern des Kontinents nicht entziehen. Beide Länder sind stark vom Export abhängig und der spürt schon den Gegenwind. Beide Kronen werden daher ihren Aufwertungstrend der letzten Jahre nicht fortsetzen, wenn sich die Weltkonjunktur weiter abkühlt. Zudem drohen Zinssenkungen und damit ein Verlust des derzeit noch bestehenden Zinsvorteils gegenüber dem Euro.
Norges Bank senkt den Leitzins
Würde die norwegische Notenbank nur die Bedingungen im Inland zum Maßstab nehmen, dann hätte sie den geldpolitischen Kurs eigentlich verschärfen müssen. Die Wirtschaft floriert und es gibt sogar Anzeichen für eine Preisblase am Häusermarkt. Aufgrund der Eurokrise und der daraus resultierenden Gefahren haben die Notenbanker stattdessen aber den Leitzins am 14. Dezember überraschend deutlich um 50 Basispunkte auf 1,75 Prozent gesenkt. Begründung: Die Inflationsrate von zwei Prozent stellt keine Gefahr für die Preisstabilität dar und die Wachstumsprognose wurde aufgrund des Gegenwinds für die Weltkonjunktur abgesenkt. Weitere Zinssenkungen scheinen im Jahr 2012 möglich und das setzte prompt auch die Norwegische Krone unter Verkaufsdruck. Anleger sollten also Vorsicht walten lassen im Übrigen auch bei der Schwedischen Krone. Die Riksbank hält am 20. Dezember eine Sitzung ab und dürfte ebenfalls den Leitzins senken. Für die Schweden-Krone bedeutet das Gegenwind.
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