DAX-Analyse: Neue Risiken am Horizont



15:00 09.01.12

WGZ Cognitrend Report - das Marktgeschehen aus dem Blickwinkel der verhaltensorientierten Forschung

Neue Risiken am Horizont

Zehn Jahre nach der Euro-Bargeldeinführung horten wir Deutsche noch immer unsere D-Mark. Laut Bundesbank sind aktuell 13,3 Milliarden D-Mark im Umlauf. Viele Münzen und Scheine schlummern einfach in vergessenen Verstecken. Doch auch aus reiner Nostalgie behalten viele Deutsche das alte Geld. Dabei war mit der guten alten D-Mark ganz und gar nicht alles besser. In punkto Teuerung etwa hat sich der Euro als stabiler erwiesen als die deutsche Vorgängerwährung. Während die Inflationsrate hierzulande seit Euro-Einführung lediglich bei 1,5 Prozent lag, verteuerten sich die Preise in den letzten zehn D-Mark-Jahren um durchschnittlich stolze 2,2 Prozent. Zugegeben, momentan rangiert der Preisdruck deutlich oberhalb des Zentralbankziels (letzter Wert für Deutschland im November: 2,4 Prozent). Europaweit ist die Inflation im Dezember allerdings zurückgegangen, was die Diskussion um neuerlichen Zinssenkungsspielraum in Euroland prompt wieder angeheizt hat.

Allerdings tauchen bereits neue Risiken am Horizont auf: Der Iran hat kürzlich mit der Schließung eines wichtigen Seewegs gedroht und die Europäische Union bereitet nun sogar ein Öl-Embargo vor. Ein in der Folge weiter steigender Ölpreis könnte nicht nur den Preisdruck erhöhen, sondern auch das Wachstum in Euroland belasten – womit die Sorgen um die Eurozone im neuen Jahr angekommen wären. Nach nur zwei Tagen Jahresanfangsrally zerbrachen sich die Börsianer an Europas Aktienmärkten schon wieder die Köpfe über mögliche Bonitätsherabstufungen, weitere Rettungsaktionen und missliche Bondauktionen. Dabei verlief die erste deutsche Emission im neuen Jahr deutlich besser als die letzte Versteigerung zehnjähriger Bundesanleihen vor wenigen Wochen.



Vorerst wollen die Börsianer nichts von einer Fortsetzung der DAX-Erholung wissen, obwohl die Prognosen für das Gesamtjahr 2012 gar nicht so übel aussehen: Im Schnitt trauen Analysten dem DAX einen Anstieg auf rund 6.500 Punkte zu. Die Prognosen klaffen allerdings weit auseinander. Während mancher Augur mit einem Rückschlag auf 5.000 Zähler rechnet, glauben andere an einen Spurt bis zur 7.800er Marke. Kurzfristig haben sich viele Börsianer aber auf weiteres Range-Trading eingestellt. Wir sehen erst oberhalb von 6.195/205 Punkten die Chance auf eine Erholung bis 6.305 (danach 6.430/40). Allerdings sollte die 5.890/900er Unterstützung nicht unterlaufen werden. Zuvor rechnen wir mit Nachfrage bei 6.010 Zählern.

Alle in diesem Dokument genannten Preisniveaus verlieren bei einem Durchstoß von zehn Punkten ihre Gültigkeit.

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Über den Autor
 
Autor: Joachim Goldberg Joachim Goldberg,
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Joachim Goldberg ist Geschäftsführender Gesellschafter des renommierten Frankfurter Analysehauses Cognitrend. Der erfahrene Banker und regelmäßige Gast bei n-tv ist eine Koryphäe auf dem Gebiet des so genannten Behavioral Finance. In Zusammenarbeit mit der WGZ BANK kommentieren Goldberg und sein Team unter www.wgzbank-zertifikate.de börsentäglich die Stimmung an den Aktienmärkten und leiten daraus Kauf- und Verkaufsempfehlungen für private Anleger ab. Abgerundet wird das informative Angebot der WGZ BANK durch den wöchentlich erscheinenden WGZ Cognitrend REPORT, der das Marktgeschehen aus dem Blickwinkel der verhaltensorientierten Forschung herausstellt.

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