Die sicherste Aktie 2012!?



06:22 13.01.12

Statoil: Das Basisinvestment...

 

Im Vergleich zu anderen Ölriesen wie Exxon Mobil, Shell oder BP sind die norwegischen Statoil immer noch relativ unbekannt. Das könnte sich in Zukunft ändern, denn neue Ölfunde und strategische Beteiligungen an so genannten alternativen Ölvorkommen bringen das Unternehmen strategisch voran.

 

Der ehemalige Staatskonzern befindet sich immer noch mehrheitlich im Besitz Norwegens und bestreitet bei Umsätzen von 84 Milliarden Euro und einem für 2011 erwarteten operativen Gewinn von 24,5 Milliarden Euro ein Großteil des norwegischen Unternehmens-Steueraufkommens. Der Steuersatz liegt dabei aktuell bei über 70 Prozent. Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei 65 Milliarden Euro.

 

Damit ist Statoil in etwa so hoch kapitalisiert wie Siemens, nur damit Sie einen Eindruck von der Größe des Unternehmens bekommen.

 

Warum sollten Sie überhaupt in Norwegen investieren: Norwegen gehört zu den reichsten Ländern Europas, ist nicht Mitglied der EU und hat nach wie vor die norwegische Krone als Währung nicht den Euro. Das sind gute Rahmenbedingungen allerdings gelang es der Krone in den vergangenen Jahren nicht, sich nennenswert vom Euro abzukoppeln. Somit taugen norwegische Aktien - zumindest bisher - nur bedingt als Schutz gegen einen etwaigen Zusammenbruch der Eurozone.

 

Dafür überzeugt Statoil aber mit einer hohen Dividende, die auch in Krisenzeiten ausgeschüttet wurde. Die aktuelle Dividendenrendite liegt bei sehr ansehnlichen 4,4 Prozent. Auf Grund des relativ konstanten Kursverlaufs ist die Aktie damit für spekulative Anleger durchaus eine höher verzinste Alternative zum Festgeld.

 

Natürlich können aber auch Giganten ins Wanken kommen, wie der Fall der BP-Aktie nach dem Desaster mit der Ölplattform Deep Horizon in der Karibik auf traurige Weise gezeigt hat. In der Folge waren Tiefseebohrungen in diesem Gebiet für mehrere Monate verboten. Nicht nur deshalb hatte Statoil in den letzten Jahren massive Probleme, die eigenen Prognosen einzuhalten.

 

In den letzten sechs Quartalen wurden die Schätzungen immer verfehlt, teils deutlich. Das ist auch ein Grund dafür, warum die Aktie nicht richtig in Schwung gekommen und nur seitwärts gelaufen ist.

 

Trendwende in 2011


Doch das Jahr 2011 könnte so etwas wie die Trendwende zum besseren bei Statoil markiert haben. Vorstand Oystein Michelsen sprach von einem fantastischen Jahr, das unter anderem durch die Entdeckung des Aldous Major South-Feldes in der Nordsee geprägt war. Die Schätzungen liegen bei 900 Millionen bis 1,5 Milliarden Barrel. Ursprünglich hatte man dort nur 200 bis 400 Millionen Barrel vermutet.

 

Der Wert der gesamten Lagerstätte wird auf ca. 30 Milliarden Euro geschätzt, wovon Statoil 40 Prozent oder 12 Milliarden Euro gehören. Das zeigt die enorme Bedeutung der Entdeckung und war ein echter Paukenschlag in der Branche: Die anderen Öl-Multis hatten die Nordseeregion bereits mehr oder weniger abgeschrieben und sich vornehmlich dem Golf von Mexiko zugewandt.

 

Während die Felder in der Nordsee nach wie vor das Rückgrat für die Produktion und die Vorkommen bedeuten, hat das Unternehmen zuletzt auch massiv in anderen Gebieten zugekauft.

 

So erhielt man die Explorationslizenz in den Ultra-Tiefwasser-Feldern vor der Küste Angolas im Süden Afrikas, wo den Norwegern inzwischen auch nennenswerte Abschnitte zur Ölförderung zugesprochen wurden. Auch für Indonesien hat Statoil eine Lizenz.

 

Den größten Coup aber landete man mit dem Kauf der US-Ölfirma Brigham Exploration, durch den Statoil sich in die Boomregion Bakken Shale (siehe erster Teil des Updates) eingekauft hat. 4,4 Milliarden US-Dollar hat sich Statoil den Kauf kosten lassen. Dafür sicherte man sich ein strategisch äußert wichtiges Vorkommen und verbesserte die Konkurrenzsituation gegenüber ConocoPhillips und Exxon, die über Liegenschaften in unmittelbarer Nähe verfügen.

 

Zusätzlich kaufte man sich mit der Übernahme von Brigham noch Liegenschaften und Transportsysteme über eine Länge von 690 Kilometern im Williston Basin, zu dem die Bakken Shale Formation gehört, ein.



 

Damit wird deutlich: Statoil investiert massiv in alternative Ölvorkommen und damit in die eigene Zukunft. Es scheint sicher, dass die vorhandenen Ölvorräte in den nächsten Jahren schneller steigen werden als die Geschwindigkeit in der Statoil Öl fördert. Und diese Ölvorräte spielen eine wichtige Rolle bei der Bewertung der Aktie.

 

Auch die fundamentalen Bewertungskennzahlen deuten auf eine Unterbewertung hin. Das KGV für 2011 liegt bei neun, das für 2012 sogar nur bei acht. Historisch lag die mittlere Bewertung eher bei einem KGV von zehn. Dank der strategischen Fortschritte wäre aus meiner Sicht auch ein KGV von elf oder zwölf vertretbar.

 

Auch charttechnisch gibt die Aktie ein überzeugendes Bild ab. Beim aktuellen Kurs von 20,39 Euro fehlen nur noch gut 40 Cent bis zum 52-Wochen-Hoch bei 20,82 Euro.

 


MEIN FAZIT:


- Statoil gehört aus meiner Sicht dank der niedrigen fundamentalen Bewertung und der hohen Dividendenkonstanz sowie der strategischen Fortschritte zu den besten und sichersten Aktien, die Sie aktuell erwerben können.

 

- Der aller Wahrscheinlichkeit weiter stabile Ölpreis, die globale strategische Orientierung und der Hauptsitz im Nicht-Euro/Nicht-EU-Land Norwegen sind weitere Argumente für einen Kauf der Aktie.

 

- Charttechnisch empfiehlt sich ein Einstieg im Bereich des Dezemberhochs bei 20 Euro.

 

 

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Viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage wünscht Ihnen

 

Ihr

Armin Brack

Chefredakteur Geldanlage-Report

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