Nun haben wir es alle geschafft. Das Börsen-Horror-Jahr 2011 liegt hinter uns. Mit allen seinen nervenaufreibenden Auf und Abs. Und da an der Börse bekanntlich die Zukunft gehandelt wird, sollten wir uns nun alle auf die kommenden Wochen konzentrieren. Denn vielleicht bekommen wir dann nämlich anstatt der ausgefallenen „Jahresendrallye“ eine „Jahresauftaktrallye“ – wer weiß es schon.
Zumindest sollte man sich rechtzeitig in die Startlöcher begeben, auch wenn die Probleme des Jahres 2011 die des Jahres 2012 bleiben werden. Stichwort Euro-Schuldenkrise. Darüber konnte man ja in vielen Medienberichten zuletzt die wildesten Spekulationen lesen, was und wer in diesem Jahr nicht alles zusammenfallen könnte.
Fakt ist jedoch auch, dass wir in diesen Tagen auf 10 Jahre Euro-Bargeld zurückblicken. "Der Euro hat beachtliche Stabilität bewiesen", erklärte dazu jüngst Dr. Andreas Martin, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) mit Blick auf den zehnten Jahrestag der Einführung des Euro-Bargelds am 1. Januar 2012. Der Europäischen Zentralbank sei es gelungen, ihr Stabilitätsversprechen einzuhalten, sagte er weiter. Stimmt auch, wenn man sich die nackten Zahlen anschaut. Die Währungshüter streben mittelfristig eine Teuerungsrate von knapp unter 2 Prozent an und seit der Einführung des Euro hat die Inflationsrate im Durchschnitt bei 2,1 Prozent gelegen. Das wiederum bedeutet: Die Preise sind damit bislang sogar noch etwas stabiler geblieben als in manchen anderen entwickelten Staaten wie etwa den Vereinigten Staaten (2,5 Prozent).
Letztlich wird es dennoch wohl in 2012 nur eine angenehme Börsen-Phase im Euro-Raum geben, wenn die Reformen in Europa konsequent fortgesetzt werden und somit das Vertrauen der Anleger in die Lösung der Schuldenkrise (wieder) gefestigt wird. Das braucht sicherlich Zeit - aber deshalb als Anleger bis dahin sich an der Seitenlinie der Märkte aufzuhalten, wäre bestimmt auch keine adäquate Lösung. Zumal der deutsche Leitindex DAX® aktuell folgende Chartsituation aufweist:
In den letzten Tagen des Jahres 2011 waren die Kursbewegungen angesichts sehr dünner Handelsumsätze mehr oder minder zufällig bedingt. Das könnte sich nun ändern, wenn im Januar die Volumina wieder anziehen. Würde der DAX® nun den Ausbruch über das letzte Erholungshoch schaffen, wäre (kurzfristig) ein weiterer Anstieg zu erwarten. Das erste Ziel wäre dann die massive Widerstandszone, die durch die markanten Hochs vom 15. August (6106) und vom 14. November (6116) sowie das obere Bollinger-Band (6109) gebildet wird. Darüber stünde ein Angriff auf das Erholungshoch vom 5. Dezember (6170) an. Oberhalb dieser Marke würden dann sogar wieder das Top vom 28. Oktober (6431) und die 200-Tage-Linie (6438) in den Fokus rücken. Spekulative Anleger könnten mit einem Wave XXL-Call der Deutschen Bank (WKN DE76B1) auf eine solche Aufwärtsbewegung setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 2,6, die Knock-Out-Schwelle bei 3690 Indexpunkten.
Auf der anderen Seite, wer als spekulativer DAX®-Anleger auf der Short-Seite aktiv werden will, müsste das folgende Szenario hierzu überdenken: Sollte der DAX® wieder unter die 20-Tage-Linie (5859) zurückfallen, würden das Tief der letzten Dezember-Handelswoche (5771), die kurzfristige, seit November gültige Aufwärtstrendgerade (5753), die 100-Tage-Linie (5735) und das Tief vom 10. November (5722) eine solide Unterstützungszone bilden, deren Unterschreiten aber weitere Abschläge mit sich ziehen könnten. Würde der DAX® nachhaltig unter die Marke von 5700 fallen, dürfte weiteres Abwärtspotenzial aufgebaut werden, dass dann bis in die Zone 5500 gehen würde. Fällt auch diese Marke – hier verläuft der vom Jahrestief ausgehende Aufwärtstrend – müsste mit weiteren Abschlägen bis 5300 gerechnet werden. Unterhalb dieser Haltezone trübt sich die charttechnische Lage weiter ein. Spekulative Anleger könnten dieses Szenario mit einem Wave XXL-Put der Deutschen Bank (WKN DE23AN, aktueller Hebel 3,43, Knock-Out-Schwelle bei 7780 Indexpunkten) traden.
Stand: 04.01.2012
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Nicolai Tietze, X-markets Team Deutsche Bank |
Nicolai Tietze ist verantwortlich für die Hebelprodukte des X-markets Team der Deutschen Bank. Vor seinem Einstieg in das X-markets Team war er bei der Deutschen Bank Aktienhändler und dort zuständig für die deutschen Konsumwerte. In seiner Funktion als Derivate-Experte entwickelt er auch Strategie- und Themenzertifikate.
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