Deutschland leiht sich Geld zu negativen Zinsen
In die gleiche Kerbe hauen auch die Zahlen des Statistischen Bundesamts, das am Mittwoch die vorläufigen Daten für die Entwicklung des BIP in 2011 veröffentlichte. Auf den ersten Blick lesen sich die Zahlen gut: Die deutsche Wirtschaft ist in 2011 um 3,0 Prozent gewachsen. Schaut man jedoch etwas genauer, so entdeckt man, dass die Dynamik ausschließlich aus den ersten drei Quartalen stammt. Im vierten Quartal schrumpfte das deutsche Bruttoinlandsprodukt zum Vorquartal sogar um 0,25 Prozent. Kommt es also im ersten Quartal zu einem weiteren Rückgang der Wirtschaftsleistung, dann wäre Deutschland in der Rezession. Und die Aussichten für 2012 sind nicht gerade rosig. Nach Ansicht von Experten wird es schwierig, auf die Wirtschaftsleistung des vergangenen Jahres noch einmal etwas draufzusatteln. Während einige Experten deswegen eine Rezession erwarten, glauben die Volkswirte der Unicredit an ein weiteres Wirtschaftswachstum von einem Prozent.
Am langen Ende des Marktes, bei den Bundesanleihen, gab es wenig Bewegung. Der Bund Future pendelte in einer engen Handelsspanne zwischen 138.43 und 139,86 Prozent und bleibt damit auf historisch hohem Niveau.
Eine gewisse Entspannung gab es bei den Papieren der Krisenländer. Die Rendite der 10jährigen italienischen Staatsanleihen sank am Mittwoch unter 7 Prozent, nachdem sie zu Jahresbeginn bis auf 7,20 Prozent gestiegen war. Weiterhin unklar bleibt die Situation in den Umschuldungsverhandlungen Griechenlands mit seinen Gläubigern. Zwar hieß es zu Wochenbeginn, dass man Fortschritte mache und die Einigung über einen Schuldenschnitt, der möglicherweise auch über den zuletzt vereinbarten 50 Prozent liegen würde, immer wahrscheinlicher werde. Allerdings bleibt offen, ob es dabei bei einer freiwilligen Lösung bleibt oder ob alle Anleger zu einem Forderungsverzicht gezwungen würden.
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