Börsen 2012: wie sinnvoll sind Prognosen?



17:48 17.01.12

Sehr geehrte Investoren,

zu Beginn eines jeden Jahres werden Prognosen aufgestellt, wie sich bestimmte Branchen oder auch ganze Märkte in den folgenden zwölf Monaten verhalten werden. Allerdings ist die Trefferquote dieser Prognosen meist äußerst gering und sowieso kommt meist alles anders als man denkt! Wie stattdessen ein gesundes Portfolio-Management für Anleger aussieht und was es zu beachten gilt, habe ich im aktuellen TV-Interview mit Andreas Franik von Börse Stuttgart TV erläutert. Sie finden es unter www.credo-vm.de.

Blicken wir zurück auf Januar 2011: Dort wurden Anlagen in den Schwellenländern und in Rohstoffe favorisiert. USA wurde aufgrund der Schuldenproblematik negativ eingeschätzt. Zinsen sollten im Zuge einer weiteren Wirtschaftserholung steigen. Das  war überwiegend der Tenor der Kommentatoren. Was ist eigetreten? Der amerikanische Aktienmarkt konnte im letzten Jahr um 5% zulegen, während hingegen die Emerging Markets und die Rohstoffe deutlich eingebrochen sind. Der DAX ging um 15% leichter aus dem Börsenjahr. Prognosen eigenen sich nach meiner Erfahrung nicht zur Steuerung von Portfolios im Rahmen der Vermögensverwaltung, da die Trefferquote viel zu gering ist. Es braucht also andere sinnvolle Mechanismen für eine erfolgreiche Kapitalanlage.   

Bewertungen von Anlageklassen



Statt nach Prognosen oder Einschätzungen zu handeln, bevorzuge ich eine Gewichtung von Aktien, Renten, Liquidität  nach Bewertungskriterien. Ich versuche zu ermitteln, ob eine Anlageklasse teuer oder preiswert ist, um antizyklisch handeln zu können. Bei den Gewinnen der Unternehmen gelten das Kurs-Gewinn-Verhältnis oder die Dividendenrendite als klassische Kennziffern – nur beinhalten Sie ebenfalls das Moment der Prognose, da die Gewinne für die Zukunft geschätzt werden. Sinnvoll ist es, die klassischen Kennziffern um die langfristigen Durchschnittsgewinne der Unternehmen der letzten 10 Jahre zu ergänzen. Daran erkenne ich, ob die Gewinnschätzungen über  oder unter dem langfristigen Durchschnitt liegen. Außerdem beobachte ich die Unternehmensgewinne in Relation zum aktuellen Zinsniveau, weil bei steigenden Zinsen die Attraktivität von Aktienanlagen im Vergleich zu den vermeintlich sicheren Renten abnimmt. Zuletzt versuche ich das Marktverhalten von Investoren zu beobachten.  Überwiegt der Optimismus oder der Pessimismus? In der Konsequenz gilt es antizyklisch zu handeln.

Erfolgreiche (Risiko)-Steuerung von Depots

Die Bewertung von Vermögenswerten hilft mir, die Qualität der Entscheidungen zu verbessern. Trotzdem ist eine gesunde Bescheidenheit angebracht, da die Märkte sich länger irrational verhalten können als es von der Bewertung eigentlich gerechtfertigt wäre. Daher ist die risikoadjustierte  Anlagestrategie für mich eine unverzichtbare Ergänzung des wertorientierten Ansatzes geworden, da sich die Anlagen langfristig immer wieder an ihrer fundamentalen Bewertung  ausrichten werden. 

Es grüßt Sie herzlich

Ihr Wolfgang Juds

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Über den Autor
 
Autor: Wolfgang Juds Wolfgang Juds,
CREDO Vermögensmanagement GmbH

Die CREDO Vermögensmanagement GmbH ist als unabhängiger Vermögensverwalter auf die Betreuung von anspruchsvollen privaten und institutionellen Mandanten spezialisiert. „Ich biete meinen Kunden auf Basis meines christlichen Werteverständnisses Finanzdienstleistungen fachlich auf höchstem Niveau und einen fairen Umgang. Mein Tätigkeitsschwerpunkt liegt in der klassischen Vermögensverwaltung, da liegt meine Kernkompetenz.“ Wolfgang Juds, Inhaber

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