Deutscher Arbeitsmarkt in guter Verfassung
Zum Jahresauftakt legten die Aktienkurse in Europa deutlich zu. Wegen des als Feiertag nachgeholten Neujahrstages in den USA und Großbritannien fehlten aber eine Reihe wichtiger Marktteilnehmer. Der überraschend deutlich gestiegene Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor in China und zunehmende Übernahmefantasien wurden für die Zuversicht der Aktienanleger verantwortlich gemacht. Bundesanleihen mussten in diesem Umfeld zunächst Verluste hinnehmen. Die Einkaufsmanagerindizes für das Verarbeitende Gewerbe aus Italien und Spanien lagen für den Monat Dezember weitgehend unverändert auf einem niedrigen Niveau.
Am zweiten Handelstag des Jahres zeigten sich Bundesanleihen kaum verändert, obwohl es an den Aktienmärkten weiter aufwärts ging. Der nur moderate Renditeanstieg bei US-Staatsanleihen am ersten Handelstag des Jahres in den USA hat vermutlich einen weiteren Renditeanstieg verhindert. Schwach zeigten sich dagegen spanische Papiere, nachdem die neue Regierung eingeräumt hatte, dass das Haushaltsdefizit im Jahr 2011 die Marke von acht Prozent des Bruttoinlandsproduktes überstiegen haben könnte. Dies wäre deutlich mehr, als die ursprünglich angepeilten sechs Prozent.
Der deutsche Arbeitsmarkt zeigte sich auch im Dezember in einer guten Verfassung. Die Zahl der Arbeitslosen sank saisonbereinigt um 22.000, so dass die Arbeitslosenquote auf 6,8 Prozent fiel. Das positive Monatsergebnis dürfte allerdings auf die milde Witterung zurückzuführen sein. Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe in den USA stieg im Dezember auf 53,9 Punkte. Die Bauausgaben legten im November um 1,2 Prozent zum Vormonat zu. Dabei zeigt sich derzeit der Wohnungsbau besonders expansiv.
Am Mittwoch tendierten die Kurse der zehnjährigen Bundesanleihe im Vorfeld einer Aufstockung der Papiere etwas schwächer. Später konnten sie sich jedoch wieder erholen. Zum Handelsschluss wirkte dann ein moderater Renditeanstieg in den USA als kleiner Belastungsfaktor. Spanische Anleihen zeigten sich erneut schwächer. Spekulationen über ein mögliches Hilfeersuchen der spanischen Regierung beim Internationalen Währungsfonds (IWF) und dem Euro-Rettungsfond drückten auf die Stimmung. Der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor aus Spanien konnte sich im Dezember zwar merklich erholen, mit derzeit 42,1 Punkten liegt er aber tiefer als in den anderen Euro-Staaten. Zudem zeigt er eine merkliche Schrumpfung der Wirtschaftsleistung an.
Die erste Anleihe des Rettungsfonds EFSF mit drei Jahren Laufzeit traf am Kapitalmarkt auf eine rege Nachfrage. Der Fonds platzierte am Donnerstag Papiere im Volumen von drei Milliarden Euro. Mit einer Summe von 4,5 Milliarden Euro von Anlegern aus aller Welt war die Emission deutlich überzeichnet. Die Erlöse dieser Auktion sollen dem Hilfsprogramm des EFSF für Irland und Portugal zugute kommen. Aus dem Umfeld der Konsortialbanken war zu hören, dass die Anleihe einen Zinssatz von 1,6 Prozent haben soll.
Die Ausgabe der ersten Anleihe dieser Art galt als wichtiger Vertrauenstest für die Euro-Zone. Im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres hatte sich die Europäische Schuldenkrise dramatisch zugespitzt. Deshalb droht den Euro-Staaten und dem EFSF die Herabstufung der Kreditwürdigkeit durch die Ratingagenturen S&P und Fitch. Dank der aktuellen Bestnote „AAA“ kann sich der EFSF derzeit von Investoren Geld zu günstigen Konditionen leihen.
Der Bund-Future verharrt auch zum Jahresauftakt weiterhin auf
hohem Niveau und liebäugelt weiterhin mit der Marke von 139
Punkten. Die zu bezahlenden Zinssätze liegen für Deutschland also
weiterhin auf historisch niedrigem Niveau.
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