Devisenmarkt: Ein Ausblick auf das Jahr 2012



04:38 14.01.12

Gab es 2010 noch eine breite Abwertung des Euros gegenüber fast allen Währungen, so war das Bild 2011 zweigeteilt. Aufgrund der stark gestiegenen Risikoaversion kamen vor allem viele Währungen aus den Schwellenländern unter Verkaufsdruck. Besonders stark erwischte es die Währungen von Ländern mit eigenen Problemen im Finanzsystem, wie die Türkische Lira und den Südafrikanischen Rand, die jeweils etwa 20 Prozent gegenüber dem Euro verloren. Zulegen konnten vor allem die als solide geltenden Währungen, die häufig auch als sichere Anlagehäfen dienen, wie der Franken, der Yen und der Australische Dollar. Der Chinesische Yuan wertete ebenfalls um fünf Prozent auf.

 

Optimistisches Szenario: Die Eurokrise entspannt sich

Ich rechne damit, dass sich die Eurokrise allmählich weiter entspannt und die Risikobereitschaft der Anleger – zumindest teilweise – zurückkehrt. Sollte es so kommen, dann würde dies im Jahr 2012 Währungen begünstigen, die von einer robusten Weltkonjunktur besonders profitieren. Dazu zählen neben dem Australischen und dem Kanadischen Dollar auch Währungen aus den Emerging Markets wie der Brasilianische Real, der Mexikanische Peso und der Südafrikanische Rand. Einen allgemeinen „Run“ auf riskante, hohe Renditen versprechende Anlagen wie 2009 wird es aber nicht geben. Denn: Die Zukunft bleibt unsicher und die Eurokrise hält an. So ist auch mit weiteren Kredit-Downgrades durch die Rating-Agenturen zu rechnen.

 

Eines ist sicher: 2012 wird wieder turbulent

Auch 2012 dürfte daher wieder ein turbulentes Jahr werden. Und: Es wird vermutlich erneut Entwicklungen geben, mit denen zu Jahresbeginn keiner gerechnet hat. 2011 zählten dazu z.B. die Revolutionen in der islamischen Welt und am Devisenmarkt die Wechselkursfixierung durch die Schweizer Notenbank. Sollte die Eurokrise nochmals eskalieren, dann werden wie 2011 nicht nur der Euro, sondern auch die Währungen der Schwellenländer weiter abstürzen. Wahrscheinlicher ist jedoch meiner Ansicht nach eine langsame Entspannung und eine wieder steigende Risikobereitschaft. In diesem Fall würden sich sowohl der Euro als auch die unter Druck geratenen Währungen der meisten Schwellenländer stabilisieren. Beim Wechselkurs Euro/US-Dollar könnten sich trotz der aktuellen Euroschwäche positive und negative Einflüsse aufwiegen und letztlich zu einem volatilen Auf und Ab ohne klare Trendrichtung führen.

 



 

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