TecDAX-Sentiment: Weitere Akteure werden ungeduldig



15:28 12.01.12

Die Technologieanleger haben ihre bullishen Engagements noch einmal reduziert – offenbar von der eine oder anderen Hiobsbotschaft belastet. Problematisch ist das aber nicht, denn die Verkäufe der mittelfristig aktiven Investoren haben dem TecDAX kaum geschadet.

Nachdem im Dezember 2011 so viele Solaranlagen wie noch nie innerhalb eines Monats auf deutschen Dächern installiert worden sind, ist die Politik wieder einmal alarmiert und erwägt weitere Subventionskürzungen für Sonnenstrom. Wirtschaftsminister Philipp Rösler forderte von Umweltminister Norbert Röttgen rasche, konkrete Vorschläge und auch dieser schloss neue Einschnitte nicht aus, denn ein ungebremster Ausbau der Solarenergie berge bekanntlich teure Folgen für Verbraucher. Die Solarbranche hatte zwar im letzten Jahr eine selbst verordnete Schrumpfkur versprochen, doch der Jahresend-Boom könnte nun an der Glaubwürdigkeit der Branche zerren.

Zumindest den schon in 2011 arg gebeutelten Solaraktien konnten die jüngsten schlechten Aussichten nicht mehr sonderlich viel anhaben – derlei Förderkürzungen haben die Akteure offenbar schon größtenteils in den Preisen berücksichtigt.

Eine faustdicke negative Überraschung lieferte während des Berichtszeitraums jedoch das Index-Schwergewicht Software AG. Das schwache Geschäft in Amerika hat dem Unternehmen im Schlussquartal 2011 das Geschäft verhagelt – schon Mitte Juli hatte die Software AG mit einem Umsatzrückgang im zweiten Quartal für eine Enttäuschung gesorgt. Händler befürchten nun einen Vertrauensverlust. Der Aktienkurs stürzte zeitweise sogar um mehr als ein Viertel ab und zog natürlich auch den TecDAX in Mitleidenschaft.



Der dramatische Kursverlust eines TecDAX-Schwergewichts steckt offenbar auch einigen mittelfristig orientierten Akteuren in den Knochen. Sie haben ihre bullishen Engagements noch einmal reduziert. Weitere 2 Prozent der institutionellen Akteure verlassen das optimistische Lager in Richtung des neutralen Camps, bei den Privatanlegern sind es 5 Prozent, die fast allesamt im Bärenlager Unterschlupf suchen. Schon in der letzten Woche hatten sich viele Akteure skeptisch gezeigt – vor allem Investmentprofis – ob der TecDAX seine Jahresanfangsrally fortsetzen kann, diesmal sind weitere Anleger ungeduldig geworden und warfen das Handtuch.

Problematisch ist das aber nicht, denn die Verkäufe der mittelfristig aktiven Investoren haben dem TecDAX nicht sonderlich geschadet. Sogar trotz des Schocks nach der Gewinnwarnung der Software AG notiert der Technologie-Index auf Wochensicht nahezu unverändert. Schieflagen können wir bei den heimischen Anlegern bislang noch nicht erkennen, sie dürften erst dann zum Handeln gezwungen sein, sollte ihnen der Index davonlaufen. Vorerst fehlen dem TecDAX aber tatsächlich neue Impulse, um den Schwung vom Jahresbeginn wiederaufzunehmen.

Christin Stock, cognitrend

___________________________________________________________________________

Wenn auch Sie demnächst rechtzeitig über neue Trading-Chancen informiert werden möchten, dann können Sie hier den Börsenbrief Aktien-Trader.net testen.

STOCK-WORLD WEEKLY - Ihr unabhängiger Trading-Newsletter

Jede Woche Chartanalysen, Trading-Tipps mit konkreten Kursmarken und Trading Know-How - kostenlos und unverbindlich!    HIER ANMELDEN
=> Diese Kolumne ins Forum einfügen und diskutieren <=




Attachments:

Alternativ0, (text/plain)

Der Download und das Öffnen dieses/dieser Attachments erfolgt auf eigene Gefahr.
Hinweis: Stock-World veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Verantwortlich für den Inhalt ist allein der jeweilige Autor.

Über den Autor
 
Autor: Redaktion boerse-frankfurt.de Redaktion boerse-frankfurt.de,
Deutsche Börse AG

Die Autorinnen und Autoren des Anlegerportals berichten täglich über Tendenzen und Meinungen an den verschiedenen Wertpapiermärkten der Frankfurter Börse. Händler und Analysten geben einen tiefen Einblick in das Marktgeschehen direkt von der Quelle: Am Montag stimmt Sie ein Ausblick auf die Börsenwoche ein. Am Dienstag widmen wir uns ETFs und Fonds. Jeden Mittwoch gibt es eine markttechnische Analyse sowie Berichte vom Handel mit Rohstoffen, Zertifikaten oder Währungen im Wechsel. Donnerstags befassen wir uns mit internationalen Aktien und zum Wochenschluss am Freitag mit Anleihen. Sie können diese Marktberichte bei boerse-frankfurt.de/newsletter kostenlos abonnieren.

Alle Artikel dieses Autors anzeigen

Kurssuche
Status: nicht eingeloggt

Registrieren | Passwort vergessen?
 
 
Im Bereich Experten:
Silber: Jetzt einsteigen?
Experte: Stefan Hofmann, Chefredakteur STOCK-WORLD WEE.
Kolumnen
Devin Sage TXA ...
Devin Sage, Technische-X-Analyse.de (16:06)
Experte: Devin Sage, Technische-X-Analyse.de
Erfolgreicher Börsengang !!!
Bernd Niquet, Autor (11:14)
Experte: Bernd Niquet, Autor
DAX & Facebook ...
Frank Sterzbach, Finanzen & Börse (11:10)
Experte: Frank Sterzbach, Finanzen & Börse
Dow Jones – alles auf ...
Jochen Steffens, Stockstreet GmbH (10:28)
Experte: Jochen Steffens, Stockstreet GmbH
GOLD: Baldiges Ende ...
Günther Artner, CFA - Erste Group B. (10:03)
Experte: Günther Artner, CFA - Erste Group Bank AG
Hüfners ...
Redaktion boerse-frank., Deutsche Börse AG (09:33)
Experte: Redaktion boerse-frankfurt.de, Deutsche Börse AG
Ungarn-Anleihe: Mögliche ...
Sven Krupp, (09:02)
Experte: Sven Krupp,
DAX: Weiterer ...
S. Böhm, DaxVestor (07:30)
Experte: S. Böhm, DaxVestor
US-Dollar: Vorläufiges ...
Herr Dr. Rettinger, Devisen-Trader (07:23)
Experte: Herr Dr. Rettinger, Devisen-Trader
Nullzins-Anleihe ...
Sabine Traub, Börse Stuttgart AG (07:08)
Experte: Sabine Traub, Börse Stuttgart AG
Bellhaven Copper & ...
Stefan Bender, silbernews (25.05.12)
Experte: Stefan Bender, silbernews
Euro-BTP-Futures: Forza ...
Dirk Friczewsky, Tradingstrategien (25.05.12)
Experte: Dirk Friczewsky, Tradingstrategien
Niquet's World
Neues vom Portal
 
Deutscher Schuldenschnitt - Neuer stoppt Real
Experte: Stefan Hofmann, Stock-World
Letzte Börsen-Meldung
 
Letzte Börsen-Analyse
 
Top-Klicks News
 
Top-Klicks Analysen